Soll man Vögel das ganze Jahr über füttern?

von Claus König am 11.04.2013, 2 Kommentare

In einer unberührten Naturlandschaft wäre eine Fütterung der Vögel im Winter gar nicht nötig. Unserer Kulturlandschaft ist aber stark beeinträchtigt – durch die moderne Landwirtschaft, die Anwendung von Herbiziden, Insektiziden usw. Für viele Vogelarten ist daher das Nahrungsangebot eingeschränkt und darum ist eine Fütterung im Winter absolut sinnvoll.

Eine positive Nebenwirkung ist, dass derjenige, der Vogelfütterung betreibt, sich auch mehr und mehr für die Vögel interessiert. So wird er aufgeschlossen für Probleme des Vogelschutzes. Es ist auch schön, wenn man nach einiger Zeit Erfolgserlebnisse hat, weil man lernt, die einzelnen Arten zu unterscheiden. Die Winterfütterung ist also auf jeden Fall richtig.

Eine Fütterung im Sommer dagegen ist problematisch. Wenn man ein paar Sämereien wie z.B. Sonnenblumenkerne auslegt, um die Vögel zu beobachten, ist das nicht weiter schlimm. Da kommt mal eine Meise oder ein Buchfink, die das dann fressen.

Aber dieses Futter soll nicht verwendet werden, um die natürliche Nahrung zu ersetzen. Denn die jungen Vögel bzw. die meisten jungen Singvögel brauchen eiweißhaltige Kost. Die bekommen sie in Form von Insekten, deren Larven, Raupen, Blattläusen, Spinnen oder Würmern und ähnlichem. Die Altvögel sollte man nicht mit Vogelfutter ablenken, da sie es sonst möglicherweise an die Jungen verfüttern. Für die wäre das nicht gut.

Aber wenn man beispielsweise ein Gemisch aus Rinderfett und Weizenkleie zu gleichen Gewichtsteilen füttert, was man von den Meisenknödeln kennt, die man im Winter aushängt, dann macht es nichts, wenn sie daran ein bisschen herumpicken.

Aber grundsätzlich möchte ich sagen, ist eine Fütterung im Sommer nicht notwendig.

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Beantwortet von Claus König am 11.04.2013 in Pflanzen, Tiere, Ökologie, Stichworte: , , , , , , , , , , , , .

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Kommentare zu „Soll man Vögel das ganze Jahr über füttern?“

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Christian Karpp schreibt am 16.11.2014

Mit allem gebührenden Respekt Herr König, aber ihr Fazit ist genau jene Art von Unfug, die uns Vogelschützern seit Jahrzehnten die Arbeit und das Leben schwer macht. Vermeintliche Bedenken, wie Sie sie äußern, sind, basierend auf jahrzehnte langen Studien, seit Langem widerlegt.
Altvögel verfüttern nicht „versehentlich“ ungeeignetes Futter an ihre Jungtiere, ebenso wenig stellen sie ihren eigenen Speiseplan um, um sich nur noch vom dargereichten Futter zu ernähren.
Ich empfehle Ihnen aus tiefstem Herzen das Buch von Peter Berthold und Gabriele Mohr, „Vögel füttern – aber richtig“, erschienen im Kosmos Verlag.
Darin finden Sie nicht nur Tipps zur Ganzjahresfütterung und Infos, warum diese so wichtig ist (u.a. wie von Ihnen ganz richtig geschildert, der Flurbereinigung wegen), sondern auch Hintergrundinformationen über vorhandene Studien zum Thema. Abgerundet übrigens durch ein treffliches Vorwort von Heinz Sielmann.

Mit ornithologischem Gruß,
Christian Karpp

Uwe Kleppel schreibt am 17.11.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
gemäß Empfehlung von Herrn Prof. Peter Berthold fütterte ich ca. 2 Jahre lang ganzjährig die bei mir vorkommenden Wildvögel.
Das kam auch sehr gut an. Bis Dato wußte ich gar nicht, daß es im Raum Bad Marienberg so viele Arten von Singvögeln gibt.
Und nun -seit etwa 4 Wochen- hat es sich ausgezwitschert. Wieso, weshalb, warum? Was ist passiert? Haben Sie eine Idee oder gar Erklärung für dieses Phänomen? Außer ein paar wenigen krächzenden Elstern sieht und hört man nichts mehr. Auch nichts von den Arten, die einen Winteraufenthalt im Westerwald bislang nicht verabscheuten.
Ich fände es schön eine Antwort Ihrerseits zu erhalten. Danke!
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Kleppel

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