aus "Ländersache" vom Donnerstag, 10.4.2008 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Könnten die Rheinland-Pfälzer am kommenden Sonntag (13.04.2008) erneut den Landtag wählen, wäre die SPD nicht mehr stärkste Partei. CDU und SPD lägen gleich auf. Die Grünen könnten mit dem Wiedereinzug in den Landtag rechnen und auch die Linkspartei würde die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten. Demnach wäre in Rheinland-Pfalz nur noch eine große Koalition oder eine Koalition aus drei Parteien möglich.
Die SPD kommt demnach auf 37 Prozent der Stimmen und verliert zwei Prozentpunkte gegenüber März 2008. Sie ist damit nicht mehr die stärkste politische Kraft im Land, sondern liegt auf gleichem Niveau wie die Union. Die CDU kommt auch auf 37 Prozent der Stimmen, unverändert gegenüber dem „PoliTrend“ vom März 2008. Die FDP erhält 9 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als vor einem Monat. Die Grünen im Land liegen gegenüber März unverändert bei 7 Prozent. Die Linke kommt auf 6 Prozent der Stimmen und wäre damit im Parlament von Rheinland-Pfalz vertreten (März 2008: 7 Prozent). Die sonstigen Parteien liegen bei vier Prozent (März 2008: 2 Prozent).
Zum ersten Mal seit der Landtagswahl 2006 ist eine Mehrheit der Rheinland-Pfälzer mit der SPD-Landesregierung unzufrieden. Nur noch eine Minderheit der Rheinland-Pfälzer beurteilt die politische Arbeit von Kurt Beck positiv. 45 Prozent der Befragten sind mit Becks Arbeit zufrieden. Das sind 20 Prozentpunkte weniger als im Dezember letzten Jahres. Allerdings können die Oppositionspolitiker im rheinland-pfälzischen Landtag nicht davon profitieren: Mit der Arbeit von CDU-Fraktionschef Christian Baldauf sind 24 Prozent zufrieden, genauso viel wie vor vier Monaten. Herbert Mertins Arbeit sehen 23 Prozent der Befragten positiv, 4 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Dezember.
Auch bei der Frage nach der SPD-Kanzlerkandidatur hat Kurt Beck massiv an Zustimmung verloren. Die Mehrheit der Rheinland-Pfälzer favorisiert Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Nur noch 34 Prozent der Befragten halten Beck für einen guten Kanzlerkandidaten. Im letzten Juli waren es noch 55 Prozent. Steinmeier favorisieren dagegen 54 Prozent, 9 Prozentpunkte mehr als im Juli 2007. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ist als SPD-Kanzlerkandidat genauso beliebt wie Kurt Beck und erhält ebenfalls 34 Prozent der Stimmen (Juli 2007: 37 Prozent).
Die Daten basieren auf einer repräsentativen telefonischen Umfrage des Wahlforschungsinstituts „Infratest dimap“ unter 1000 wahlberechtigten Rheinland-Pfälzern (Erhebungszeitraum: 08. bis 09. April 2008).
Letzte Änderung am: 10.04.2008, 14.48 Uhr