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UnterhaltungMehr als nur leichte Kost
Spannung und Entspannung, Zerstreuung und intelligente Anregung – das erwarten die Menschen von unterhaltenden Sendungen. Die Skala reicht von der „leichten Kost“ bis hin zum Gespräch auf Niveau. Genau deshalb ist Unterhaltung ein Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, denn als Vollprogramm muss er für die verschiedensten Vorlieben etwas bieten.
Quizshows und Musiksendungen, Kabarett und Comedy gehören ins Programm von Radio und Fernsehen. Heute, und bereits zu den Anfängen des Massenmediums in den 1950er Jahren verfolgten die Menschen Ratespiele und Konzerte. Unterhaltung verbindet die Menschen über Generationen hinweg und hat eine besondere Integrationsfunktion. Was gestern Abend im Fernsehen lief, kann heute Morgen in der Schule oder unter Kollegen für Gesprächsstoff sorgen.
Neben Information, Bildung, Kultur und Beratung gehört auch Unterhaltung zum Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Denn er muss ein Programm für den Geschmack und die Interessen der Allgemeinheit, als auch für Minderheiten bieten. Dazu gehören Volksmusiksendungen, Talkformate, Kochshows und Serien ebenso wie intelligentes Kabarett, anspruchsvolle Fernsehfilme und Reportagen über die Facetten des Lebens und das Gespräch mit interessanten Zeitgenossen. Allerdings was alle Angebote verbindet, ist die Einhaltung einer journalistischen Ethik, etwa die Achtung der Wahrheit, des Privatlebens und der Intimsphäre, die Wahrung der Menschenwürde sowie eine gründliche und faire Recherche. Sensationshungrige Darstellungen von Gewalt und Brutalität haben in den Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender nichts zu suchen.
Gespräch, Amüsement und Wissen
Unterhaltung mit Niveau – interessante Menschen, die ihre Geschichte erzählen ohne dabei Stoff für Voyeurismus zu liefern, das erleben die Zuschauer allwöchentlich bei den Moderatoren Wieland Backes, Frank Elstner und Markus Brock in „Nachtcafé“, „Menschen der Woche“ und „Der Samstagabend“. Die Gastgeber verstehen die Kunst der Unterhaltung - des Gesprächs und der Kurzweil. Kult im Radio ist die tägliche Sendung von Wolfgang Heim und Stefan Siller. Seit mehr als 20 Jahren bitten sie Prominente oder einfach nur interessante Zeitgenossen in „SWR1 Leute“ zum Gespräch.
Witziges, Komisches und zuweilen Bissiges gibt es mit Comedy und Kabarett: im Radio und auf der Bühne hat SWR3 Comedy-Man Andreas Müller seine Fans und im SWR Fernsehen parodieren Mathias Richling und Florian Schroeder Politiker und andere prominente Zeitgenossen. Unterhaltung heißt aber auch zunehmend, Wissenswertes und Informatives zu vermitteln. So zeigt „Die große Show der Naturwunder“ faszinierende Abläufe in der Tier- und Pflanzenwelt, die Forscher zu allerlei Erfindungen inspirierten.
Anregung zum Nachdenken und Hinterfragen
Jung wie Alt lassen sich auch von guter Krimi-Unterhaltung regelrecht „fesseln“. Den „Tatort“, die älteste Kriminalserie im deutschen Fernsehen, sehen im Schnitt 7,10 Millionen Zuschauer am Sonntagabend, das entspricht einem Marktanteil von 20,6 Prozent. Die Fälle der drei SWR-Ermittler-Duos, u. a. verkörpert durch Ulrike Folkerts, Richy Müller und Eva Mattes, gehören oft zu den Meistgesehenen. Seit 2008 ermitteln Kommissare auch im Radio. Die Hörspielabteilungen der ARD haben den „Radio Tatort“ auf Sendung gebracht; mehr Informationen und Hintergründe dazu gibt es im Internet.
Unterhaltung in Radio und Fernsehen spricht die Zuschauer emotional an und will so auch gesellschaftlich relevante Themen vermitteln. So greift der SWR mit Fernsehfilmen wie „Mogadischu“, der die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Oktober 1977 nacherzählt, oder mit „Das Unglück von Überlingen“, einem Film über den Zusammenstoß zweier Flugzeuge im Sommer 2002, das Schicksal der Menschen auf, die in diese Katastrophen verwickelt waren. Eine Aufforderung an das Publikum, sich mit den Tragödien und den Umständen, die dazu führten, auseinander zu setzen. Unterhaltung ist nicht immer nur leichte Kost, sondern regt auch zum Nachdenken und Hinterfragen an.
Letzte Änderung am: 28.10.2009, 11.01 Uhr






