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9.3.2016, Unternehmen SWR zweifach mit Grimme-Preis 2016 ausgezeichnet

In der Kategorie "Information & Kultur" für "Besondere Journalistische Leistungen" (SWR/BR-Rechercheteam) und für die Dokumentation "Die Folgen der Tat" (WDR/SWR/NDR) / SWR-Intendant Peter Boudgoust sieht Qualitätsjournalismus gewürdigt.

"Tödliche Exporte – Wie das G36 nach Mexiko kam"

"Tödliche Exporte – Wie das G36 nach Mexiko kam": Opfergedenkstätte in Mexiko

Der Südwestrundfunk (SWR)hat zwei Grimme-Preise 2016 erhalten. In der Kategorie "Information & Kultur" den erstmals verliehenen Preis für "Besondere Journalistische Leistungen". Er geht stellvertretend an Daniel Harrich für das Team von "Tödliche Exporte - Wie das G36 nach Mexiko kam". Die Recherchen zu den deutschen Waffenexporten, an denen von der SWR-Redaktion "betrifft" Hans-Michael Kassel und Thomas Reutter, vom SWR-Fernsehfilm Manfred Hattendorf und Claudia Gladziejewsk vom BR beteiligt waren, fanden in den Spielfilm "Meister des Todes" sowie verschiedene Beiträge für den "Weltspiegel" und "Report" (BR, SWR)Eingang. Sie zeigen, wie die deutsche Rüstungskontrolle versagt und Wirtschaftsinteressen über politische Verantwortung siegen. Der Themenabend "Illegale Waffengeschäfte" ging u. a. auch auf Recherchen für die mit dem Marler Menschenrechtspreis ausgezeichnete Dokumentation "Waffen für die Welt" zurück. Die Jury lobt ""die beispielhafte Aufbereitung des Materials" und die "außergewöhnliche investigative Recherche" zum illegalen Waffenhandel. Sie stehe für vorbildliches Fernsehen.




Dokumentation: "Die Folgen der Tat"

Die Folgen der Tat: Christa und Julia Albrecht (r) im Gespräch

Für "Die Folgen der Tat" (WDR/SWR/NDR) vergab die Grimme-Jury den Preis an Julia Albrecht und Dagmar Gallenmüller für Buch und Regie. In der Begründung heißt es, der Film berge die Erkenntnis, "dass der Terror neben all den auf den ersten Blick sichtbaren und so tragischen Opfern immer auch Opfer hat, die im Schatten stehen." Der Dokumentarfilm ist eine sehr persönliche Aufarbeitung des RAF-Attentats von Susanne Albrecht, die an der Ermordung des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto im Jahre 1977 beteiligt war. Erzählt wird der Film aus der Sicht von Susannes Schwester Julia. Da Ponto ein enger Freund der Albrechts war, wirkt die Tat auf alle Familienmitglieder bis heute nach. Der Film ist eine Produktion der zero one film, in Koproduktion mit dem WDR, SWR und NDR, gefördert mit Mitteln der nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen. Redaktion hatten Jutta Krug (WDR), Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR) und Barbara Denz (NDR).

Investigativer Journalismus an kein Genre gebunden

SWR Intendant Peter Boudgoust sieht in den beiden Entscheidungen der Jury aus Marl eine Würdigung des Qualitätsjournalismus: "Sowohl der erstmals vergebene Spezialpreis für die Recherche von fünf SWR-Journalisten als auch der vom SWR koproduzierte Dokumentarfilm belegen, dass der investigative Journalismus an kein Genre gebunden ist, sondern eine Haltung ausdrückt. Es gehört zu den Stärken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, gründlich und nachhaltig in der Aufarbeitung von Themen zu sein."

Heute sind die Träger des Grimme-Preises bekannt gegeben worden. Er gilt als renommiertester deutscher Fernsehpreis.