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26.10.2015 SWR-Doku erhält Marler Fernsehpreis für Menschenrechte

Amnesty International kürt "Waffen für die Welt – Export außer Kontrolle"

Eine SWR-Produktion ist heute (24. Oktober 2015) mit dem Marler Fernsehpreis für Menschenrechte ausgezeichnet worden. "Waffen für die Welt – Export außer Kontrolle" von Daniel Harrich gewinnt in der Kategorie "Dokumentation Inland". Die Sendung wurde im Rahmen des Dokumentarformats "Die Story im Ersten" ausgestrahlt. Mit diesem Preis würdigt Amnesty International in Deutschland veröffentlichte Beiträge, die in besonderem Maße das Thema Menschenrechte behandeln.

Dokumentation deckt auf: Firmen profitieren von Gewalt

Die Begründung der Jury lautet: "'Waffen für die Welt – Export außer Kontrolle' ist eine Dokumentation über deutsche Firmen, die aus Gewalt Profit schlagen – in Mexiko, Kolumbien und anderen Krisenherden der Welt. Und eine Dokumentation über eine Regierung, unsere Regierung, die das durchgehen lässt. Für diesen Film begaben sich Daniel Harrich und sein Team in äußerst gefährliche Situationen."

Martina Zöllner, SWR-Film und Kulturchefin: "'Waffen für die Welt' zeigt, wie deutsche Waffen in Krisenregionen gelangen, in denen die Menschenrechte verletzt werden. Dank ungewöhnlicher Rechercheformen ist es dem Filmemacher Daniel Harrich gelungen, den endgültigen Bild-Beweis dafür zu liefern, dass deutsche Sturmgewehre illegal in Mexiko zum Einsatz kommen und dass die deutschen Rüstungsexporte offenbar nur lückenhaft kontrolliert werden. Dies ist investigativer Journalismus in seiner Reinform."

Illegale Waffenlieferungen nach Mexiko und Kolumbien

"Waffen für die Welt": Jahrelang hat Autor und Regisseur Daniel Harrich über dubiose Waffenlieferungen deutscher Hersteller in Krisenländer recherchiert. So konnte er zum einen nachzeichnen, unter welch fragwürdigen Umständen das Sturmgewehr G36 des Oberndorfer Herstellers Heckler und Koch in verbotene Provinzen in Mexico gelangte. Zudem fand er Belege dafür, dass Verantwortliche der Ulmer Firma Carl Walther GmbH an illegalen Waffenlieferungen an die kolumbianische Regierung beteiligt gewesen seien. Diese Recherchen lösten Untersuchungen der Staatsanwaltschaft aus. Die SWR/rbb-Dokumentation "Waffen für die Welt – Export außer Kontrolle", Erstsendung am 24. Februar 2014 im Ersten, fühlt dem dubiosen Rüstungs-Deal auf den Zahn. Redaktion hatten Thomas Reutter (SWR) und Christian von Behr (rbb).

 

Fotos unter ARD-foto.de.