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SENDETERMIN Mi, 16.5.2018 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Arbeiten am Limit Notaufnahme - warten bis der Arzt kommt

Überfüllte Warteräume, Übergriffe auf Pflegepersonal, gestresste Patienten und Mediziner – deutsche Notaufnahmen arbeiten täglich am Rande der Belastungsgrenze. "betrifft" beleuchtet die Situation in deutschen Krankenhäusern.

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Warten bis der Arzt kommt

Notaufnahmen am Limit

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Schockraum Zentrale Notaufnahme Oberschwaben-Klinik Ravensburg: Sekunden entscheiden über Leben oder Tod.

Schockraum Zentrale Notaufnahme Oberschwaben-Klinik Ravensburg: Sekunden entscheiden über Leben oder Tod.

Dr. med. Christina Rückert: Da fließen auch mal Tränen, nicht weil die Menschen traurig sind, sondern wegen Überlastung.

Die Patientenzahl in den Notaufnahmen hat sich verdoppelt: Tendenz steigend

Dr. med. Christina Rückert, stellvertretende Leitung der Notaufnahme in Ravensburg: Wenn dann 20 - 30 Patienten gleichzeitig da sind, wird es eng - nicht nur räumlich.

Wenig Personal, viele Überstunden, lange Wartezeiten, gereizte Patienten – Alltag in deutschen Notaufnahmen. „Früher war das vielleicht einmal die Woche, dass wir gesagt haben, jetzt sind wir aber am Limit, inzwischen ist es gut und gerne täglich“, beschreibt eine Ärztin die Lage. „Betrifft“ hat im Südwesten recherchiert, hat mit Ärzten und Patienten gesprochen und Kliniken besucht, die neue Wege gehen wollen, um dem Ansturm der Patienten Herr zu werden und die Hilfesuchenden besser und schneller zu behandeln.

Die Hälfte aller Patienten könnte auch zum Hausarzt gehen

Woher kommt die Überfüllung? Es kommen doppelt so viele Patienten wie vor zehn Jahren. Gut die Hälfte könnte auch zum Hausarzt, den haben viele Patienten aber nicht mehr. Und viele wollen einfach nicht Wochen oder Monate auf einen Arzttermin warten. In der Notaufnahme gibt es die Rundumversorgung sofort. Vor Ort ist dies aber in der Regel mit langen Wartezeiten verbunden. Gerade weniger schwer Kranke bringen die dazu notwendige Geduld häufig nicht mit.

Einige Kliniken beschäftigen zum Schutz der Mitarbeitenden bereits Sicherheitsdienste, denn auch Übergriffe gehören inzwischen zum Alltag, besonders, wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind. Viele Patienten könnten auch die ärztlichen Bereitschaftsdienste nutzen. Diese werden aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit nicht ausreichend in Anspruch genommen. Stattdessen binden diese Patienten in den Notaufnahmen Kapazitäten. Unter all den Patienten den lebensbedrohlichen Notfall sofort zu erkennen, wird immer schwieriger für die meist jungen Assistenzärztinnen und -ärzte. Die Angst, Fehler zu machen, ist stets dabei. Und Fehler passieren immer wieder – mit schwerwiegenden Folgen.

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Mi, 16.5.2018 | 20:15 Uhr

SWR Fernsehen