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SENDETERMIN Fr, 2.2.2018 | 20:15 Uhr | 3sat

Falsches Signal Wie die Bahn beim Gütertransport versagt

LKW verstopfen die Autobahnen, Autofahrer sind verärgert; dabei verspricht die Politik seit vielen Jahren, Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen. Warum schafft es Deutschland nicht? Und warum will die Deutsche Bahn den Schienengüterverkehr noch weiter abbauen?

betrifft-Autor Hermann Abmayr zeigt, wie die Bahn heute noch mit Techniken von vorgestern arbeitet, während beim LKW modernste Technologie eingesetzt wird. Was früher noch mit der Bahn kam, wird heute oft nur noch auf der Straße angeliefert. Zum Beispiel die Bananen aus den Nordseehäfen. Dabei zeigt der Schweizer Lebensmittel-Händler Migros, dass es auch anders geht. Nicht nur in die Bananenreifereien kommen die empfindlichen Früchte auf dem Schienenweg. Die Hälfte aller Waren werden in den Zentrallagerns des Unternehmens per Bahn angeliefert.

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Falsches Signal

Wie die Bahn beim Gütertransport versagt

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Bremerhaven: Güterverladung per Schiene.
 Die meisten Güter in Deutschland werden per Lkw transportiert, nur 17 Prozent auf der Schiene

Bremerhaven: Güterverladung per Schiene.
 Die meisten Güter in Deutschland werden per Lkw transportiert, nur 17 Prozent auf der Schiene

Bremerhaven: Güterverladung per Lkw.
Die meisten Güter in Deutschland werden per Lkw transportiert, nur 17 Prozent auf der Schiene
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Lokschuppen in Wustermark bei Berlin. Die Bahn hat ihn aufgegeben, jetzt soll er neu belebt werden.


„Rollende Landstraße": In der Schweiz werden 41 Prozent der Güter auf der Schiene transportiert.


Alter Bananen-Waggon der Bahn; heute werden die Bananen in Deutschland per Lkw transportiert.


Jetzt wird in der Schweiz der Gotthard-Basistunnel eröffnet, der den europäischen Schienengüterverkehr auf der wichtigen Nord-Süd-Achse zwischen Rotterdam und Genua nach vorne bringen soll. Güterzüge müssen dann nicht mehr den zeitaufwendigen und teuren Weg über den Gotthard nehmen. Aber Deutschland hat seine Aufgaben nicht erledigt; der zugesagte viergleisige Ausbau der Rheintaltrasse wird sich um mindestens 15 Jahre verschieben. Und dies obwohl der Güterverkehr bis 2030 laut Bundesregierung um 38 Prozent steigen soll.

In der Schweiz hat die Schiene Vorfahrt. Das Land ist auch beim Güterverkehr Spitzreiter. Nur Österreich kann da mithalten. Während in Deutschland gerade einmal 17 Prozent auf der Schiene transportiert werden, sind es in Österreich 30, in der Schweiz 41 Prozent. Güter auf die Schiene, dieses Ziel hat bei den Eidgenossen Verfassungsrang. Und die Politik macht der Schweizer Bundesbahn (SBB) klare Vorgaben.

betrifft-Autor Hermann Abmayr war in der Schweiz unterwegs, aber auch in Deutschland, wo er in Bremerhaven gedreht hat oder auf dem Rangierbahnhof Wustermark bei Berlin. Die Bahn hat ihn einst aufgegeben. Heute wird er erfolgreich von einem kleineren Eisenbahnunternehmen betrieben.

In der Dokumentation kommt auch ein Spediteur zu Wort, der über die Schwierigkeiten berichtet, Güter per Bahn transportieren zu lassen. Hoffnung macht das Beispiel Reutlingen. Die schwäbische Industriestadt hat zehn Jahre lang mit der Bahn prozessiert, um das Gelände des stillgelegten Güterbahnhofs übernehmen zu können. Bald soll dort wieder Schienengüterverkehr möglich sein.

Doch wann entscheiden sich die Politik in Berlin und die Deutsche Bahn AG zu einer Wende beim Güterverkehr? Sind die Signale falsch gestellt?