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Museumstipp: Bahnhof Rolandseck Klassizistisches Juwel am Rhein

Vor 150 Jahren traf sich am Bahnhof Rolandseck in Remagen alles, was in Europa Rang und Namen hatte. Dann geriet der Prachtbau in Vergessenheit, bis ihn in den 1970er-Jahren Künstler für sich entdeckten. Heute ist der Bahnhof Rolandseck eine etablierte Adresse in der Kunstwelt und Heimat des Arp-Museums.

Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Toilette

Die Toilette

Kundige Kunstfreunde drängt es sofort zum "Stillen Örtchen": Der britische Künstler Stephen McKenna hatte das völlig heruntergekommene Bahnhofsklo 1972 als Dank für Kost und Logis im noch jungen, ungeheuer freien und kreativen "Künstlerbahnhof" so bunt und interessant ausgemalt, dass die Besucher dort fortan ein paar Minuten länger als nötig verweilten.

Luxuriöse Adresse für elegante Gäste

Es war immer schon eine besonders feine Adresse für die Ruhrbarone, die vor anderthalb Jahrhunderten mit der gerade erst erbauten Eisenbahn in wenigen Stunden zur Sommerfrische an den romantischen Rhein in Sichtweite des Siebengebirges dampfen konnten.

Bahnhof Rolandseck von außen

Das Bahnhofsgebäude

Kein Wunder, dass das oberste Stockwerk des klassizistischen Musterbahnhofs gleich als luxuriöser Ballsaal konzipiert wurde. Bismarck und Brahms zählten zu den Gästen, Königin Victoria von England und Kaiser Wilhelm II.

"Wunderkammer Bahnhof"

Ein Jahrhundert später waren nicht nur die festlichen Bälle längst Geschichte – auch die Bundesbahn brauchte keinen Bahnhof mehr. Es schlug die Stunde des ebenso kunstsinnigen wie mittellosen Exzentrikers Johannes Wasmuth, der die "Wunderkammer Bahnhof" öffnete. Wie von selbst versammelte er Musiker und Maler, Schriftsteller und Schauspieler in seinem angemieteten "Künstlerbahnhof". Und das Erbe des Künstlerpaares Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Politiker aus dem nahen Bonn gesellten sich dazu, und Helmut Kohl, damals Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, sicherte die Zukunft der "Wunderkammer Bahnhof Rolandseck" als Museum und Musentempel.

Die in der internationalen Kunst- und Kulturwelt längst etablierte Adresse am Fuße des romantischen Rolandsbogens bei Bonn ist inzwischen Heimat des Arp-Museums, das 2007 auf den Rheinhöhen oberhalb des Bahnhofs eröffnet wurde.

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Rundgang durch den Künstlerbahnhof

In Detailansicht öffnen

Das Bahnhofsgebäude von außen

Das Bahnhofsgebäude von außen

Im Sockelgeschoss

Toilette mit den Ausmalungen von Stephen McKenna

Toilettenausmalungen von Stephen McKenna

Im Festsaal

Blick von der Ausstellungsebene auf die Umgebung


Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1
53424 Remagen
Telefon:
0 22 28/94 25 0
Telefax:
0 22 28/94 25 21
info@arpmuseum.org
www.arpmuseum.de/

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 11.00 bis 18.00 Uhr.

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