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SENDETERMIN Mi, 27.3.2019 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Deutschland, Deine Döner Was essen wir da eigentlich?

Der Döner – er gehört zu den liebsten Fast-Food-Gerichten der Deutschen. Geschätzt 16.000 Döner-Imbisse und Döner-Restaurants gibt es in Deutschland. Milliardenumsätze werden mit dem Fleisch am Drehspieß gemacht. „Betrifft“ wirft einen Blick auf die rasante Erfolgsgeschichte des Fastfood-Klassikers, der freilich öfter schon unter Gammelfleisch-Verdacht geriet. Und fragt: Was essen wir da eigentlich?

Der Döner - erfunden in Reutlingen?

War der Erfinder des Döners in Deutschland ein Schwabe?  Nevzat Salim will der erste gewesen sein - damals, 1969 in Reutlingen. Da sei er in auf die Idee gekommen, am Drehspieß gegrilltes Fleisch in extragroße Wecken zu packen und zu verkaufen. Der Startpunkt für eine rasante Erfolgsgeschichte – den freilich auch weitere Döner-Pioniere andernorts für sich reklamieren. Anfangs bestand das Fleisch noch aus geschichteten Lamm- und Rinderscheiben – getreu dem jahrhundertealten türkischen Original, so wie Nevzat Salim es in seiner Heimatstadt Bursa gelernt hatte.

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Deutschland, Deine Döner

Was essen wir da eigentlich?

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Nevzat Salim, einer der Pioniere des deutschen Döners, schneidet einen selbstgemachten Dönerspieß.

Nevzat Salim, einer der Pioniere des deutschen Döners, schneidet einen selbstgemachten Dönerspieß.

Zwei Dönerproduzenten kontrollieren das Rindfleisch nach der Anlieferung.

Arbeiter am Stecktisch einer industriellen Dönerproduktion.

Ein Arbeiter schichtet die letzten Hackfleischstücke auf den Spieß.

Dr. Joachim Kuntzer vom Chemischen Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) analysiert einen Hackfleischspieß.

Hackfleisch-Spieße anfällig für "Panschereien"

Doch das ist in vielen Döner-Restaurants heute nicht mehr die Regel. Inzwischen hat sich hier der Hackfleischspieß durchgesetzt, eine Gemisch aus Rind-, Kalb- und Putenfleisch. Ein solcher Spieß darf selbst dann den Namen Döner Kebab tragen, wenn er bis zu 60%  aus Hack besteht. Doch diese Mischung kann durchaus problematisch sein: Sie sei eben besonders anfällig für Panschereien, sagt Axel Bornemann, einer der Lebensmittelkontrolleure der Stadt Stuttgart. Bei diversen Gammelfleisch-Skandalen war immer wieder auch Dönerfleisch in den Fokus der Ermittlungen geraten.

Laboranalyse: Fett, Wasser und mehr...

Die betrifft-Autoren Cordula Stadter und Carsten Rau  begleiten Kontrolleur Bornemann und seine Kollegen durch Döner-Imbisse und Fabriken im Großraum Stuttgart, machen aber auch eigene Testkäufe und lassen das Dönerfleisch anschließend in einem Labor analysieren. Ergebnis: neben Geschmacksverstärkern werden vor allem Fett und künstliche Phosphate zugesetzt, um Wasser zu binden und das Fleisch in Form zu bringen. Je mehr Wasser, desto schwerer wird der Spieß und desto teurer kann er an den Döner-Imbiss verkauft werden. Ein Trick, der unter Umständen zu Lasten der Döner-Konsumenten geht. Denn zu viel Phosphat kann zu gravierenden Gesundheitsschäden führen.

„Deutschland Deine Döner“ – eine ebenso brisante wie unterhaltsame Spurensuche, die  Autoren auch in die Türkei führt – wo sich die traditionellen Fleischspieße schon seit Jahrhunderten drehen.

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Mi, 27.3.2019 | 20:15 Uhr

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