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SENDETERMIN Mi, 25.4.2018 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Wollschwein, Sundheimer Huhn & Co

Wo sind die guten, alten Nutztierrassen?

Ob Alpines Steinschaf, Wollschwein oder das Sundheimer Huhn: vielfältig, gesund und traditionsreich, so stellen wir uns am liebsten unsere Nutztierrassen im Südwesten vor. Aber diese Vielfalt ist extrem bedroht. In der intensiv betriebenen Landwirtschaft werden heute nur noch wenige Hochleistungsrassen und Hybriden eingesetzt. Mit deren Fleisch-, Milch- oder Legeleistung können die alten Rassen nicht mithalten. Viele von ihnen sind deshalb schon ausgestorben

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Wollschwein, Sundheimer Huhn & Co

Wo sind die guten, alten Nutztierrassen?

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Andreas Hoppe auf der Suche nach alten Nutztierrassen und ihren Produkten. Auch privat engagiert sich der Schauspieler für eine gesunde regionale Ernährung.

Andreas Hoppe auf der Suche nach alten Nutztierrassen und ihren Produkten. Auch privat engagiert sich der Schauspieler für eine gesunde regionale Ernährung.

Andreas Hoppe (links) zu Besuch bei Landwirt Mathias Brugger in Lenzkirch-Saig. Die Biomilch seiner Vorderwälder Rinder ist besonders fett- und eiweißreich.

Wollschweine (Mangalitzas) stammen vom Balkan. Ihr fettes Fleisch steht bei Feinschmeckern wieder hoch im Kurs. Die Tiere sind genügsam, robust – und fotogen, wie Kameramann André Zschocke feststellen konnte.

Die letzte erhaltene Hühnerrasse Badens: das Sundheimer Huhn. Als Zweinutzungshuhn liefert es sowohl reichlich Eier als auch sehr schmackhaftes Fleisch.

Andreas Hoppe (Mitte) mit Waltraut und Ulrich Jaudas aus Lenningen.

„Tatort“-Kommissar Andreas Hoppe bei Bio-Spitzenkoch Simon Tress aus Hayingen-Ehestetten. Die beiden vergleichen die geschmacklichen Unterschiede zwischen den Produkten der alten Rassen und konventionell erzeugten Waren moderner Rassen und Hybriden.

Doch es gibt Menschen, die das Verschwinden weiterer alter Rassen nicht hinnehmen wollen. Sie setzen sich für deren Erhalt ein, in dem sie ihr Fleisch, ihre Milch oder Wolle nutzen – in einer modernen Bio-Landwirtschaft und jenseits rein musealer Erhaltungszucht. Andreas Hoppe, „Tatort-Kommissar“ und im wirklichen Leben Verfechter einer gesunden, regionalen Ernährung, macht sich im Südwesten auf die Suche nach den Züchtern alter Rassen und ihren Tieren. Auf seiner Reise von Freiburg bis auf die Schwäbische Alb trifft er auf engagierte Erhalter und u.a. von Vorderwälder Rindern und Schwalbenbäuchigen Wollschweinen, von Coburger Fuchsschafen, Schwarzwaldziegen und Sundheimer Hühnern. Gemeinsam mit dem Bio-Spitzenkoch Simon Tress startet Andreas Hoppe außerdem einen kulinarischen Vergleich: Schmeckt man den Unterschied zwischen konventionellem Fleisch und dem der alten Rassen?

Die Reportage stellt auch die Frage, was die Politik für den Erhalt der alten Rassen tut. Denn was bedeutet der Verlust der Rassenvielfalt für unsere zukünftige Ernährung? Wie könnte eine alte Hühnerrasse den Kükenmord, also das millionenfache Töten der männlichen Nachkommen der Legehennen, verhindern, und welche modernen, umweltschonenden Einsatzmöglichkeiten wären für Schwarzwälder Kaltblüter denkbar? Der Film ist ein Plädoyer für eine Landwirtschaft, in der nicht nur die höchste Nutzleistung rund ums Fleisch, die Eier oder die Milchmengen zählen, sondern auch funktionale Faktoren wie Robustheit, Genügsamkeit oder gute Muttereigenschaften einer Rasse. Denn hier haben Wollschwein, Sundheimer Huhn & Co. ihre Stärken..

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Mi, 25.4.2018 | 21:00 Uhr

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