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Laichinger Tiefenhöhle Abstieg in eine fremde Welt

Wer sich auf eine Reise ins Innere der Erde begeben will, kann in der Laichinger Tiefenhöhle damit beginnen. Rund 650 Stufen führen den Besucher zum Seeigelgang, zu Überresten versteinerter Schwammriffe und zu einem unterirdischen "Wasserfall".

Laichinger Tiefenhöhle, Kleine Halle

Steile Eisentreppen führen ins Innere der Höhle

Ihre Gänge und Schächte sind insgesamt 1.250 Meter lang, sie ist 80 Meter tief und ist die einzige begehbare Schachthöhle Deutschlands: die Laichinger Tiefenhöhle im Alb-Donau-Kreis. Das Wasser bahnte sich während vieler Jahrtausende seinen Weg durch das Gestein, und so entstanden dort 13 röhrenförmige, vertikal verlaufende Schächte. Auf Eisentreppen gelangt man bis zu 55 Meter in die Tiefe.

Sandhalle und Streuselkuchengang

Wer sich darauf freut, riesige Tropfsteine zu entdecken, hat leider Pech. Denn die Höhle besticht mit ihren ganz eigenen Besonderheiten: Ob "Seeigelgang", "100-Meter-Schacht" oder "Sandhalle" - der Besucher befindet sich in einer ihm fremden Welt.

An den Wänden erinnern die Überreste versteinerter Schwammriffe an die Vergangenheit dieses Ortes. Im so genannten "Streuselkuchengang" erkennt jeder sofort, warum dieser so heißt: Dicht nebeneinander reihen sich kleine, kugelartige Perlen. Wände und Decke sind von Perlsinter überzogen, also von Kalkablagerungen aus dem fließenden oder tropfenden Wasser.

Von der Großen Halle aus führen horizontale Gänge weit in die Höhle hinein. Sie ist eine der wenigen großen Höhlenhallen der Schwäbischen Alb. Hier fühlen sich Kinder und Erwachsene wie Zwerge. Der Aufstieg über 40 Meter am Ende der unterirdischen Tour belohnt Sie mit einigen schönen Details. Denn wenn es auch sonst nur wenig Tropfsteine in der Tiefenhöhle gibt, befindet sich hier mit dem "Wasserfall" eine besonders schöne Steinformation.

Führung oder Erkundung auf eigene Faust

Sonntags und nach Vereinbarung bietet der Höhlen- und Heimatverein Laichingen kostenlose Führungen an. An den anderen Wochentagen ist auch eine Erkundung auf eigene Faust möglich. Jeder kann hier etwas lernen; dafür sorgt unter anderem die Infobroschüre, die die Besucher in die Hände gedrückt bekommen.

Laichinger Tiefenhöhle, Große Halle

Die "Große Halle"

Aber Vorsicht: der Gang in die Tiefe führt über steile Treppen. Denken Sie also an festes Schuhwerk, außerdem ist ein Pullover zu empfehlen. Denn in Höhlen herrschen selbst im Sommer konstante 8° Celsius!

Wer die vielen Eindrücke festhalten und mit nach Hause nehmen will, kann dies gerne tun - fotografieren ist in der Höhle erlaubt! Auch eine starke Taschenlampe bietet sich an, kann man damit doch einige unbeleuchtete Winkel der Höhle entdecken.

Trockental und Höhlenbär

Im Eingangsgebäude der Tiefenhöhle befindet sich ein Höhlenmuseum, in dem neben dem Skelett eines Höhlenbären vieles zur geologischen Geschichte der Schwäbischen Alb und dem nahezu unbekannten Lebensraum Höhle zu sehen ist.

Seit dem vergangenen Jahr befindet sich dort angeschlossen an das Museum auch eine Infostelle zum Nationalen Geopark Schwäbische Alb. Dort erhalten Besucher spannende Informationen rund um den Geopark und die Geotope der Schwäbischen Alb.

Auch ein rund elf Kilometer langer Karstwanderweg, der gleich neben der Höhle beginnt, hat eindrucksvolle Naturdenkmäler zu bieten: Dolinen, ein ausgetrocknetes Flusstal und der "Hohle Stein" sind Zeugen vergangener Zeiten.

Für Kinder ist nach dem Höhlenbesuch der direkt neben der Tiefenhöhle gelegene große Spielplatz vielleicht die größere Attraktion. Der mit Grillstellen und großer Spielwiese ausgestattete Spielplatz bietet Gelegenheit, den ganzen Tag dort zu verbringen.

Fliegende Wintergäste

Von der Karwoche an, also der Woche vor Ostern, bis zum Ende der Herbstferien in Baden-Württemberg kann man die Tiefenhöhle erkunden, ehe sie für die Wintermonate geschlossen wird. Denn dann kommen die tierischen Besucher der Tiefenhöhle: Bis zum nächsten Frühjahr ist diese unterirdische Welt das Reich der Fledermäuse, die die Höhle als Winterquartier in Beschlag nehmen.

Ein Besuch in dieser Zeit ist trotzdem möglich - die virtuelle Laichinger Tiefenhöhle und das virtuelle Höhlenmuseum haben 24 Stunden und 365 Tag im Jahr geöffnet.

Laichinger Tiefenhöhle

Höhlen- und Heimatverein Laichingen e.V.

Postfach 1367
89146 Laichingen
Telefon:
07333/5586
anmelden@tiefenhoehle.de
Laichinger Tiefenhöhle

Höhlen- und Heimatverein Laichingen e.V.

Öffnungszeiten:

Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

Lage:

Die Tiefenhöhle befindet sich etwa einen Kilometer südlich von Laichingen.