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Waldnachhaltigkeit Jagen, um zu erhalten

Nachhaltiges Forsten bedeutet auch, junge und später gewinnbringende Bäume zu schützen. Die Jagd gehört ebenso dazu wie eine durchdachte Struktur beim Pflanzen, damit der Wald sich selbst verjüngen kann.

Förster Martin Janner will ausgewählte Bäume mit Holz in höchster Qualität einschlagen. Deshalb sollen in seinem Revier am Oelsberg bei Nastätten wertvolle Baumarten wie Buchen und Eichen ganz natürlich aufwachsen können. Doch da gibt es Schwierigkeiten: "Das Rehwild, das sich überwiegend von Knospen ernährt, frisst unsere Jungbäume ab", sagt Martin Janner.

Mehr jagen heißt die Lösung, und das wäre ohne Jäger Rolf Friedrich nicht denkbar. Der Frührentner organisiert für Förster Martin Janner die Jagd. Mehrere Jäger sorgen als Genossenschaft für niedrige Wildbestände. Rolf Friedrich plant, wer wann und wo schießt. Ein eigenes Jagdrevier könnten sich er und seine Mitjäger nicht leisten.

Jagen für den Baum-Schutz

Förster Janner ist Chef der Jagdgenossenschaft. Ohne seine Jäger wäre der naturnahe Waldbau nicht möglich. Mit Rolf Friedrich ist er oft unterwegs zur Kontrolle. Sie untersuchen gemeinsam, ob das Wild an den jungen Bäumen Spuren hinterlassen hat. Seit mehrere Leute jagen, hätten die Schäden am Ahorn stark abgenommen, sagt Jäger Rolf Friedrich: "Die Vorpächter haben nicht so viel geschossen. Aber wir erfüllen unseren Abschuss, und siehe da, das Baumwachstum explodiert."

Welche Bäume im Wald wachsen, spielte lange keine Rolle. Nachhaltige Forstwirtschaft hieß vor allem, nicht mehr Holz einzuschlagen als nachwächst. Doch Förster Janner will mehr auf den Weg bringen: Auch die Baumarten müssen stimmen. "Nachhaltiger Waldbau ist ein Waldbau, der auch an die Veränderungen durch den Klimawandel denkt und den Bäumen die Zukunft sichert, denn wir wissen nicht, was kommt", sagt Janner.

Gewinnbringend Forsten

Mit dem Holz aus seinen Wäldern macht der Förster gut Kasse. Der naturnahe Waldbau rechnet sich: Die Verbandsgemeinde Nastätten schreibt mit ihren Wäldern inzwischen schwarze Zahlen. „Naturgemäßer Waldbau hat den großen Vorteil, dass wir die Wälder so strukturieren, dass sie sich selber verjüngen können“, sagt Martin Janner. Das sei auch viel billiger: "Wir müssen keine Pflanzen kaufen, keine teuren Zäune und können uns voll auf die Ernte der Hölzer konzentrieren." Doch ohne engagierte Jäger wie Rolf Friedrich wäre der naturnahe Waldbau freilich nur schwer möglich.

Autor: Axel Weiß

Letzte Änderung am: 15.09.2008, 16.49 Uhr

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