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Bettina Gräfin Bernadotte Frischer Wind für die Blumeninsel

Wenn Bettina Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau schwärmt, kommt das von ganzem Herzen. Hier ist die 32-Jährige mit ihren vier Geschwistern aufgewachsen. "Für uns Kinder war es paradiesisch", sagt sie. Doch die Insel ist nicht nur Idylle, sondern das bedeutendste touristische Einzelunternehmen am Bodensee. Gräfin Bettina hat die Firma modernisiert.

Bettina Gräfin Bernadotte

Bettina Gräfin Bernadotte

Dass sie mal die Insel-Chefin werden würde, war so nicht geplant. Gräfin Bettina, die neben Schwedisch noch Englisch, Französisch und Spanisch spricht und Grundkenntnisse in Italienisch und Portugiesisch besitzt, absolvierte ganz klischeehaft adelig zunächst diverse Sprachpraktika in Florenz und Madrid und studierte dort auch Kunstgeschichte. Doch das war ihr nicht genug. "Und dann habe ich für mich beschlossen, okay, Kunstgeschichte macht viel Spaß, aber das muss ich in den Bereich der Hobbys verlegen. Ich brauche für mein tägliches Leben mehr Action."

Eine fast normale Kindheit

Gruppenfoto von Familie Bernadotte

Familie Bernadotte 2004

Gräfin Bettina und ihre Geschwister wuchsen zwar auf der Insel auf, besuchten aber ganz normale öffentliche Schulen in Konstanz und hatten dort ihre Freunde und Hobbys. Und obwohl man zur schwedischen Königsfamilie gehört, geht es bei ihnen nicht besonders adelig zu. Aber der Familie und Insel verpflichtet sind die Kinder schon: "Wir waren gleichzeitig immer in dem Bewusstsein, dass wir hier zu der Unternehmerfamilie gehören, und deshalb auch immer die Familie und alles, was man damit assoziiert - die Geschichte, die Tradition und auch die Verantwortung, das Unternehmen - repräsentieren. Das ist für ein Kind von elf, zwölf, dreizehn Jahren schon etwas Besonderes."

Schwedische Wurzeln

Gräfin Sonja und Gräfin Bettina vor einem 81 m langen, mit Kirschbäumen und Blumen bepflanzten Tisch

Gräfin Bettina und ihre Mutter vor dem "Tavola verde"

Und dann wären da noch die schwedischen Wurzeln der Gräfin. Das ist mehr als nur ein Pass. Sie fühlt sich Schweden emotional sehr verbunden. Schon als Kind las sie schwedische Comics, lernte schwedische Lieder und verbrachte viele Sommerferien in Schweden. Eine besondere Vorliebe hat sich bis heute gehalten: die für das schwedische Frühstück.

Das Ende der alten Zöpfe

Für die Restrukturierung der Insel Mainau musste Gräfin Bettina alte Zöpfe abschneiden. Aus vielen Abteilungen formte sie drei "Profitcenter", installierte ein "Risikomanagement", die Entscheidungen trifft ein "Executive Board". Und sie musste Personal entlassen. Fast 40 Ganzjahresstellen wurden gestrichen, darunter viele von langjährigen und bewährten Mitarbeitern. Für die Gräfin keine leichte Situation: "Das war eine ganz furchtbare Zeit, diese Gespräche zu führen. Wenn man so eine Umstrukturierung macht, geht’s gar nicht um Namen, aber wenn man einen Bereich umstrukturiert, in dem nur drei Personen arbeiten, da stehen nur drei Namen. Das weiß man auch, da braucht man nicht in irgendein Organigramm zu gucken. Und man denkt, einen von denen wird es wohl erwischen. Das ist furchtbar."

Neue Ideen

Rosengarten, Schlosskirche und Glashaus auf der Insel Mainau

Arbeitsintensive Idylle

Etwa 150 ganzjährig Beschäftigte und ebenso viele Saisonkräfte gibt es noch auf der Insel Mainau. Alle haben mehr Verantwortung und mehr Mitspracherechte. So gibt es zum Beispiel einen Ideenzirkel, zu dem alle eingeladen sind, vom Gärtner über den Koch bis zur Buchhalterin. Hier darf man rumspinnen, Ideen vorschlagen zum Jahresmotto und für praktische Verbesserungen. Gräfin Bettina ist begeistert: "Da kommen dann auch so ganz verrückte Ideen wie das Sauwetterprogramm zum Beispiel. Weil man immer die Assoziation hat: Wenn’s regnet, will niemand kommen. Was können wir also tun, um es attraktiv zu machen? Da haben wir jetzt ein Sauwetterprogramm, währenddessen man eine Schlossführung mitmachen kann oder eine Führung hinter den Kulissen. Und die Kinder können basteln und malen."

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