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SENDETERMIN Fr, 20.7.2018 | 20:15 Uhr | 3sat

Was hilft gegen das Risiko? Gefährliche Bluttransfusionen

In deutschen Operationssälen werden pro Jahr über vier Millionen Bluttransfusionen gegeben. Seit einigen Jahren verdichtet sich ein Verdacht: Transfusionen helfen zwar Leben retten, können aber auch gefährliche Nebenwirkungen haben. Es gibt deutlich mehr Komplikationen nach Operationen, Krebserkrankungen können zurückkehren oder viele Jahre später auftreten. Die Fachwelt weiß dies schon länger. SWR-Recherchen haben es 2014 in dem Film Böses Blut an die Öffentlichkeit gebracht, in dem auch Alternativen aufgezeigt wurden. Mit dem Patient Blood Management lässt sich durch gezielte Maßnahmen vor größeren Operationen ein großer Teil der Transfusionen einsparen.

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Was hilft gegen das Risiko?

Gefährliche Bluttransfusionen

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Im Schnitt werden in Deutschlandt 4-5 Millionen Transfusionen pro Jahr, also geschätzte 4 Millionen Liter Blut verbraucht

Im Schnitt werden in Deutschlandt 4-5 Millionen Transfusionen pro Jahr, also geschätzte 4 Millionen Liter Blut verbraucht

Im Schnitt werden in Deutschlandt 4-5 Millionen Transfusionen pro Jahr, also geschätzte 4 Millionen Liter Blut verbraucht

Das Land der OP-Weltmeister verbraucht 4-5 Millionen Transfusionen pro Jahr, also geschätzte 4 Millionen Liter Blut. Je mehr Beutel gegeben wurden, desto sicherer fühlten sich die meisten Ärzte.

Zwei Jahre später fragt betrifft: Was hat sich seither getan? Zwar haben sich mehr und mehr Kliniken der Blutsparinitiative angeschlossen, im weitaus größten Teil der Krankenhäuser werden die neuen Erkenntnisse allerdings nach wie vor nicht umgesetzt. Keine Frage: Nach Unfällen und großen Operationen mit unvorhersehbarem Blutverlust helfen die Konserven, Leben zu retten. Einen routinemäßigen und gedankenlosen Einsatz von Blutbeuteln bei planbaren Operationen dürfte es heute eigentlich nicht mehr geben.


Der Film von Ulrike Gehring begleitet eine Gruppe von Ärzten, die nicht hinnehmen wollen, dass es nach wie vor zu unnötigen Komplikationen oder sogar Todesfällen kommt, die durch konsequente Anwendung des Patient Blood Management vermieden werden könnten. Die Mediziner haben neue und umfangreiche Studien durchgeführt, die das von Bluttransfusionen ausgehende Risiko untermauern. Und sie fordern, dass auch die Gesundheitspolitik reagieren muss, damit sich die neuen Erkenntnisse auch in allgemeinen Behandlungsrichtlinien niederschlagen und damit überall Standard werden.

v.l.n.r. Klaus Rinkel (Vorsitzender Landesverband BW Hartmannbund), Redakteur Achim Streit, Autorin Ulrike Gehring, Kai Zacharowski (Uniklinik Frankfurt), Klaus Reinhardt (Vorsitzender Hartmannbund)

v.l.n.r. Klaus Rinkel (Vorsitzender Landesverband BW Hartmannbund), Redakteur Achim Streit, Autorin Ulrike Gehring, Kai Zacharowski (Uniklinik Frankfurt), Klaus Reinhardt (Vorsitzender Hartmannbund)

Redaktions-Hinweis

Die betrifft-Dokumentation "Gefährliche Bluttransfusionen - Was hilft gegen das Risiko" von Ulrike Gehring ist am 04.11.2016 in Berlin mit dem Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes ausgezeichnet worden.