Wie besiedeln Libellen einen Teich innerhalb kürzester Zeit?

von Lars Krogmann am 24.10.2013, Kommentar hinzufügen

Libellen haben ganz hervorragende Augen. Die sind so groß, dass man von dem eigentlichen Kopf gar nicht mehr viel erkennen kann; es sind ganz viele einzelne Augen. Außerdem sind sie sehr gute Flieger, sodass sie regelmäßig weite Strecken abdecken können. Die Weibchen sind eigentlich immer auf der Suche nach geeigneten Ablageflächen für die Eier, und sie können die Spiegelung der Wasseroberfläche erkennen.

Es kam schon vor, dass Libellen von großen Planen, die irgendwo lagen, in die Irre geleitet wurden, da sie dachten, dass das Wasseroberflächen seien. Sie können sich also an der Spiegelung der Wasseroberfläche orientieren. Viele Libellen legen ihre Eier auch nicht einfach so im Wasser ab, sondern an Wasserpflanzen, die sich dort befinden. Dass sich die Libellen so schnell in Ihrem Garten eingefunden haben, spricht dafür, dass Sie einen naturnahen Garten mit einigen Pflanzen haben und nicht so viele Goldfische im Teich sind.

Ich hatte den Eindruck, dass die Eier am Teichrand an den Steinen abgelegt wurden. Aber vielleicht habe ich mich da auch geirrt?

Ja, wahrscheinlich. Aber vielleicht gibt es Arten, die die Eier an den Steinen ablegen. Es gibt jedenfalls Arten, die die Eier nicht unter der Wasseroberfläche ablegen, sondern ein bisschen darüber, an Wasserpflanzen.

Es ist interessant, dass auch die Libelleneier eine ganz geeignete Beute für parasitische Wespen sind. Das sind ganz kleine Wespen, die ihre eigenen Eier in die Eier der Libelle legen. Dann schlüpft aus diesem kleinen Wespenei eine Wespenlarve, die das Ei von innen leerfrisst und sich in diesem Ei verpuppt.
Sie können sich vorstellen wie klein diese Insekten sein müssen, weil so ein Libellenei natürlich auch sehr winzig ist.

Die Libellen legen häufig die Eier unter die Wasseroberfläche. Da möchte man eigentlich annehmen, dass sie dort sicher sind. Aber es gibt ganz spezialisierte Erzwespen, die sogar in der Lage sind, durch das Wasser hindurchzuschwimmen und dann ihre Eier in den Libelleneiern unter Wasser abzulegen.

Und wie finden die diese Libelleneier so direkt?

Da gibt es die verschiedensten Strategien. Es ist kürzlich eine neue Erzwespenart beschrieben worden, die das ganz einfach macht. Und zwar so einfach, dass man sich fragt, warum das nicht alle so machen: Sie sucht einfach die Libellen, und weil sie so winzig ist, wird sie von den Libellen gar nicht bemerkt: Sie setzt sich bei den Libellen auf den Hinterleib. Dort bleibt sie einfach so lange sitzen, bis die Libelle die Stelle gefunden hat, wo sie ihre Eier ablegt. Und während die Libelle die Eier ablegt, klettert die Wespe einfach am Hinterleib der Libelle entlang und parasitiert die Eier.

Wie lange mag das in der Entwicklung gedauert haben, bis so eine Symbiose entstanden ist?

In den Fall würde man wohl nicht von einer Symbiose sprechen, denn die Libellen selbst sind darüber natürlich nicht sehr erfreut; ihre Eier sterben ja ab. Diese Entwicklung zwischen Parasiten und ihren Wirten zog sich über viele Jahrmillionen hin. Es gibt diese parasitischen Wespen schon seit über 200 Millionen Jahre und diese Wechselbeziehungen sind zum Teil immer spezialisierter geworden. Einige von diesen Beziehungen sind aber relativ jung; die können erst 30 bis 40 Millionen Jahre erst alt sein.

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Beantwortet von Lars Krogmann am 24.10.2013 in Pflanzen, Tiere, Ökologie, Stichworte: , , , , , , , , , .

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