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Helmut Kohl - Stationen eines Lebens

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Jüngster Ministerpräsident: Der 39-jährige Helmut Kohl bei seiner Vereidigung zum rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten 1969. Er reformiert zügig das völlig überholte Schulsystem im Land und strafft die öffentliche Verwaltung. Der junge Kohl gilt in der CDU als Reformer.

Jüngster Ministerpräsident: Der 39-jährige Helmut Kohl bei seiner Vereidigung zum rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten 1969. Er reformiert zügig das völlig überholte Schulsystem im Land und strafft die öffentliche Verwaltung. Der junge Kohl gilt in der CDU als Reformer.

Ewige Widersacher: Besonders zu schaffen macht dem CDU-Vorsitzenden Kohl der Chef der Schwesterpartei CSU, Franz-Josef Strauß. Als Strauß bei der Bundestagswahl 1980 als Kanzlerkandidat scheitert, ist der Weg für Kohl frei.

Am Ziel: Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition wird Kohl am 1. Oktober 1982 als sechster Bundeskanzler vom damaligen Bundestagspräsidenten Richard Stücklen (CSU) vereidigt.

Am 7. September 1987 empfängt Kohl den Staatsratvorsitzenden und SED-Generalsekretär Erich Honecker in Bonn. Es ist der erste offizielle Besuch eines DDR-Staatsoberhauptes in der Bundesrepublik.

Drei Jahre später gilt Kohl als "Kanzler der Einheit": Hannelore und Helmut Kohl mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei der Feier zur deutschen Wiedervereinigung am 3.10.1990 in Berlin.

Abgang nach 16 Jahren Kanzlerschaft: Nach der Niederlage bei der Bundestagswahl am 27. September 1998 tritt Kohl von der großen politischen Bühne ab. Er gibt auch den Parteivorsitz ab. Ein ruhiges Leben als "elder statesman" ist ihm nicht vergönnt. Der Altkanzler wird bald im Zentrum der CDU-Parteispendenaffäre stehen.

Einer der letzten gemeinsamen Auftritte als Ehepaar: Helmut Kohl und seine Frau Hannelore am 8. September 1999 bei einer Gala im Berliner Friedrichstadtpalast. Kohl wird für seine Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung ausgezeichnet.

Der Tiefpunkt: Helmut Kohl muss am 13. Dezember 2001 zum vierten Mal vor den Untersuchungsausschuss des Bundestags zur CDU-Spendenaffäre. Der Altkanzler hat eingeräumt, etwa 1,5 Millionen Mark an Spenden angenommen zu haben, die nicht in den Büchern der CDU verzeichnet sind. Er weigert sich, die Namen der Spender zu nennen. Damit stürzt Kohl die Partei in ihre schwerste Krise. Es kommt zum Bruch mit zahlreichen alten Freunden und Weggefährten.

Der nächste Tiefschlag: Am 6. Juli 2001 nimmt sich Kohls Ehefrau nach 41 Jahren Ehe das Leben. Hannelore Kohl litt seit langem an einer unheilbaren Lichtallergie und in deren Folge an schweren Depressionen. Im Bild: Kohl auf dem Weg zur Trauerfeier im Speyerer Dom, gemeinsam mit seinen Söhnen Peter (vorne links) und Walter (halb verdeckt) und deren Ehefrauen.

Neues privates Glück: Am 8. Mai 2008 heiratet Kohl im Alter von 78 Jahren seine Lebensgefährtin Maike Richter. Die Zeremonie fand in einer Heidelberger Klinik statt, in der sich Kohl von einem schweren Sturz erholt. Seit 2005 hatten sich Kohl und die 34 Jahre jüngere Volkswirtin als Paar in der Öffentlichkeit gezeigt, hier bei einer Gala in Mannheim.

Leises Comeback: 2009 jährt sich der Fall der Mauer zum 20. Mal und Helmut Kohl steht wieder öfter im Rampenlicht. Hier gemeinsam mit dem früheren US-Präsidenten George Bush senior am 31. Oktober bei einer Feierstunde der Konrad-Adenauer-Stiftung ...

... oder bei der Verleihung des Hanns Martin Schleyer-Preises in Stuttgart.

Öffentliche Auftritte des Altkanzlers - wie an seinem 80. Geburtstag am 3. April 2010 als er sich kurz den Gratulanten zeigt - sind aber selten. Er ist gesundheitlich schwer angeschlagen: 2008 stürzt er in seinem Wohnhaus und erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Im Januar 2010 wird ihm die Gallenblase entfernt. Das Sprechen und das Laufen falle ihm immer noch schwer, sagte Kohl in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag.

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