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Im Zuge einer stark veränderten Medienlandschaft in den vergangenen Jahren - gekennzeichnet durch eine verstärkte Präsenz von Privatsendern im Bereich Funk und Fernsehen - hat sich auch die Präsentation der Wetterberichte sehr verändert. Ein Aspekt dieser Änderungen ist der Gebrauch von "Namen" für Hoch- oder Tiefdruckgebiete. Die Bezeichnungen von Druckgebilden mit Namen ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert wurden in Australien tropische Tiefs "getauft", später wurden z.B. Hurrikane im Raum Karibik/Golf von Mexiko sowie Taifune im asiatischen Raum mit "Namen" versehen. Der Grund für die Namensgebung ist recht einfach: Man kann den Ablauf von Wirbelstürmen, Tiefs etc. wesentlich besser verfolgen und nachvollziehen, als wenn man sie mit Buchstaben oder Zahlen versieht. Die Vergabe von "Arbeitsnamen" ist in vielen Bereichen der Forschung und Wissenschaft, aber auch in der Militärstrategie und in der Kriminalistik üblich.
Die "Namen" für Druckgebilde in Deutschland (männliche Vornamen für Hochs, weibliche für Tiefs) werden nicht vom Deutschen Wetterdienst vergeben. Sie stammen vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Dort entwickelte in den fünfziger Jahren eine Gruppe um die spätere ZDF-Meteorologin Dr. Karla Wege entsprechende Namenslisten, die bis heute Gültigkeit haben. Insgesamt gibt es je 10 Listen mit Namen in alphabetischer Reihenfolge.
Jedes Mal, wenn ein Hoch oder ein Tief für Mitteleuropa wetterwirksam wird, bekommt es von den Berlinern entsprechend der alphabetischen Liste einen Namen. Sowohl der Deutsche Wetterdienst als auch private Wetteranbieter übernehmen diese Namen und geben sie an Funk, Fernsehen und Presse weiter. Warum nun aber Tiefs mit Frauen- und Hochs mit Männernamen versehen wurden, ist unklar. Fest steht, dass die allgemeine Vorstellung Hoch = schönes Wetter, Tief = schlechtes Wetter nicht haltbar ist...