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SENDETERMIN Mi, 27.9.2017 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Bittere Not trotz Boom Griechenland - Armut trotz Tourismusboom

Über 30 Millionen Urlauber werden in diesem Jahr Griechenland besucht haben, mehr als jemals zuvor. Seit Reiseziele wie die Türkei nicht mehr gefragt sind, kommen die Urlauber in Scharen. Davon profitieren vor allem die Touristik-Konzerne, die Fluglinien und die Hotelketten – weniger aber die Menschen im Land. Sie finden allenfalls Saisonarbeit zum Billiglohn. Hinzu kommen immer neue Sparmaßnahmen und Rentenkürzungen. Laut einer aktuellen Statistik lebt ein Viertel der griechischen Bevölkerung in einer „schweren materiellen Notlage“ – in Armut also.

Die bittere Not der Einheimischen

Während die Armut in der gesamten EU leicht rückläufig ist, hat sich die Armutsquote in Griechenland seit 2008 fast verdoppelt. Auf der Ferieninsel Rhodos beginnt die Armut gleich hinter dem Strand, dort, wo die Köche, die Kellner und die Zimmermädchen leben. In der Hafenstadt Patras hungern viele – Rentner, aber auch junge Menschen, die sich einen bescheidenen Wohlstand aufgebaut hatten und die durch die Krise in Griechenland alles verloren haben.

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Griechenland - Armut trotz Tourismusboom

Alltag zwischen Billiglohn und Sparmaßnahmen

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Touristenmagnet Akropolis: Für die Krise interessieren sich die Urlauber kaum.

Touristenmagnet Akropolis: Für die Krise interessieren sich die Urlauber kaum.

In Athen verfallen inzwischen ganze Straßenzüge.

Bei Hilfsorganisationen werden gespendete Medikamente sortiert. Viele Griechen können lebensnotwendige Medikamente nicht mehr bezahlen.

Die Touristen auf Rhodos bekommen von der Armut in Griechenland nichts mit.

Besonders schlimm ist die Situation in der Hauptstadt Athen. „betrifft“ begleitet Erwin Schrümpf von der privaten Hilfsorganisation „Griechenlandhilfe“ und trifft mit ihm verzweifelte Menschen aus dem ehemaligen griechischen Mittelstand. Viele haben keine Krankenversicherung mehr, sind auf Medikamente angewiesen, die die „Griechenlandhilfe“ an Sozialzentren verteilt. Auf der Insel Lesbos leben nach wie vor Flüchtlinge. Ihnen geht es noch schlechter als den Einheimischen. Wer registriert ist, darf tagsüber das umzäunte und bewachte Flüchtlingslager verlassen. Doch eine Weiterreise ist unmöglich. Früher war Lesbos Touristenhochburg, heute kommen hier nur noch wenige Gäste. Die Bilder der Flüchtlingskrise von 2015 schrecken die Urlauber ab – auch heute noch.

Sendung vom

Mi, 27.9.2017 | 20:15 Uhr

SWR Fernsehen