Existierte wirklich ein Garten Eden?

von Ernst Pernicka am 30.10.2008, 2 Kommentare

Das ist eine schwierige Frage. Zunächst einmal wollen wir festhalten, dass die schriftliche Version der Bibel etwa 500 v. Chr. entstanden ist, und dass sie wohl auch eine Mythensammlung enthält. Solche Mythen sind wohl Erinnerungsversatzstücke der Menschen an eine vergangene Zeit, und das könnte auch hier eine Rolle gespielt haben. In der Tat gilt ja Mesopotamien traditionell als der Garten Eden. Dort hat schon vor 10 000 Jahren ein Klimawechsel stattgefunden, der es ermöglicht hat, dass sich die Menschen nicht nur das angeeignet haben, was die Natur geboten hat, sondern sie haben erstmals auch Getreidepflanzen angebaut, Tiere domestiziert. Und es muss tatsächlich eine sehr fruchtbare Landschaft gewesen sein – ist es ja heute noch, mit bis zu drei Ernten pro Jahr.
Das alles könnte sozusagen eine ferne Erinnerung sein. Es haben sich möglicherweise auch Schwierigkeiten ergeben, denn wenn man den Boden derartig intensiv nutzt, wie mit dem Bewässerungssystem, das man in Mesopotamien verwendet hat, versalzt er auch. Und es könnte dann tatsächlich zu einer Krise gekommen sein. Aber die Bibel ist genauso wenig ein Geschichtsbuch wie die Ilias. Das muss man zur Kenntnis nehmen.

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Beantwortet von Ernst Pernicka am 30.10.2008 in Geschichte, Stichworte: , , , , .

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Kommentare zu „Existierte wirklich ein Garten Eden?“

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Günther ZARUBA schreibt am 18.05.2009

Also ich habe in der GENESIS, oder 1. Buch Mose gelesen, dass die geographische Lage von Eden genau angegeben ist und nicht wie im Märchen… „Es war ein mal….“

Ingrid Peters schreibt am 23.06.2009

Der Begriff „Garten Eden“ ist, symbolisch ausgedrückt, der Ort, an dem alles in Fülle und für alle Sinne unter der „Leitung des Höchsten“ der erfahrbaren satt machenden Gefühle vorhanden ist, der Mensch bzw. das Lebewesen ist so von Gott und mit Gott in einer Einheit, er kennt nicht mehr „Hunger und Durst“, weil alles einfach geboten ist, einschließlich einer sehr gesunden Lebensströmung.
Und es kann (leider) nur geschehen, wenn wir von „der Welt“ bzw. unserer Kultur anerkannt sind, ohne Wenn und Aber. Denn nur dann wird uns von Gott der Garten Eden geboten.
Es ist ein natürliches Gefühl, kein sinnentrücktes, wie vielleicht viele meinen.
Ingrid Peters, 23. Juni 2009

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