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Kunsthandwerker und Unternehmer Johann Michael Stumm (68.)

Virtuoser Orgelbauer aus dem Hunsrück

Gewaltige Klänge zum Lobpreis Gottes

Orgeln von Stumm: Klänge, die zwei Jahrhunderte lang aus dem Hunsrück drangen und bis heute zauberische Wirkung entfalten! 370 Orgeln verließen die Werkstatt der Stumms in Sulzbach, einem Dorf im Hahnenbachtal zwischen Mainz und Trier. Der große Orgelbauer Andreas Silbermann ermutigte den Erzvater der Dynastie, Johann Michael Stumm, das Handwerk des Orgelbauers zu erlernen. 1722 schuf er mit seinem ersten Instrument die Grundlage für ein florierendes Unternehmen, das sieben Generationen lang Bestand haben sollte und sich allerhöchster Wertschätzung erfreute. 140 Orgeln blieben erhalten: musik- und kunsthistorische Raritäten von unverwechselbarem Klang. Ihnen werden singende Prinzipalpfeifen, weiche Flöten, rauchig klingende Gedeckte und kräftige Tonzungen nachgesagt. Daneben zeichnen sich Stumm-Orgeln durch handwerkliche Gediegenheit und ein harmonisches Äußeres aus: Ihr optischer Gesamteindruck ist unverwechselbar. „Dies Orgel solle Gott allein, zu seinem Lob gewidmet sein“: so lautet die Widmung, welche die Stumms ihren Werken mit auf den Weg gaben. Um 1900 erlosch die Dynastie. Die herrlichen Hunsrücker Instrumente sind jedoch bis heute nicht verstummt.



Lebenslauf
10. April 1683Johann Michael Stumm wird in Sulzbach/Hunsrück als sechstes Kind des Schmiedes Christian Stumm geboren
Er absolviert drei Lehren: zum Schmied, Goldschmied und Orgelbauer.
1706Heirat mit Eulalia Gertraude Laux
1747 Tod des Johann Michael Stumm
bis 1920Vier Söhne und weitere fünf Generationen führen den Familienbetrieb fort.

Meilensteine
1714Johann Michael Stumm gründet in Sulzbach seine eigene Orgelbau-Werkstatt.
1722Die erste Stumm-Orgel entsteht in Münstermaifeld. Fortan werden Kirchen beider Konfessionen, Abteien, Adelshöfe und Residenz-Städte im Rheinland, der Pfalz, an der Saar und im Odenwald Kunden der Stumms. Berühmte Orgeln entstehen.
1740in Sobernheim
1748in der Schlosskirche in Kirchheimbolanden, „Mozartorgel“
1767 bis 1768in der Schlosskirche zu Meisenheim
1769in der Koblenzer Stiftskirche St. Kastor
1773in der Mainzer Augustinerkirche
1774 bis 1782in der Benediktinerabtei Amorbach/Odenwald
1896Die letzte Sulzbacher Orgel wird in Niederhosenbach aufgestellt.
1920Die Sulzbacher Firma erlischt.

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Johann Michael Stumm durch einen Lotteriegewinn zum Orgelbauer wurde? Er hatte eine kleine Handorgel gewonnen und musste sie reparieren.

dass...
laut Johann Sebastian Bach "niemand eine wahre Orgel bauen könne, ohne eine bestimmte Gnade Gottes. Ein Stück von der Seele eines Musikers müsse in den Pfeifen eingeschlossen werden, ehe sie recht zu sprechen und zu singen anfangen könnten".

dass...
die Stumm-Orgeln unverwechselbare äußere Merkmale aufweisen? Die Spielanlage ist immer seitlich neben den Orgelpfeifen aufgestellt und auch der optische Gesamteindruck ist besonders harmonisch und typisch.


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Johann Michael Stumm

  • Sulzbach

    Geburtshaus des Firmengründers Johann Michael Stumm
    Historische Werkstatt
    Wohnhaus des letzten Orgelbauers Friedrich Stumm (gestorben 1891)
     

Links

Buchtipp:

Autor: Bösken, Franz
Titel: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins, in 2 Bdn.
Verlag: Schott Mainz
Erscheinungsdatum: keine Angabe
ISBN: 978-3-7957-1342-3
Preis: 98,00 €