Was ist der Unterschied zwischen Basilika, Münster, Dom und Kathedrale?

von Barbara Schock-Werner am 04.07.2012, 3 Kommentare

Kathedrale und Dom sind dasselbe. Das eine Wort stammt aus dem Lateinischen, das andere aus dem Französischen . Beide Begriffe bezeichnen eine Bischofskirche. Die Amtskirche eines Bischofs oder Erzbischofs nennt man Kathedrale oder Dom.
„Basilika“ bezeichnet die Raumform einer Kirche. Eine Basilika ist ein Raumtyp, der aus dem Römischen kommt und mindestens drei Schiffe hat. Dabei ist das mittlere Schiff höher als die beiden seitlichen Schiffe und hat einen eigenen Lichteinfall.
Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren den Ehrentitel „Basilica Maior“. Damit zeichnet der Vatikan bestimmte Kirchen aus. Eine Münster-Kirche ist eigentlich eine Klosterkirche. Normalerweise bezeichnet man aber eine Pfarrkirche damit. Das berühmte Ulmer Münster z. B., das so groß ist wie viele Kathedralen, war niemals Bischofssitz und deshalb eine Münster-Kirche.

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Beantwortet von Barbara Schock-Werner am 04.07.2012 in Geschichte und Archäologie, Religion, Philosophie, Ethik, Stichworte: , , , , , , .

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Kommentare zu „Was ist der Unterschied zwischen Basilika, Münster, Dom und Kathedrale?“

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Maria schreibt am 17.08.2012

Aber warum hat Freiburg i.Br. ein Münster und St. Blasien einen Dom?

Klaus Bimüller schreibt am 05.01.2014

Aus dem Französischen kommt keines der beiden Wörter. Das Wort „domus“ bedeutet im Lateinischen schlicht „Haus“. Der Begriff „Kathedrale“ leitet sich vom griechischen Wort „Kathedra“ ab, d.h. „Sitz“. Der thronähnliche Stuhl des Ortsbischofs in seiner Kirche wird so genannt. Wie sich der Begriff „Basilika“ erweitert hat, ist es auch mit der Kathedrale geschehen. „Basilika“ ist nicht mehr nur reine Baustiltypisierung, sondern Bezeichnung für besonders wichtige bzw. von Rom „geadelte“ Kirchen. „Kathedrale“ ist zusätzlich zu seiner Funktionsbezeichnung ein baustilistischer Ausdruck geworden: Nach dem Vorbild der großen französischen Kathedralen der Hochgotik nennt man diesen Bautyp überall auf der Welt so – ob Bischofssitz oder nicht.

Klaus Bimüller schreibt am 05.01.2014

Das Freiburger Münster ist erst seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Sitz eines Metropoliten (Erzbischof) nach der Neuordnung Europas nach den Napoleonischen Kriegen. Es wurde nicht als Bischofskirche gebaut (sonst hätte es mindestens eine Doppelturmfassade oder gar vier Türme), sondern als Stadtkirche. Der Dom von St. Blasien wird wegen seines ungeheuer großen Kuppelraumes Dom genannt. Er ist Kloster-, nicht Bischofskirche. Manchmal nennt man große, beeindruckende Kirchen in kleineren Orten auch Dom – siehe den „Heppenheimer Dom“ (Bergstraße) oder den „Inntaler Dom“ in Ebbs/Tirol.

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