Bitte warten...

SENDETERMIN Di, 12.6.2012 | 1:00 Uhr | SWR Fernsehen

Alter, Krankheit, Lebenskrise Betreut und betrogen?

Plötzlich auf andere angewiesen sein. Jeden kann das treffen. Und immer öfter kommen dann Betreuer zum Einsatz. Doch manchmal wird eine Betreuung auch gegen den Willen des Betroffenen und dessen Angehörigen eingerichtet.

Die Familie konnte es nicht verhindern: Margarete A. wollte zu Hause sterben, kam aber in ein Heim.

Die Familie konnte es nicht verhindern ...

Wolfgang A. begreift bis heute nicht, wie das passieren konnte. Er hatte seiner schwer kranken Mutter versprochen, sie bis zu ihrem Tod zu pflegen. Sie wollte, wenn es zu Ende ging, zuhause bleiben, in den eigenen vier Wänden sterben. So war es in der Familie verabredet und diesen Willen hatte sie auch schriftlich erklärt. Doch dies alles nutzte nichts.

Nachdem es Konflikte zwischen dem Sohn und dem Pflegedienst der alten Dame gegeben hatte, wurde das örtliche Vormundschaftsgericht auf den "Fall" aufmerksam. Die Mühlen der staatlichen Fürsorge setzten sich in Gang. Eine Berufsbetreuerin wurde vom Gericht eingesetzt. Diese hatte nun die Befugnis, über den Lebensmittelpunkt von Frau A. zu entscheiden. Kurzerhand wurde sie von der Betreuerin in ein Pflegeheim verlegt, gegen ihren Willen und den ihrer Familie. Dort starb sie wenige Monate später.

Alter, Krankheit, Lebenskrise - plötzlich auf andere angewiesen sein. Jeden kann das treffen. Und immer öfter kommen dann Betreuer zum Einsatz. Weil es keine Angehörigen gibt oder diese überfordert sind und die Verantwortung scheuen. Doch manchmal wird eine Betreuung auch gegen den Willen des Betroffenen eingerichtet. Was als staatliche Hilfe gedacht war, gerät dann nicht selten zum Desaster. Und das, obwohl das Betreuungsgesetz ausdrücklich vorschreibt, den Willen des Betroffenen in den Vordergrund zu stellen und staatliche "Zwangsbeglückung" - etwa durch eine Heimunterbringung - nur im äußersten Notfall vorzunehmen.

„Hier ist mein Zuhause - nicht das Heim“

"Hier ist mein Zuhause - nicht das Heim" ...

Die Wirklichkeit sieht nicht selten anders aus, wenn Sozialprofis irgendwie schnell regeln. Weil sie keine Zeit haben oder genauer hinzuschauen nicht bezahlt wird.

Dörte Schipper und Gregor Petersen haben für ihren Film engagierte Betreuer getroffen, die verantwortlich mit ihrer Aufgabe umgehen, aber auch Menschen, die gegen ihren Willen ins Räderwerk staatlicher Bürokratie geraten sind und sich dagegen nicht wehren konnten.

Sendung vom

Di, 12.6.2012 | 1:00 Uhr

SWR Fernsehen

Mehr zum Thema im WWW: