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Neues Internet-Portal Das Klima bis zum Jahr 2100

Detaillierte Karten verdeutlichen den Klimawandel in Rheinland-Pfalz

Wie wird das Klima bei uns in 50 Jahren sein? Für Winzer heißt das etwa konkret: Soll ich besser Merlot-Reben statt Riesling pflanzen? Solche und ähnliche Fragen lassen sich in Rheinland-Pfalz künftig mit Unterstützung eines neuen Internetportals etwas leichter beantworten.

Szenarien für die künftige Klimaentwicklung sind nicht neu. Die Daten in dem neuen Portal, das das für Klimaschutz zuständige Wirtschaftsministerium heute freigeschaltet hat, sind aber nach Angaben des Ministeriums deutlich genauer als alles, was dazu bisher für Rheinland-Pfalz im Netz zu finden war. Ein Winzer aus Cochem an der Mosel etwa, der sich fragt, welche Rebsorten er jetzt pflanzen soll, damit sie ihm in den nächsten vier Jahrzehnten gute Erträge liefern, wird die Frage "Merlot oder Riesling" künftig einfacher beantworten können. Auch die künftige Lebensweise und das Wohlbefinden hängen von der Entwicklung des Klimas, von Extremwerten wie Tropennächten oder Hitzetagen in den Regionen ab. Hier gibt das neue Portal detailliert Auskunft.

Die Sommer werden trockener - die Winter feuchter

„Es wird unvermeidbare Entwicklungen geben, aber wir können uns rechtzeitig vorbereiten und anpassen. Voraussetzung dafür sind umfassende und zuverlässige Informationen“, sagt die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Eveline Lemke, die das Portal heute offiziell freigeschaltet hat. Diese Informationen stehen ab sofort öffentlich zugänglich in dem neuen Internet-Portal zur Verfügung.

Ein interessierter Landwirt kann sich also künftig anhand von Karten und Prognosen erschließen, wie sich das Klima in Rheinland-Pfalz bis zum Ende des Jahrhunderts verändern könnte. Die Daten geben beispielsweise Aufschluss über wahrscheinlich zu erwartende Höchst- und Tiefsttemperaturen, Eistage, Tropennächte, die Frost- und Sommertage, mögliche Jahresdurchschnittstemperatur oder die Niederschlagsmenge bis zum Jahr 2100. Für den Bauern an der Mosel lässt sich etwa aus den Daten herauslesen: Er bzw. seine Nachfolger werden in den Monaten zwischen Juni und August 2050 mit deutlich weniger Niederschlag auskommen müssen. Dagegen wird es zwischen Dezember und Februar an der Mosel mehr Regen und Schnee geben. Landwirte in Neuwied dagegen werden sich laut der Projektionen der Klimaforscher kaum auf Änderungen der Niederschlagsmengen einstellen müssen.

Das neue Onlineportal - Spielerei oder brauchbarer Ratgeber?

Neben kalkulierten Vorhersagen, die natürlich immer mit Unsicherheiten behaftet sind, bietet das Portal zudem auch exakte Wetterdaten zum Beispiel aus Waldklimastationen sowie Statistiken zu den Extremwerten aus den vergangenen Jahrzehnten an. Informationen stehen auch zu den Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Bereiche wie Artenvielfalt, Gesundheit, Landwirtschaft oder Wald zur Verfügung. Außerdem gibt's eine Übersicht der Forschungsprojekte zum Themenkomplex Klimawandel und seinen Folgen in Rheinland-Pfalz, dazu eine Menge Links und Erläuterungen. Es soll außerdem weiter ausgebaut werden, wenn neue Forschungsergebnisse vorliegen. Eine endgültige Sicherheit über die Wetter- und Klimaentwicklung kann das Portal natürlich nicht liefern, nur wahrscheinliche Entwicklungen ungefähr wärmeliebender skizzieren. Die Entscheidung "wärmeliebender Merlot oder kühl wachsender Riesling" wird aber dadurch zumindest deutlich mehr durch Fakten gestützt als das bislang der Fall sein konnte.


Axel Weiß, Stephan Braig

Letzte Änderung am: 02.08.2011, 11.22 Uhr

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