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WHO-Grenzwerte reihenweise überschritten Der Südwesten im Feinstaub-Check

Feinstaub ist eine Gefahr für die Gesundheit. Zwar liegt keine Stadt in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg - aufs Jahr gerechnet - über den Feinstaub-Grenzwerten der EU. Aber nimmt man die deutlich schärferen Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Maßstab, zeigt sich ein anderes Bild.

WHO hält EU-Grenzwerte für Feinstaub für zu niedrig

Die WHO-Vorgabe von 10 µg/m3 für Feinstaub (PM2.5) überschreiten eine ganze Reihe von Städten in den beiden Bundesländern. Neben großen Städten mit viel Verkehr wie Stuttgart oder Mainz sind auch Orte wie Pforzheim, Schramberg und Trier dabei. Sie alle liegen über dem Grenzwert der WHO.

Offiziell werden diese Überschreitungen jedoch gar nicht erfasst. Denn es gilt der Grenzwert von 25 µg/m3. Diesen hat die EU festgelegt und nach dem wird in Deutschland gemessen. Bei darunter liegenden Werten besteht also laut Europäischer Union kein Grund zur Sorge.

Doch die WHO ist anderer Meinung, sie hält die Grenzwerte der EU für viel zu hoch und empfiehlt deshalb 10 µg/m3. Allerdings ist das nur eine Empfehlung und keine gesetzliche Verpflichtung.

Viele Orte im Südwesten über den WHO-Vorgaben

Ähnlich sieht es bei PM10 aus: Der gültige EU-Grenzwert liegt bei 40 µg/m3. Die WHO empfiehlt dagegen 20 µg/m3. Diesen Wert überschreiten neben vielen größeren Städten auch kleinere Orte wie Backnang, Esslingen und Kuchen.

Auf unserer Karte finden Sie alle betroffenen Orte. Die orange markierten Orte liegen über dem PM2.5-Grenzwert, die lila gefärbten über dem PM10-Grenzwert. Alle grün gekennzeichneten Orte liegen unter den Grenzwerten.

Farbig markierte Orte auf einer Karte in Google MyMaps

Auch im Südwesten werden in einigen Städten Grenzwerte für die Feinstaubbelastung überschritten.

Insgesamt gibt es im Südwesten 70 Messstationen. Bei mehr als 60 Prozent davon überschritten die gemessenen Werte die WHO-Vorgaben.

EU hat die höchsten Grenzwerte

Im internationalen Vergleich haben viele Länder die Jahres-Grenzwerte deutlich niedriger angesetzt als die Europäische Union:

PM2.5 (Jahr Ø)PM10 (Jahr Ø)
EU2540
WHO1020
USA12/
Singapur1220
Kalifornien1220
Japan15/

Unsere Infografik zeigt die größten Feinstaub-Sünder:

Als Feinstaub werden Partikel in der Luft bezeichnet, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. PM10 kann beim Menschen in die Nasenhöhle, PM2.5 in die Bronchien und Lungen gelangen. In zu großer Menge sind sie ein Risiko für die Gesundheit: Schleimhautreizungen und Entzündungen können auftreten. PM bedeutet „particulate matter“. 2.5 und 10 stehen für die Größe der Feinstaubpartikel.