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SENDETERMIN Fr, 4.12.2015 | 20:15 Uhr | 3sat

Qualvoll: lebendig gerupft Die Weihnachtsgans-Tragödie

Die Weihnachtsgans wurde zum Billigprodukt degradiert. Kann man noch mit gutem Gewissen den Braten genießen? Wir zeigen, unter welchen Bedingungen die Gänse leben und sterben.

Zum Festtag kommt nur das Beste auf den Tisch! Eine Gans! Kulinarischer Höhepunkt des Jahres. Ist das wirklich so, oder hat unsere Realität längst nichts mehr mit diesem Klischee zu tun? Tiefgekühlt bei Aldi, Rewe oder Lidl kostet eine Gans heute oft gerade mal zehn Euro. Gerechnet aufs Gewicht ist selbst Gehacktes oft teurer. Was also einst ein Luxusprodukt war, dass sich die Familie nur zu Weihnachten gegönnt hat, ist zum Billigprodukt geworden. Wie geht das?

Rund 25.000 Tonnen Gänsefleisch essen die Deutschen zum Weihnachtsfest - eine Menge, die schon lange nicht mehr in Deutschland gezüchtet wird. Nur zehn Prozent stammen tatsächlich aus deutschen Landen, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Was bedeuten diese Massen und die damit verbundene exzessive Zucht für die Tiere und die Verbraucher?

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Die Weihnachtsgans-Tragödie

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"Zum Festtag kommt nur das Beste auf den Tisch! Eine Gans! Kulinarischer Höhepunkt des Jahres". Ist das wirklich so, oder hat unsere Realität längst nichts mehr mit diesem Klischee zu tun?

"Zum Festtag kommt nur das Beste auf den Tisch! Eine Gans! Kulinarischer Höhepunkt des Jahres". Ist das wirklich so, oder hat unsere Realität längst nichts mehr mit diesem Klischee zu tun?

Rund 25.000 Tonnen Gänsefleisch essen die Deutschen zum Weihnachtsfest - eine Menge, die schon lange nicht mehr in Deutschland gezüchtet wird. Nur 10 Prozent stammen tatsächlich aus deutschen Landen, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Was bedeuten diese Massen und die damit verbundene exzessive Zucht für die Tiere und uns Verbraucher?

Oft werden den Gänsen drei Mal bis zur Schlachtung die Federn bei lebendigem Leibe ausgerissen, eine unvorstellbare Qual für die Tiere.

Wir fahren nach Polen und nach Ungarn, denn hier werden die Gänse für unseren Festtisch gezüchtet. Wie werden die Tiere gehalten und wie ergeht es ihnen in ihrem kurzen Leben. Wir hören von schlimmen Bedingungen bei der Zucht.

Nur 10 Prozent stammen tatsächlich aus deutschen Landen, der Rest wird aus dem Ausland importiert.

Rund 25.000 Tonnen Gänsefleisch essen die Deutschen zum Weihnachtsfest.

Reporter Michael Höft und sein Team fahren nach Polen und nach Ungarn, denn hier werden die Gänse für den Festtisch gezüchtet. Wie werden die Tiere gehalten und wie ergeht es ihnen in ihrem kurzen Leben? Es gibt Hinweise auf schlimme Bedingungen bei der Zucht. Die Tiere sollen bei lebendigem Leibe gerupft werden und auch die bei uns längst verbotene Stopfmast soll noch zur Tageordnung gehören. Ob das stimmt will das Team rausfinden.
Der Reporter Michael Höft trifft bei seiner Recherche immer wieder auf eine Mauer des Schweigens. In Ungarn werden er und sein Team von Farmern bedroht und angegriffen, denn die Kameras sollten nicht dokumentieren, dass die Gänse der Farm lebend gerupft werden. Das Team besucht Farmen und Schlachthöfe, dokumentiert die Zustände beim Transport und bei der Tötung.

Oft werden den Gänsen drei Mal bis zur Schlachtung die Federn bei lebendigem Leibe ausgerissen, eine unvorstellbare Qual für die Tiere. Die Daunen sind mittlerweile zu einem besseren Geschäft geworden, als das Fleisch zu vermarkten. Das Luxusprodukt ist heute also fast zu einem Abfallprodukt geworden. Die Daunen hingegen finden sich in teuren Winterjacken und in Kopfkissen. Die Stopfleber wird in Frankreich zu hohen Preisen gehandelt. Die Brust oder die Keulen kosten fast nichts mehr.
Doch ein Umdenken soll eingesetzt haben. Viele Farmen sollen aufs Lebendrupfen und Stopfleberproduktion verzichten, da der Druck von Tierschutzorganisationen zu groß geworden ist. So steht selbst auf den Tiefkühl-Weihnachtsgänsen für zehn Euro heute: Kein Lebendrupf! Aber stimmt das? Kann man noch mit gutem Gewissen den Weihnachtsbraten genießen?

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Fr, 4.12.2015 | 20:15 Uhr

3sat