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Strom, Gas oder Hybrid? Saubere Autos von heute und morgen

Elektroauto, Hybridantrieb, Wasserstoff oder doch Autogas - ja was denn nun? Um die Nachfolge des Verbrennungsmotors hat ein regelrechtes Wettrennen eingesetzt. Welche Technik sich am Ende durchsetzt, ist völlig offen.

Ein Hybridauto lädt sich mit anderen Autos an einer Ladesäule auf

Hybridautos an der Steckdose

Aktueller Trend: Hybrid

Ein Hybridantrieb besteht aus zwei verschiedenen Antriebsarten. Meistens ist es eine Kombination aus Benzin- und Elektromotor. Ohne fossile Brennstoffe kommen diese Autos also nicht aus, aber sie verbrauchen weniger davon als herkömmliche Benziner. Die Technik gilt eher als „Übergangslösung“. Durch den Toyota Prius wurde dieser Antrieb populär.

Auf der IAA 2017 haben alle großen Hersteller neue Hybridmodelle gezeigt. Mercedes hat sowohl seine C-Klasse als auch seine E-Klasse als Hybriden im Angebot. BMW bietet fast alle Modelle vom 2er bis zum 7er, aber auch seinen Geländewagen X5 als Hybridvariante an. Und auch bei VW bekommt man vom Golf, über Jetta bis Passat eine größere Auswahl an Hybridfahrzeugen. Allerdings kosten die Hybridautos derzeit noch deutlich mehr als ein „normales“ Auto. Dafür sinkt der (Benzin)Verbrauch sogar bei großen Fahrzeugen auf teilweise unter drei Liter – nach offiziellen Herstellerangaben.

Strom im Tank

Auf der diesjährigen IAA war es klar zu sehen: Dem elektrischen Antrieb gehört (vorerst) die Zukunft. Mercedes bietet seinen kleinen Smart bereits als reine Elektro-Variante an. Und ab 2020 sogar ausschließlich als Elektrofahrzeug. BMW wirbt überall mit seinen „i“-Elektro-Modellen. Aber der weltweit meistverkaufte „Stromer“ kommt aus Japan: Der Nissan „Leaf“. Anfang 2018 soll der neue Leaf für rund 30.000 Euro auf den Markt kommen.

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Antriebe der Zukunft

Neue Modelle mit neuer Technik

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Der TOYOTA PRIUS war 1997 das erste Hybrid-Auto, dass in Großserie gebaut wurde. Seit kurzem gibt es den neuen Prius - erstmals auch als Plug-In-Hybrid für einen Listenpreis ab rund 37.000 Euro.

Der TOYOTA PRIUS war 1997 das erste Hybrid-Auto, dass in Großserie gebaut wurde. Seit kurzem gibt es den neuen Prius - erstmals auch als Plug-In-Hybrid für einen Listenpreis ab rund 37.000 Euro.

Plug-In-Hybride erkennt man am Stecker. Sie können aufgeladen werden und auch (kurze Strecken) rein elektrisch fahren. Im Gegensatz zu normalen Hybriden, bei denen der E-Motor nur unterstützt.

Der i3 war der erste reine Stromer von BMW und wird vor allem (ca. 85 %) im Ausland verkauft. Der neue i3 und der etwas stärkere i3s kommen im November 2017 auf den Markt.

Der Audi e-tron soll 2018 auf den Markt kommen. Rein elektrisch soll er eine Reichweite von über 500 Kilometern erreichen.

Ein E-SUV von Jaguar. Der "I-Pace" soll 2018 auf den Markt kommen. Trotz 400 PS (0 auf 100 in 4 Sekunden) soll die Batterieladung 500 Kilometer weit reichen.

Tesla gilt als Vorreiter und Marktführer bei den Elektroautos. Mit dem MODEL 3 soll der Massenmarkt erobert werden. Die ersten Autos wurden bereits ausgeliefert, aber noch läuft die Produktion nicht auf Hochtouren.

Der NISSAN LEAF ist (noch) das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Anfang 2018 kommt die neue Version auf den Markt - für rund 30.000 Euro.

Den kleinen SMART gibt es auf Wahl schon voll elektrisch. Dafür steht die Bezeichnung "electric drive". Mercedes hat angekündigt, die Smarts ab 2020 nur noch als E-Auto anzubieten.

Erdgas-Autos wie hier von FIAT stoßen deutlich weniger Schadstoffe (CO2 und NOx) aus als herkömmliche Motoren. Und das "natural gas" (CNG) kann sogar aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden.

Viele Hersteller bieten ihre Modelle auch als CNG-Gas-Auto an. Auch der SKODA OCTAVIA G-TEC gehört dazu. Aber auch Audi ("g-tron") oder VW ("TGI") haben Gas-Autos im Angebot.

Als Gas-Variante hat der VW UP die Zusatzbezeichnung "eco up". Es ist das günstigste Gas-Auto von VW und ist für unter 15.000 € zu haben.

Der TOYOTA MIRAI ist das erste Wasserstoff-Auto der Welt, dass in Großserie produziert wird. Dank Brennstoffzelle kommt nur Wasserdampf aus dem Auspuff. Eine Tankstelle zu finden ist allerdings noch fast unmöglich.

Seit vielen Jahren versucht Mercedes die Brennstoffzelle in Serie zu bringen. Mit dem GLC F-Cell soll das gelingen. Er hat neben der Brennstoffzelle auch einen Elektroantrieb und soll noch 2017 auf den Markt kommen.

Kritiker sagen, dass E-Autos in der Zukunft nur dann wirklich sinnvoll sind, wenn der Lade-Strom aus umweltfreundlichen, erneuerbaren Energieträgern stammt, wie Sonne, Wind oder Wasser. Aktuell liegt deren Anteil laut Umweltbundesamt bei knapp einem Drittel an der deutschen Stromproduktion. Wenn immer mehr Elektroautos Strom brauchen, müsste hier aber kräftig ausgebaut werden, fordern Umweltverbände.

Bei den Elektro-Autos soll es in den nächsten Monaten viele Neuerscheinungen geben. Unter anderem: Den neuen BMW i3, Tesla Model 3, Audi e-tron Quattro, Ford Model E oder Jaguar i-Pace. Reine Elektrofahrzeuge, die jetzt schon auf dem Markt sind gibt es unter anderem von: Renault, Hyundai, Kia, Citroen, Smart oder Opel. Außerdem haben auch kleine Startups eigene Prototypen entwickelt, wie z.B. die Firma Sono Motors:

2:34 min

Mehr Info

Startup entwickelt Solar-Auto

Dieses Auto fährt mit Sonnenstrahlen

SWR

Könnte so das Auto der Zukunft aussehen? Das Münchner Start-Up-Unternehmen Sono Motors hat ein Elektro-Fahrzeug mit Solarzellen entwickelt.


Gas ist nicht gleich Gas

Den Platz an der Sonne könnte den Elektrofahrzeugen in den nächsten Jahren der Gasantrieb streitig machen. Aktuell ist der Gasantrieb sogar der weltweit am weitesten verbreitete alternative Antrieb. Es gibt zwei Varianten: Erdgas (CNG) und Flüssiggas (LPG). „Autogas“ ist bei den Emissionen deutlich besser als Verbrenner oder Diesel. Laut Studien liegt zum Beispiel der Stickoxid-Ausstoß 50fach unter dem eines Dieselfahrzeugs.

Noch umweltfreundlicher als LPG ist der CNG-Antrieb, weil dieses Gas auch aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen werden kann. Das Gas-Tankstellennetz in Deutschland soll in den nächsten Jahren erheblich ausgebaut werden, auf über 10.000. Aktuell gibt es immerhin schon rund 500.000 Gasautos (LPG und CNG) in Deutschland. CNG-Modelle gibt es zum Beispiel von Audi („g-tron“), Fiat („natural power“), Skoda („G-Tec“) oder VW („TGI“). Zudem bieten viele kleine Spezialisten die Umrüstung von Benzinern zu Gas-Fahrzeugen an. Eine gute Übersicht zu diesem Thema hat der ADAC erstellt.

Ein Auto mit Brennstoffzelle von Mercedes

Mercedes GLC F-Cell mit Brennstoffzelle

Kommt das Wasserstoffauto doch noch?

Mercedes Benz ist seit vielen Jahren der Vorreiter bei der Brennstoffzelle. Auf der IAA 2017 hat der Konzern (mal wieder) ein neues Fahrzeug mit dieser Antriebstechnik („F-Cell“) vorgestellt. Die ausländische Konkurrenz hat aber mittlerweile aufgeholt bzw. überholt. Den Toyota Mirai (rund 80.000 Euro) gibt es bereits zu kaufen, ebenso den Hyundai iX 35 (rund 65.000 Euro). Um der Brennstoffzelle zum Durchbruch zu verhelfen, müsste das Tankstellen-Netz erstmal kräftig ausgebaut werden. Shell hat das auf der IAA so angekündigt. Bis 2019 soll es in Deutschland 100 neue Wasserstofftankstellen geben.

Prinzipiell ist die Brennstoffzelle eine sehr saubere Antriebsvariante: Hier reagieren Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Dabei wird viel Energie frei – völlig ohne Emissionen, zumindest bei der „Verbrennung“. Eine Münchner Startup-Firma rüstet sogar alte Diesel-Busse zu Wasserstofffahrzeugen um.