Sind Insekten die Nahrung der Zukunft?

von Lars Krogmann am 24.10.2013, 1 Kommentar

Ja. Viele Insekten liefern in hohem Maße ungesättigte Fettsäuren, viel Eisen, Fett, Mineralien und Vitamine.

Ist das vielleicht die Nahrung der Zukunft?

Das ist ein sehr spannendes Thema. Es wird wahrscheinlich in Mitteleuropa eher ein Randthema bleiben, weil wir hier es hier seit vielen Generationen schon nicht mehr gewöhnt sind, Insekten zu essen. Das war in der Vergangenheit anders; es gab auch mal Zeiten, wo Maikäfer in der sogenannten Maikäfersuppe gekocht wurden. Aber das war schon damals aus der Not heraus geboren.
Die Tradition, dass Insekten eine Delikatesse sind, ein besonderes kulinarisches Vergnügen, ist in unserer mitteleuropäischen Küche nicht verbreitet. Es gibt vereinzelt Restaurants, die versucht haben, verschiedene Gerichte anzubieten. Es gibt ja Insekten, die man sehr leicht züchten kann, wie die Larven des Mehlkäfers. Die kann man frittieren und sie stellen sicher auch eine sehr gesunde Nahrung dar, weil sie relativ fettarm sind und viele ungesättigte Fettsäuren enthalten.
Ich persönlich habe schon hin und wieder mal im Ausland, während Expeditionen, Insekten gegessen. Es gibt durchaus Länder, wo viel weniger Berührungsängste bestehen.  Man kann in Südamerika verschiedene Ameisenarten getrocknet und gesalzen als Snack kaufen, wobei die doch sehr muffig schmecken. Davon  würde ich persönlich abraten.

Wie wär’s denn mit Ameisen im Schokomantel?

Wenn Sie sich da unternehmerisch betätigen würden, würde ich Ihnen die erste Charge von Ameisen im Schokomantel sogar abkaufen.
Aber ernsthaft: Es gibt natürlich Länder, wo die Nahrung relativ knapp ist, in Afrika beispielsweise. Dort könnte die Ernährung durch Insekten ein ganz wichtiges Thema sein, um den dringenden Proteinbedarf der Bevölkerung zu decken.
So gibt es immer mal wieder vereinzelte Programme, auch durch die Weltgesundheitsorganisation, um die Forschung zu fördern, wie man in Ländern, wo Nahrungsknappheit herrscht, durch den Verzehr von Insekten Abhilfe schaffen kann.

Also lieber Heuschrecken statt Garnelen aus der Aquakultur?

Garnelen aus der Aquakultur haben durch die verschiedenen Berichte schon einen schlechten Ruf bekommen. Und so weit entfernt ist die Verwandtschaft zwischen Garnele und Insekt eigentlich nicht bzw. der Sprung von den Schnecken, die man z.B. in Frankreich gerne isst, im Hinblick darauf, dass irgendwelche Ekelgefühle überwunden werden müssten.
Aber aus irgendwelchen Gründen haben Insekten doch einen so negativen Ruf, dass es, jedenfalls in Mitteleuropa kaum Beispiel gab, wo sie ernsthaft als kulinarische Objekte herangezogen wurden.

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Beantwortet von Lars Krogmann am 24.10.2013 in Ernährung, Natur und Umwelt, Tiere, Stichworte: , , , , , .

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Kommentare zu „Sind Insekten die Nahrung der Zukunft?“

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Khoa Nguyen schreibt am 28.10.2013

Solange es saftige Steaks vom Rind, Schweinsschnitzel und Chicken Wings gibt, ist die Nachfrage nach Insekten nicht vorhanden . Anders sieht es hingegen in Asien aus und die Viecher werden nicht gegessen, weil die Fleischration der Tiere allzu knapp ist, sondern weil die Insekten durchaus eine Spezialität darstellen.

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