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Besser schlafen dank richtigem Abendessen?

Die Aminosäure Tryptophan sorgt dafür, dass sich unser Gehirn entspannt und gilt deswegen als Mittel gegen Schlafstörungen. Trypthophan steckt in verschiedenen Lebensmitteln, weswegen Dominik Bartoschek der Frage nachgeht, ob guter Schlaf demnach eine Frage des richtigen Essens ist?

 Eltern und Tochter schlafen in einem Bett

Manchmal kann man noch so lange Schäfchen zählen – sich von einer Seite auf die andere wälzen - der Schlaf will sich einfach nicht einstellen. Schlafstörungen - daran leiden in Deutschland laut einer Erhebung der Techniker Krankenkasse rund vier Millionen Menschen. Die Störungen können viele Ursachen haben, und wenn sie richtig heftig sind, sollte man sich damit auch an einen Arzt wenden. Zusätzlich kann man aber auch auf eine ganze Menge andere Dinge beachten, zum Beispiel richtiges Essen. Denn manche Lebensmittel sollen helfen, besser und tiefer zu schlafen. Diese Lebensmittel haben in vielen Fällen eines gemeinsam: die Aminosäure Tryptophan.

Gemüsepfanne, Tofu und Sauerkirschsaft für einen besseren Schlaf

Tryptophan gehört zu den essentiellen Aminosäuren, es muss also mit der Nahrung zugeführt werden, da es der Körper nicht selbst bilden kann. Der Tagesbedarf für Erwachsene liegt bei 3,5 bis 6 Milligramm Tryptophan pro Kilogramm Körpergewicht. Zum Vergleich: In 100 Gramm rohem Lachs stecken 209 Milligramm Tryptophan. Der Tagesbedarf kann individuell jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Tryptophan wird gemeinhin eine gute Wirksamkeit bei depressiven Erkrankungen nachgesagt.

Tryptophan sorgt dafür, dass sich in unserem Gehirn Ausgeglichenheit und Entspannung breit macht. Je mehr Tryptophan wir mit dem Essen zu uns nehmen, so die Theorie, desto besser müssten wir also schlafen können. Allerdings gibt es nur wenige Nahrungsmittel, in denen Tryptophan überhaupt in nennenswerten Dosen vorkommt, sagt Lebensmittelexpertin Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Welche sind das? "Das sind beispielsweise verschiedene Milchprodukte, ein Hartkäse, also zum Beispiel der Emmentaler, enthält relativ viel Tryptophan, aber auch pflanzliche Lebensmittel, also Tofu oder Spinat, und tierische Lebensmittel wie Fisch", so Umbach. Auch Bananen und Avocados würden aufgrund ihres Tryptophangehalts als schlaffördernd gelten, ebenso wie Samen und Walnüsse.

Menschen mit Probleme beim Einschlafen, empfiehlt Susanne Umbach folgendes Abendessen: "Also man könnte beispielsweise eine Gemüsepfanne, vielleicht mit Tofu und Sonnenblumenkernen garniert essen, oder auch das gute alte Käsebrot, vielleicht ist das dann ein Sonnenblumenkernbrot mit einem Hartkäse dazu, oder auch Pellkartoffeln mit Quark wären ideale Abendessen." Dazu würde ein Glas Sauerkirschsaft passen, denn in Sauerkirschen steckt das Schlafhormon Melatonin. Oder man wählt den Klassiker unter den Schlaftrunks - die heiße Milch mit Honig. Die soll deswegen so gut wirken, weil der Zucker im Honig das Tryptophan der Milch besonders gut verfügbar macht.

Tryptophanhaltige Nahrung kein Garant für guten Schlaf

Was bei der Euphorie um schlafbringende Speisen jedoch zu beachten ist: Wirklich erwiesen ist ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Lebensmitteln mit Tryptophan und besserem Schlaf nicht. Susanne Umbach glaubt trotzdem, dass die heiße Milch mit Honig ihren guten Ruf als Schlaftrunk zu Recht genießt – allein schon wegen des psychologischen Effekts.

"Auf jeden Fall sind Rituale, die einen von der Hektik des Alltags so ein bisschen runterbringen, sehr dienlich, um einfach entspannter einschlafen zu können. Das kann die Gute-Nacht-Geschichte sein, die man Kindern vorliest, das kann aber auch ein heißes Getränk sein, beispielsweise die heiße Milch mit Honig." Dabei ist vor allem eines zu beachten: Es kommt nicht nur darauf an, was wir abends essen oder trinken, sondern auch wie viel. Denn ein voller Bauch hilft beim Einschlafen garantiert nicht.

Dominik Bartoschek; Onlinefassung: Stephan Braig

Letzte Änderung am: 20.07.2011, 10.17 Uhr