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Plötzlich zischt und brodelt es

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Kantig, klar und kühl - das neue Erlebniszentrum Andernacher Geysir. Nicht ganz einfach zu erkennen: Das Gebäude soll von Wasser gespaltenes Vulkangestein darstellen. Denn auch wenn es kaum vorstellbar ist, tief in der Erde brodelt es hier gewaltig. Am Rande der Eifel ist in Andernach der Vulkanismus noch spürbar. Mit einem Vulkanausbruch muss heute zwar niemand mehr rechnen, aber aus den Tiefen der Erde steigen immer noch Gase hervor. Diese sind die Voraussetzung für den Geysir.

Kantig, klar und kühl - das neue Erlebniszentrum Andernacher Geysir. Nicht ganz einfach zu erkennen: Das Gebäude soll von Wasser gespaltenes Vulkangestein darstellen. Denn auch wenn es kaum vorstellbar ist, tief in der Erde brodelt es hier gewaltig. Am Rande der Eifel ist in Andernach der Vulkanismus noch spürbar. Mit einem Vulkanausbruch muss heute zwar niemand mehr rechnen, aber aus den Tiefen der Erde steigen immer noch Gase hervor. Diese sind die Voraussetzung für den Geysir.

Im Erlebniszentrum gehen wir zusammen mit Marisa, Hendrik und ihrem Opa Christof den Andernach-Gasen auf den Grund. Hendrik hat Andernach sofort auf der Karte gefunden.

Gebannt verfolgen Marisa und Hendrik eine Animation. Richtig vorstellen können sie es sich nicht, aber vor 13.000 Jahren gab es in der Eifel tatsächlich Vulkanausbrüche.

Auf dem Globus spürt Marisa es natürlich nicht, aber an einigen Stellen auf der Erdoberfläche merkt man, dass in ihrem Inneren heißes Gestein kocht. Vulkanausbrüche, Erdbeben und heiße Quellen sind die äußeren Zeichen dieser Aktivität. In Andernach merkt man es am Kohlendioxid, einem Gas, das aus der Erde steigt. 4.000 Meter unter der Erdoberfläche löst es sich aus glühendem, flüssigem Gestein – dem Magma. Von dort steigt es auf und zwängt sich durch Ritzen und Spalten in den Erdschichten nach oben.

Die Gesteinsschichten sind unterschiedlich fest. Deshalb kann das Gas nur an einigen Stellen noch oben dringen. Beim Härtetest wird’s deutlich: Hendrik schaut verblüfft zu wie Marisa ein winziges Loch in den harten Brocken bohrt. Beim Stein daneben ging's doch noch ganz leicht.

Irgendwann treffen die aufsteigenden Gas-Teilchen dann auf Schichten, die Wasser führen. Darin löst sich das Gas auf und wird mitgeführt. Mit viel Kraft tritt Hendrik auf die Fußpumpe – dann glucksen die Gasblasen durch die Röhre nach oben.

Für die Geschwister ein Riesenspaß: Ein Luftstrom von unten drückt den Ball nach oben und hält ihn über ihren Köpfen schwebend in der Luft. So ähnlich kann man sich das aufsteigende Kohlendioxid im Wasser vorstellen.

Vom Dach des Erlebniszentrums blicken Hendrik, Marisa und ihr Opa direkt auf den Rhein. Nach soviel Theorie wollen sie endlich den Geysir sehen. Dahin kommt man aber nur mit dem Schiff. Das muss doch schon bereit stehen.

Und tatsächlich, es geht ganz schnell: Schwuppdiwupp sind die drei an Bord.

Die Schifffahrt zum Geysir dauert zehn Minuten. Vor der malerischen Kulisse des Mittelrheintals geht’s zur Halbinsel "Namedyer Werth".

Zunächst wirkt die Anlage ziemlich unspektakulär. Doch nicht mehr lange.

Plötzlich zischt und brodelt es, und schon schießt die erste Fontäne aus dem Boden: Der Geysir "springt". Und wenn man nach einigen Sekunden denkt, alles sei schon vorbei, fängt er erst richtig zu spucken an.

Wie bei einer überlaufenden Sprudelflasche spritzt das Wasser aus dem Geysir. Marisa und Hendrik sind begeistert. Der Geysir macht nicht nur ein riesen Getöse, sie werden auch ein bisschen nass dabei.

Nach ungefähr 10 Minuten ist das Schauspiel vorbei. Zurück bleibt nur etwas milchig aussehendes Wasser. Vorsichtig linsen Hendrik und Marisa in die Öffnung des Geysirs. Man kann ja nie wissen, ob’s nicht vielleicht doch gleich wieder lostost. Aber keine Sorge, der Geysir braucht ungefähr 100 Minuten um den nötigen Druck für den nächsten Ausbruch wieder aufzubauen.

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