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Während die Zahl der Raucher sinkt, greifen in Deutschland immer mehr Menschen zum Schlauch der Wasserpfeifen. Was als Shisha in der arabischen Welt zur Gemütlichkeit dazugehört wie bei uns eine Flasche Wein, ist nicht ungefährlich. In Mainz endete der Genuss für zwei Frauen beinahe tödlich.

Wer Wasserpfeife raucht, tut das zur Entspannung. Man liegt meist auf dicken Kissen in gemütlichen, aber engen Räumen. Und da wird es brenzlig, denn der Mangel an Frischluft - sprich Sauerstoff - birgt ein Vergiftungsrisiko. Wird schlecht gelüftet, droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, wie mehrere Fälle aus dem Rhein-Main-Gebiet belegen. Eine Weihnachtsfeier in einem Shisha-Versand-Shop endete für mehrere Teilnehmende im Krankenhaus. Der Grund war eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Vor wenigen Tagen traf es zwei Frauen aus Mainz-Kastel. Sie mussten sogar in einer Druckkammer behandelt werden, da die Vergiftung schon lebensbedrohlich war.
Filtern Wasserpfeifen den Rauch besser als Zigaretten?
Im Gegensatz zu den meisten Zigaretten besitzen Wasserpfeifen überhaupt keinen Filter. Auch wenn einige wasserlösliche Substanzen im Wasserpfeifenrauch beim Passieren des Wassers gefiltert werden, ist dieser Effekt nach amtlicher Einschätzung viel zu gering, um Wasserpfeifenraucher vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen.
Ähnlich wie bei Zigaretten nimmt ein Shisha-Raucher sehr leicht Kohlenmonoxid im Körper auf. Dabei lautet die Regel: Je kleiner die Wasserpfeife, desto größer ist die Gefahr. Denn bei großen Wasserpfeifen ist die Belüftung besser - bei kleinen dagegen bildet sich leichter Kohlenmonoxid und das laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) deutlich schneller als bei Zigaretten. Anstelle des Sauerstoffs dockt sich Kohlenmonoxid an die roten Blutkörperchen an und hier liegt die Gefahr: Die Sauerstoffaufnahme wird dadurch blockiert. Der Raucher kann in Ohnmacht fallen. Im schlimmsten Fall müssen vergiftete Menschen in einer Druckkammer behandelt werden, um den Sauerstoffgehalt wieder zu erhöhen.
Wie es zu der vermehrten Anzahl an Vergiftungsfällen im Rhein-Main-Gebiet kommen konnte, ist Spekulation. Schlechte Belüftung der Räume, aber auch die falsche Handhabung der Kohle könnten der Grund gewesen sein. Bei einer Untersuchung eines arabischen Instituts wurden deutliche Unterschiede zwischen der Verwendung von Naturkohle und selbstzündender Kohle festgestellt. Laut den Wissenschaftlern hat die selbstzündende Kohle dabei wesentlich mehr Kohlenmonoxid freigesetzt.
Zwar widerspricht das Bundesamt für Risikobewertung dieser These, warnt aber davor, beim Shisha-Rauchen zu viel Kohle einzusetzen. Denn je mehr Kohle in einer Rauchsession verwendet wird, umso höher ist die mögliche Belastung mit gesundheitsschädlichen Stoffen. Das Wasser filter dabei übrigens nichts heraus: Trotz Wasserpassage gelangen Nikotin, Teer und Kohlemonoxid ungefiltert in den Körper und das heißt: Auch Wasserpfeife-Rauchen ist krebserregend.
Martin Thiel; Onlinefassung: Stephan Braig
Letzte Änderung am: 01.02.2012, 10.12 Uhr