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Kümmerer Sozialarbeiter

Sozialarbeiter im Dauereinsatz für Senioren Die Kümmerer vom Schwarzwald

Ein Film von Daniela Hoyer

"Viele alte Menschen hier oben im Hochschwarzwald wünschen sich kein schnuckeliges Zimmer im Pflegeheim", sagt Wendelin Schuler von der Caritas-Beratungsstelle für ältere Menschen. "Die sind auf ihren abgelegenen Höfen aufgewachsen und wollen dort bleiben – für immer." Die Sozialarbeiter Wendelin Schuler und Gabriele Zeisberg-Viroli sind die "Kümmerer vom Schwarzwald". Sie helfen älteren Menschen, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Gabriele Zeisberg-Viroli auf Hausbesuch: Ein alleinstehender Rentner hat sich an sie gewandt. Der 86-jährige ist sehbehindert und kann seinen Antrag auf einen Pflegegrad nicht selbst ausfüllen. Das Pflegegeld braucht er dringend, um sich eine Haushaltshilfe zu leisten. Und auch den Termin für eine notwendige Augen-Operation kann der frühere Pianist nicht selbständig vereinbaren.

Sozialarbeiterin Zeisberg-Viroli kann helfen. Seit 19 Jahren leitet die gebürtige Rheinländerin die Beratungsstelle für ältere Menschen in Kirchzarten. Nun kümmert sie sich darum, dass der Pianist endlich seinen OP-Termin beim Augenarzt bekommt. Und mit Engelsgeduld füllt sie gemeinsam mit ihm alle Formulare für die Krankenkasse aus.

Der "Sozialranger" schaufelt sich auch schon mal den Weg frei

Ihr Kollege Wendelin Schuler ist im Hochschwarzwald geboren und aufgewachsen. Er kennt alles und jeden hier – und findet noch den abgelegensten Hof. Seit über 18 Jahren berät der Sozialarbeiter hilfsbedürftige Senioren bei allen Fragen rund um die Pflege. So wie Gabriele Zeisberg-Viroli leistet er Trauerarbeit, füllt Anträge aus und organisiert Pflegedienste, um die Angehörigen zu entlasten. Im Notfall bringt er hilfsbedürftigen Senioren schon mal auf eigene Faust Lebensmittel vorbei – oder schaufelt den Weg zu ihrem völlig eingeschneiten Haus frei. Nach solchen Einsätzen nennet sich der 56-Jährige gerne mit einem Schmunzeln "Sozialranger". kümmert sich um 20 bis 30 Fälle parallel, übernimmt mehr als 500 Hausbesuche pro Jahr. Und die Arbeit wird immer mehr – schon wegen der steigenden Altersarmut.

Trotz aller Widrigkeiten: Wendelin Schuler und Gabriele Zeisberg-Viroli empfinden ihren Beruf als Berufung. Alten Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, so lange wie möglich – für dieses Ziel ist ihnen kein Weg zu weit.