Was weiß man über die Unterstadt Trojas?

von Ernst Pernicka am 30.10.2008, Kommentar hinzufügen

Ich denke, wir haben genügend Beweise, Befunde vorgelegt, die zeigen, dass es zunächst einmal eine Unterstadt gegeben hat. Das war ja auch schon das Ziel der Forschungen von Manfred Korfmann.
Die Unterstadt war umgeben von einem Graben, vier Meter breit und zwei Meter tief, in den Felsen eingeschlagen. Wir müssen uns dazu noch etwa einen Meter Sedimentdecke vorstellen. Dieser Graben erstreckt sich auf einer Länge von etwa zwei, zwei Komma fünf Kilometer, von denen etwa eineinhalb Kilometer erschlossen sind. Wo er genau verläuft ist Gegenstand der derzeitigen Forschung, weil der Grabenverlauf natürlich auch die Größe Trojas und damit auch die Bevölkerungsgröße abschätzen lässt. Für die Bevölkerungsabschätzung ist es notwendig zu postulieren, dass die Unterstadt besiedelt war. Und dafür haben wir besonders in diesem Jahr auf dem Gelände des schon in der Bronzezeit zugeschütteten Grabens Siedlungsspuren gefunden. Der Graben wurde zugeschüttet, weil sich die Stadt ausgedehnt hat in der späten Bronzezeit. Es wurde ein neuer Graben weiter außen angelegt. Und das kann ich nur so interpretieren, dass Platzbedarf da war.

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Beantwortet von Ernst Pernicka am 30.10.2008 in Geschichte, Stichworte: , , , .

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