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SENDETERMIN Fr, 15.4.2016 | 20:15 Uhr | 3sat

Ausser Kontrolle Waffen für den Terror - Gefahr für den Südwesten?

Mörderische Fanatiker schaffen es immer wieder, inmitten von Großstädten blutige Anschläge zu verüben - oft schwer bewaffnet mit Kriegswaffen, die "eigentlich" überhaupt nicht im Besitz von Privatpersonen sein dürfen. So auch in einem ruhigen Wohnviertel in Karlsruhe. Die tragischen Ereignisse zeigen: Illegale Waffen sind überall verfügbar. Wie kann das sein?

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Gefahr für den Südwesten?

Waffen für den Terror

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Kriminalhauptkommissar Emil Stark vom Polizeipräsidium Karlsruhe leitete den Einsatz während der Geiselnahme in der Karlsruher Nordstadt. Die Ermittlungen nach der Herkunft der illegalen Waffen musste Stark einstellen, nachdem sich der Täter erschossen hatte. Laut Gesetz darf gegen Tote nicht ermittelt werden.

Kriminalhauptkommissar Emil Stark vom Polizeipräsidium Karlsruhe leitete den Einsatz während der Geiselnahme in der Karlsruher Nordstadt. Die Ermittlungen nach der Herkunft der illegalen Waffen musste Stark einstellen, nachdem sich der Täter erschossen hatte. Laut Gesetz darf gegen Tote nicht ermittelt werden.

Katja G.'s Lebensgefährte, ein Gerichtsvollzieher, wurde bei einem Geiseldrama in der Karlsruher Nordstadt erschossen. Sie ist bis heute erschüttert darüber, dass sich der Täter ein ganzes Arsenal an illegalen Waffen zulegen konnte.

Silke Jakobi vom Zollfahndungsamt Baden-Württemberg. Sie fahndet nach illegalen Waffen. Hier ein sichergestellter Fund in Stuttgart. Der Großteil der Waffen stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Polizeidirektor Klaus-Dieter Tietz ist Experte für den Weg der Waffen. Im Auftrag der UN war er in Bosnien-Herzegowina. Er berichtet von horrenden Mengen an illegalen Waffen in den Händen der Bevölkerung und von illegalen Kriegswaffen-Depots.

Dubravko Campara, Leitender Oberstaatsanwalt in den Bereichen Organisierte Kriminalität und Terrorismusbekämpfung in Bosnien-Herzegowina, berichtet von den Gefahren der radikalen Islamistenszene und von einem aktuellen Waffenschmuggelfall über die sogenannte Balkanroute.

Edis Bosnic ist Mitglied und Sprecher einer Islamistengemeinde in Bosnien-Herzegowina. Er behauptet, alle Muslime würden ein weltweites Kalifat anstreben.

Jahr für Jahr stellen die Ermittlungsbehörden große Mengen an illegalen Waffen sicher, darunter sind immer häufiger Kriegswaffen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die sichergestellten Waffen werden vernichtet, wie hier durch den Waffenvernichtungsdienst in Stuttgart.

Ein Geiseldrama in der Karlsruher Nordstadt, bei dem fünf Menschen erschossen wurden, wurde mit illegalen Waffen begangen. Diese sichergestellten Waffen hatte sich der Täter illegal besorgt, darunter eine Kalaschnikow aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Ein blutiges Geiseldrama in der Karlsruher Nordstadt zeigt auf drastische Weise, was mit illegalen Waffen mitten unter uns angerichtet werden kann. Ein Tag, der ganz normal begonnen hatte, endet in einer Tragödie. Fünf Menschen müssen sterben – sie werden von dem Geiselnehmer, der sich ein ganzes Waffenarsenal beschafft hatte, erschossen. Unter diesen Waffen befinden sich eine Pumpgun und eine Kalaschnikow aus dem ehemaligen Jugoslawien. Eines der Opfer ist ein Gerichtsvollzieher. Seine Lebensgefährtin, Katja G., kommt bis heute über den Verlust des Partners nicht hinweg. Sie hat kein Verständnis dafür, wie leicht es offensichtlich ist, an illegale Waffen - darunter Kriegswaffen - zu kommen.

Auch andere Waffenschmuggelfälle in hoher Stückzahl in Stuttgart und anderswo im Südwesten zeigen, illegale Waffen sind mitten unter uns verfügbar.

Woher stammen diese Waffen? Ist der Südwesten Deutschlands – auf der Route ins restliche Europa – etwa zum Drehkreuz für den Waffenschmuggel geworden? Die Dokumentation verfolgt die brisante Spur illegaler Waffen ins ehemalige Jugoslawien, in die Islamisten-Szene, und - über die sogenannte Balkan-Route - wieder zurück in den Südwesten.