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SENDETERMIN Fr, 4.3.2016 | 20:15 Uhr | 3sat

Gehalt vom Steuerzahler Das System Netto

Die Nummer drei unter den deutschen Discountern bietet ein großes Sortiment an Markenartikeln an. Gedrückte Personalkosten und unzählige Überstunden gehören hier dazu.

Mit mehr als 60.000 Mitarbeitern in Deutschland, mit 4.000 Filialen ist "Netto" die Nummer drei unter den deutschen Discountern

Die Nummer drei unter den deutschen Discountern

Mit mehr als 60.000 Mitarbeitern in Deutschland und 4.000 Filialen ist Netto die Nummer drei unter den deutschen Discountern. Und die Kette will wachsen, will ihre Marktanteile ausweiten. Dafür haben sich die Verantwortlichen ein ganz besonderes Konzept ausgedacht: Der Konzern aus der Nähe von Regensburg bietet vor allem ein größeres Sortiment an Markenartikeln als Mitkonkurrenten am Markt. Netto willl alles sein: mit frischer Ware, mit Bioangeboten und mit günstigen Preisen die Kunden überzeugen.

Doch woher kommen die günstigen Preise? Mit Biowaren sicherlich nicht. Betrifft-Autor Edgar Verheyen hat sich deshalb bundesweit auf Spurensuche begeben, hat Beschäftigte auch aus der Hierarchie interviewt. Das Ergebnis seiner Recherchen:
Netto kann vor allem so preiswert sein, weil Mitarbeiter bereit sind, umsonst zu arbeiten. Mitarbeiter berichten von bis zu 20 freiwilligen, unbezahlten Mehrstunden pro Woche.

Logo der Firma Netto

Bei der Firma "Netto": Lehrlinge und Praktikanten erhalten statt Tariflohn einen Zuschuss

Darüber hinaus beschäftigt Netto auch junge Leute, die ihr Gehalt über einen Bildungsträger bzw. die Bundesagentur für Arbeit bekommen. Sie erhalten keinen Tariflohn, sondern einen Zuschuss zwischen 200 und 350 Euro im Monat.
Auch sie leisten Überstunden ohne Ende, schmeißen teilweise sogar den Laden alleine, bekommen ihr Geld aber vom Steuerzahler. Methoden, mit denen der Discounter gut wettbewerbsfähig sein kann.

"betrifft" berichtet über das System Netto in Form einer Reporterreise. Betroffene erzählen teilweise anonym, weitgehend aber offen ihre Erlebnisse.


Fazit: Der Steuerzahler subventioniert in mehrfacher Hinsicht das System Netto, das sich so in eine günstige wettbewerbspolitische Position bringt.

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Fr, 4.3.2016 | 20:15 Uhr

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