Eine kulturelle und kulinarische Entdeckungsreise durch Mitteleuropa

Die Reihe ist eine kulturelle und kulinarische Entdeckungsreise durch Mitteleuropa. In den neuen Folgen sind wir an Sauer, Our, Sieg, Eder, Rur, Werra, Ems und Enns unterwegs. Das Wasser, die Städte, die Menschen - wie sie leben, wie sie feiern - und vor allen Dingen was sie kochen. Das steht bei unserer Reise im Mittelpunkt. Wir zeigen regionale Küche, ihre Geschichte, die Zutaten und die typische Zubereitung.
| Fluss | Datum |
| Die Sauer und die Our | 11.09.2010 13.09.2010 (Wdh.) |
| Die Sieg | 18.09.2010 20.09.2010 (Wdh.) |
| Die Eder | 25.09.2010 27.09.2010 (Wdh.) |
| Die Rur | 02.10.2010 04.10.2010 (Wdh.) |
| Die Werra | 09.10.2010 11.10.2010 (Wdh.) |
| Die Ems | 16.10.2010 18.10.2010 (Wdh.) |
| Die Enns: Von der Quelle bis zum Gesäuse | 23.10.2010 25.10.2010 (Wdh.) |
| Die Enns: Vom Gesäuse bis zur Mündung | 30.10.2010 01.11.2010 (Wdh.) |
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 24.02.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Auf einer Strecke von nur 86 Kilometern finden Weinkenner an der Ahr einige der besten Weingüter weltweit vor, Feinschmecker einige der besten Köche in ganz Europa. Es ist, als ob der Alpinismus des Weinbaus in 'Steilstlagen' auch die Köche zu Hochleistungen animiert. Und das natürliche Mineralwasser Bad Neuenahrs hat als "Königin der Wasser" dem Badeort zu Weltruhm verholfen.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 08.06.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Blick über dem Doubs
Auf einer 430 Kilometer langen Reise folgen wir dem Flusslauf des Doubs. Unsere beeindruckende Reise beginnt am Fuße des Mont Risoux in Mouthe, in der Nähe der Schweizer Grenze. Die Quelle des Doubs liegt dort auf einer Höhe von 937m. Wir begleiten den Fluss bis in die Ebenen der France-Comté.
Zunächst folgen wir dem Doubs, dessen Quelle nur 90 km von seiner Mündung entfernt liegt, 83 km bis nach Villers-le-Lac. Unterwegs besuchen wir in den Bergen den Hof von Anne Vermot, die in Mouthe einen Familienbetrieb mit 30 Kühen betreibt. Dort produziert sie den "Morbier"-Käse, den bekannten Bergkäse aus der Franche-Comté.
Dann führen wir Sie in eine Enzian-Brennerei, zeigen Ihnen in Labergement-Sainte-Marie einen der letzten Glockengießer Frankreichs, das phantastische Schloss von Joux, die berühmte Festung von Larmont, und schließlich besuchen wir in Vuillafans das größte Weinanaugebiets des Doubs. Die erste Etappe endet in Villers-le-Lac.
Von Villers-le-lac bis nach Besançon
Villers-le-Lac. Hier endete der erste Teil unserer Flussfahrt am Doubs entlang, und hier setzen wir die Reise fort. Der Doubs bildet die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz. So kann man übers Wasser von einem Land ins andere springen.
Die kleine Stadt Villers-Le-Lac, berühmt für ihre Uhrmacher, liegt nahe der Schweiz am Ufer des Doubs. Dort zeigt sich der Fluss von seiner vielleicht schönsten Seite. Mit seinem beeindruckenden, 27 Meter hohen Wasserfall und den davor liegenden Bassins zählt diese Landschaft zu den schönsten Naturschutzgebieten Frankreichs.
Wir besuchen Hugues Droz, den mit 24 Jahren jüngsten mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Koch Frankreichs. Er gibt uns einen kleinen Einblick in seine Kunst.
Die Reise führt weiter durch Goumois und Saint-Hippolyte. Wir stellen Ihnen den Fleischer Philippe Andriani vor und den Bäcker Serge Curie - lassen Sie sich überraschen.
Weiter führt unsere Reise nach Montébéliard, einem Zentrum der französischen Autorindustrie und die Geburtsstadt von Georges Cuvier, dem Begründer der Paläontologie.
Nun führt uns die Reise über Dlerval nach Crossey-le-Petit. Wir lernen zwei Niederländer kennen, die sich hier in der Idylle von Ougney-la-Roche niedergelassen haben und nun Fremdenzimmer vermieten.
In Corcelle treffen wir Josiane Duchaine, die dort mit 36.000 afrikanischen Schnecken lebt. Wir blicken auf die Stadt Besançon, wo unsere Etappe.

Käserei am Doubs
Besançon ist Ausgangspunkt des letzten Teils unserer Reise am Doubs entlang, bevor er in die Saône mündet. Wie ein Leuchtturm thront die Zitadelle von Vauban, 132 Meter oberhalb des Doubs, auf den Felsen über Besançon, zur Ehre von Ludwig XIV, dem Sonnenkönig.
Wir schlendern über die harmonisch gestaltete Fluss-Promenade, die entlang des Doubs die Altstadt umschließt. So gelangen wir zum St. Jakob-Krankenhaus, in dem sich eine Apotheke aus dem Jahr 1680 befindet.
Wir verlassen Besançon und kommen am Schloss von Salans vorbei. Es befindet sich genau an der Stelle, wo der Doubs in das Departement Jura fließt.
Unsere Reise führt uns weiter nach Dole und wir besuchen das Restaurant von Joël Cesari. Er bereitet für uns ein Thunfisch-Sashimi an Kräutern mit einem Frikassee von Waldpilzen zu.
Im Süden von Dole erreichen wir Chaussin. Hier wird in einer Mühle, die schon seit 1843 von der gleichen Familie betrieben wird, Mais in einem Mahlwerk aus Stein zerkleinert, auf einem Holzfeuer geröstet und dann zu Gaudes-Mehl verarbeitet. Daraus wird ein sehr besonderes Brot gebacken.
Zwischen dem Doubs und Lons-le-Saunier, zwischen Jura und Burgund, erstrecken sich gut 300 Seen auf 1.000 Hektar. Deshalb blieb die besondere Fauna und Flora in dieser Gegend erhalten. Diese Landschaft des Jura führt bis nach Château-Chalon. Der Wein, der den Namen dieser Stadt trägt, gilt unter Kennern als einer der drei besten Weine Frankreichs.
Der Doubs, entsprungen in einer Höhe von 940 Metern, fließt nach einer Strecke von 430 Kilometern in Verdun-sur-le Doubs nur noch auf 180 Meter Höhe. Auf der anderen Seite der Stadt wird der Fluss breiter, so als wolle er sich schon darauf vorbereiten, in die Saône zu münden, die aus der Lorraine kommt.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 25.09.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Die Eder entspringt im südöstlichen Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, fließt durch das Wittgensteiner Land, überschreitet bei Beddelhausen die hessische Landesgrenze und speist am Rand des Kellerwaldes den Edersee. Nach rund 180 Kilometern mündet sie südlich von Kassel in die Fulda. Die Eder gilt als sauberster Fluss Hessens.
Auf unserer kulinarischen Reise entlang ihrer Ufer lernen wir süße, aber auch deftige Spezialitäten der Region kennen. Die Chefin des Goetheplatz Cafés in Bad Berleburg, Reinhild Keller, serviert uns ihre Wittgensteiner Kirschtorte. "Eigentlich ein Kindergeburtstags-Rezept", sagt sie, "aber es ist auch bei Erwachsenen sehr beliebt." Im hessischen Laisa besuchen wir eine Landwirtin, die mit Produkten vom eigenen Bauernhof ausgefallene Eissorten kreiert.
In Frankenberg ist die weltbekannte Möbelfirma Thonet zu Hause. Ihr Stuhlklassiker "214" feierte 2009 seinen 150. Geburtstag. 350 Jahre älter ist das Frankenberger Rathaus, das mit seinen zehn Türmen das Stadtbild prägt und an jedem Samstag Zentrum eines regionalen Marktes ist. Hier treffen wir Landwirte aus der Umgebung – wie den Ziegenbauern Holger Berg vom Grünen Hügel. Sein Käse ist Teil eines ausgefallenen Menüs, das in der nahegelegenen Bärenmühle im romantischen Lengelbachtal zubereitet wird.
In Fritzlar knallen täglich die Korken von Champagnerflaschen: "Normalerweise trinkt man zuhause nur mal ein Gläschen, aber hier werden täglich tausende von Flaschen ins Produkt gegeben", erzählt uns ein Mitarbeiter der größten Sauerkrautfabrik der Welt.
Per Paddelboot Richtung Bad Wildungen-Wega endet unsere kulinarische Tour entlang der Eder. Wir lassen uns aber zum Schluss noch mit "Schipperlingen" verwöhnen, einem Gericht, das nur in dieser Gegend serviert wird. Letzte Station unserer Genussreise ist der nördlichste Weinberg Hessens.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 29.08.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Die kulinarische Reise über 1.000 km entlang der Labe, wie die Elbe in Tschechien heißt, beginnt im Riesengebirge. Im Verlauf finden wir immer wieder die für Böhmen so typischen Marktplätze mit Pestsäule, Rathaus, Kirche und Häusern mit ihren Säulengängen. Und überall kann man die böhmische Küche genießen. Schweinebraten, Hirschfilet oder Lammkeule, meist mit Sauerkraut und diversen Knödeln serviert. Melnik an der Moldaumündung gilt als die Weinregion Tschechiens und ist ein beliebtes Ausflugsziel der Prager.
Nach einem Abstecher nach Prag verlassen wir mit der Elbe Tschechien und landen über die Sächsische Schweiz in Dresden. Ab Magdeburg folgen wir der Mittelelbe über Stendal bis vor Hamburg. Ländliche Strukturen bestimmen die Landschaft. Ziegenkäse, Lammbraten oder Schweinshaxe mit Erbsenpüree die Speisetafel. Hamburg mit dem zweitgrößten Seehafen Europas rückt endgültig den Fisch in allen Variationen in den Mittelpunkt. Hinter Cuxhaven verliert sich die Elbe dann in der unendlichen Weite der Nordsee.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 16.10.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Die Ems entspringt in der Senner Heide am Fuße des Teutoburger Waldes und mündet nach 371 Kilometern bei Emden in die Nordsee. Die kulinarische Flussreise folgt dieses Mal dem Lauf der oberen Ems - von der Quelle in Nordrhein-Westfalen bis an die Landesgrenze zu Niedersachsen bei Rheine.
Die Küche an der Ems ist geprägt von deftigen Gerichten. Kaum eine Region ist so intensiv von der Landwirtschaft und einer bäuerlichen Lebensart geprägt wie Westfalen. Entlang der Ems stehen stets Produkte der Region auf dem Speiseplan. Denn man hat hier noch nicht verlernt, traditionelle Gerichte zu kochen. Oft werden die alten Rezepte aber auf eine feine, moderne Art neu zubereitet. Das macht die Küche dieser Region spannend und abwechslungsreich. Wir stellen Menschen und Orte vor, die für diese kulinarische Kulturlandschaft typisch sind.
Wir starten unsere Reise in Schloss Holte-Stuckenbrock und fahren in die Stadt des berühmten Landesgestüts von Nordrhein-Westfalen, nach Warendorf. Auch ins Zentrum der Region, in die Universitätsstadt Münster, machen wir einen Abstecher. Außerdem steht ein Besuch in Emsbüren auf dem Programm, wo seit über 200 Jahren Pumpernickelbrot gebacken wird.
Mit dem Pumpernickel lässt sich ganz vortrefflich kochen. Wie das geht, zeigt uns Küchenchef Alfons Lorenbeck aus Neuenkirchen. Er bereitet uns einen Zander mit einer Pumpernickelkruste zu.
Aber nicht nur kulinarische Highlights lernen wir auf unserer Reise kennen. An der Ems wohnen Menschen, die ihren Fluss so sehr lieben, dass sie sogar auf ihm leben. Einer davon ist der Fährmann Bernd Poll. Er betreibt in Mesum die einzige Emsfähre im Münsterland. Von Frühjahr bis Herbst ist er täglich im Einsatz, immer in Begleitung von Hanna, einem handzahmen Schwan.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 23. und 30.10.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Österreichs längster Binnenfluss entspringt im Salzburger Land, am Fuße der Ennskraxn in den Radstädter Tauern. In Flachauwinkl vereint sich die Enns mit der Pleißling und fließt durch die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Oberösterreich. Nach 254 Kilometer, nahe der Stadt Enns, mündet sie schließlich in die Donau.
In der Nähe der Quelle, in Flachau, beginnt der Enns-Radweg R7 - und dort kredenzen Hermann Oberreiter und Markus Pfeiffenberger vom Wirtshaus "Hoagascht" auch schon den ersten kulinarischen Höhepunkt: Szegediner vom Lachs mit Rollgerstl und Paprikarahm. Die Neuinterpretation des traditionellen ungarischen Krautfleisches ist nicht nur ein Geschmackserlebnis, sondern auch optisch ein Genuss.
In Radstadt macht ein Herbstfest der Bauern noch mehr Lust auf kulinarische Entdeckungen. So stellt im Wirtshaus "Zum Kaswurm" die Salzburger Genusswirtin des Jahres 2009, Christine Kaswurm, ein Schuraus- oder Hoamfoahr-Krapfen vor. Diese Krapfen wurden früher nur zu besonderen Anlässen wie dem Almabtrieb zubereitet.
Im Naturpark Sölktäler serviert die Zauneralm-Sennerin Martina Ebenschweiger Steierkrapf’n, eine regionaltypische Spezialität mit Steirerkas.
Und im Gasthaus Zur Ennsbrücke schließlich überrascht Küchenchef Christoph Pirafelner mit dem Xeis-Burger aus Gamsfleisch, der vor allem das Herz von Wildliebhabern höher schlagen lässt.
Neben kulinarischen Besonderheiten kommen aber auch die landschaftliche Schönheiten nicht zu kurz: unter anderen der Rossbrand, der schönste Aussichtsberg der Ostalpen oder die Gipfel von Hochwurzen und Hauser Kaibling. Beeindruckend ist auch das Dachsteinmassiv – mit dem höchsten Gipfel der Bundesländer Steiermark und Oberösterreich (Hohe Dachstein), dem Grimming und den Ennstaler Alpen mit dem Nationalpark Gesäuse.
Neben den Hauptorten Radstadt, Schladming und Admont werfen wir auch einen Blick ins Benediktinerstift Admont. Es ist das geistliche, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des mittleren Ennstales. Die Klosterbibliothek wird sogar als "Achtes Weltwunder" bezeichnet.
In Rohrmoos-Untertal bei Schladming liegt das Tettermoor, ein EU-weit einzigartiges Forschungsprojekt zur Rekultivierung von Almflächen. Das Leader-Projekt "Ennstal Lamm" hat sich in kürzester Zeit zu einer wahren Touristenattraktion entwickelt.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Der zweite Teil unserer Genuss-Reise entlang der Enns beginnt im österreichischen Nationalpark Gesäuse. Er ist der jüngste Nationalpark Österreichs, hier durchbricht der Wildwasserfluss mit großem Getöse die nördlichen Kalkalpen – einem der letzten unverbauten Flussabschnitte entlang der Enns. Dass man sich hier besonders gut erholen und Ruhe tanken kann, weiß die staatlich geprüfte Floßbaumeisterin Annemarie Dirninger natürlich am besten. Denn sie betreibt mit ihrem Mann am Rande des Nationalparks in Großraming die Firma Floß & Co, die erste österreichische Floßmeisterei. Eine Floßfahrt auf der Enns ist ein unvergessliches Erlebnis.
Neben grandiosen Landschaften der Steiermark und Oberösterreichs kann der Reisende hier auch sehr typische Gaumenfreuden kennenlernen, wie "Lammkoteletts mit Erdäpfel-Kürbis-Paradeisergröstl" und "Apfelnockerl mit Zimtobers" – zubereitet von Großramings Kirchenwirtin Angela Ahrer. Heinrich Holzinger vom Forellenhof in Pechgraben-Laussa räuchert seine Forellen in einem eigens dafür hergerichteten Lindenbaumstamm. Aber auch die Schmankerln und "Dampfnudeln" von Friederike Ochaya, der Sennerin und Biobäuerin auf der Gschwendtalm regen den Appetit an. Im Hotel und Restaurant Minichmayr in Steyr schließlich wird noch eine typisch oberösterreichische Spezialität aufgetischt, "Mostviertler Haschee-Knödel auf warmem Krautsalat und Bratensaft". Dazu passt Most, also vergorener Apfel- oder Birnensaft der heimischen Bauern.
So vielfältig die Landschaft, so sehenswert die zahlreichen Museen der Region: Das Köhlerzentrum Hieflau dokumentiert, wie einst Holzkohle erzeugt wurde, das Kutschenmuseum der Familie Gruber in Großraming gehört zu den größten privaten Kutschensammlungen Österreichs und beherbergt auch viele alte Schlitten. Die alte Nagelschmiede in Losenstein erinnert an das Mittelalter, als Losenstein lange Zeit ein mitteleuropäisches Zentrum der Nagelschmiede war und hier wöchentlich sagenhafte 4,5 Millionen Nägel geschmiedet wurden. Das Römermuseum Lauriacum in Enns besitzt eine der bedeutendsten römerzeitlichen Schausammlungen Österreichs. Sie illustriert die Vielfalt römischer Kultur im wichtigsten militärischen Stützpunkt am Donaulimes in der Provinz Noricum.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 22.06.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen
Hessens längster Fluss, die Fulda, entspringt in 855 Metern Höhe an der Wasserkuppe. Auf ihrer 218 Kilometer langen Reise durch Ost- und Nordhessen fließt sie durch Fachwerkstädte, vorbei an prachtvollen Barockanlagen und durchquert auf ihrer Reise anmutige, abwechslungsreiche Landschaften.
An ihren Ufern begegnen wir Menschen, die sich mit viel Phantasie der regionalen Küche widmen.
So gibt es in der Bischofsstadt Fulda ein Apfelweinlokal, in dem ein besonders experimentierfreudiger Koch mit Zutaten aus der Rhön überraschende Gerichte "zaubert": Blutwurstpizza und "Handkäs-Eis" stehen auf seiner Speisekarte.
Wir erleben ein festliches Mahl im Barockschloss Fasanerie, besuchen einen Expo-Musterhof, in dem hochwertiger Rohmilchkäse entsteht, sind zu Gast beim nordhessischen Spezialitätenfestival in Melsungen und erleben, wie in Kassel die berühmte "ahle Worscht" zubereitet wird.
Wenn schließlich die Fulda die Werra trifft, um als Weser zum Meer zu strömen, ist uns ein wenig bekannter Landstrich Deutschlands mit seinen Menschen und seinen kulinarischen Schätzen näher gekommen.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr

Die erste Folge über den Inn ist dem Schweizer Engadin gewidmet. Dort, im "Garten des Inn", entspringt der knapp 520 km lange Fluss. Wir begleiten den rauschenden Gebirgsfluss weiter durch Tirol und queren dabei die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Ein Hirschrückensteak mit Kräuterkruste, Polenta und Eierschwammerln oder Tiroler Graukasknödel stärken uns für die weitere Reise entlang der deutsch-österreichischen Grenze. Zwischen Kufstein und Passau wird der Inn immer mal wieder zur jadegrünen Grenze, bevor er in die Donau mündet.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 17.02.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Wassersportler, Wanderer, Radfahrer, Kulturkenner und Genießer - immer mehr Menschen entdecken die romantische Lahn. Sie entspringt im Rothaargebirge und mündet bei Koblenz in den Rhein. Wer die Lahn von der Quelle bis zu Mündung bereist, erlebt viele Überraschungen. Die Lahn ist noch immer ein Geheimtipp, aber im 19. Jahrhundert war sie Ziel von Prominenten aus ganz Europa: Dostojewski, der russische Zar, der Kaiser - sie alle kamen in die Kurstadt Bad Ems an der Lahn.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 06.04.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Die Loire ist der rote Faden einer filmischen Reise, die die Zuschauer in vier Etappen vom Zentralmassiv bis zum Atlantischen Ozean mehr als 1.000 km zurücklegen lässt. Dieser letzte große und wilde Fluss markiert die symbolische Grenze zwischen Nord- und Südfrankreich. Auf der Reise begegnet man interessanten Menschen, die am und mit dem Fluss leben. Sie führen zu unentdeckten Kleinoden und servieren den ein oder anderen für die jeweilige Region typischen Genuss.
Inmitten einer schönen Berglandschaft entspringt am Fuß des Mont Gerbier de Jonc im Zentralmassiv die Loire in 1.551 m Höhe. Eric Maréchal besitzt einen Bauernhof an einer der Quellen. Er bietet einmal pro Woche den Touristen sein mit Quellwasser selbstgemachtes Brot an. Roberto ist Schweizer und hat sich vor ungefähr zwanzig Jahren aus Liebe zum Fluss im Departement Haute-Loire niedergelassen. Er ist Vorsitzender von "SOS lebendige Loire".
Die erste große Stadt an der Loire ist Puy-en-Velay. Sie liegt auf erloschenen Vulkankegeln. Nach der Legende entstand die Klöppelspitze im März 1407 in Puy-en-Velay. Puy-en-Velay ist aber vor allem eine religiöse Stadt, entstanden aus einem wichtigen Marienwallfahrtsort. Nicht weit entfernt werden zwischen dem 20. Juli und dem 15. September die Linsen geerntet. Robert Chouvier verpackt seine Linsen gerne selbst, und zwar in Tüten nach alter Art. Man genießt die Lentille Verte du Puy das ganze Jahr über als Vorspeise, mit Fisch oder Fleisch, warm oder kalt.
Auf der Hochfläche von Velay liegt das kleine Dorf Blanlhac zwischen den ersten Vulkangipfeln und der Ebene von Emblavez. Emblavez bedeutet "Getreideland", und früher waren die Felder voller Getreide. Vom Schloss von Champlong in Villerest geht es weiter. Mit dabei ist eine Wandergruppe, die sich von Roger Pierre, genannt Caillou, führen lässt. Bourbon-Lancy ist seit Generationen die Wiege seiner Familie. Um die Ufer der Loire zu erklären, gibt es keinen besseren als ihn. In Nevers endet der erste Teil der Loire-Reise. Bei Feinschmeckern ist Nevers bekannt für einige Leckereien, die man sonst nirgends findet.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr

Von Bayreuth bis Würzburg schlängelt sich der Main an zahlreichen besonders prächtigen Abteien und Kirchen vorbei. Ein wahrlich gesegneter Landstrich, wo es sich seit jeher gut leben - und auch genießen - lässt. Auf unserer Reise am Main entlang erfahren wir, dass die Bratwurst eine "Fränkin" ist, woher der Bocksbeutel seine Form hat, oder was es mit den Dettelbacher Muskazinen auf sich hat. Ab dem Spessart zeichnet der Main ein Viereck in die Landschaft und gräbt sich gemächlich durch Muschelkalk und Buntsandstein. Dies ist auch der Boden, auf dem die Reben für einen der besten Weißweine Europas wachsen. Dann wird aus der ländlichen Idylle eine moderne Industrielandschaft. Zu Füßen der Frankfurter Wolkenkratzer probieren wir die legendäre "Grie Soß". Nun ist es bis zur Mündung nicht mehr weit, der Main verschwindet bei Mainz in den Fluten des Rheins.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 20.07.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Zwischen einem munteren Bergquell und dem behäbigen Strom am Deutschen Eck liegen eindrucksvolle 550 Kilometer. Die Mosel zieht ihre Schleifen durch eine Landschaft, wie sie abwechslungsreicher kaum sein kann. Am Anfang die rundlichen, grünen Bergkuppen der Vogesen, bis zu 1400 Meter hoch. Die Städte mit glanzvoller Geschichte wie Nancy und Metz. Die weltberühmten Weinlagen an den abenteuerlich steilen Hängen. Diese Reise an die Mosel zeigt die Schönheit der Flusslandschaft mit ihren liebenswürdigen, engagierten Bewohnern. Manche führen künstlerische Traditionen fort, wie beispielsweise der Bildermacher Jean Paul Marchal in Epinal. Andere - wie der Winzer Reinhard Löwenstein in Winningen - retten uralte Weinbergmauern und bewahren die einmalige Terrassenmosel vor dem Niedergang.
Eine kulinarische Moselreise führt natürlich auch zu ganz besonderen Genüssen. Doch: Wohin zuerst? Vielleicht zu der Bäuerin Colette Marchal in dem kleinen Vogesendorf Le Thillot. Ihr Bergkäse schmeckt nach den würzigen Kräutern der hochgelegenen Weiden. Oder zu Madeleine Finot und ihrem lothringischen Landgasthof. Sie verwöhnt Gäste mit einer typischen Regionalküche aus besten Zutaten vom eigenen Bauernhof.
In Ürzig stellt der sympathische Koch Harald Schild seine raffinierte Zandersülze vor. In ihrer Straußwirtschaft serviert Maria Gietzen eine wunderbare Riesling-Kräutersuppe, selbstverständlich hausgemacht. Anschließend verführt vielleicht ein sehr aromatischer Obstbrand - womöglich aus roten Weinbergpfirsichen - von Hubertus Vallendar dazu, der Mosel und den vielen Völkern zu danken, die hier ihre kulinarischen und kulturellen Spuren hinterlassen haben und dies noch immer tun.
Mit einer Fülle von immer wieder neuen, sehr sinnlichen Eindrücken von der Mosel beginnt diese kulinarische Reise. Heute führt die Tour von Toul bis an die französisch-luxemburgische Grenze bei Sierck-les-Bains. Der Film begleitet die Mosel durch Lothringen. In den Vogesen war sie ein lebhaftes Gebirgswasser. Stark genug, um Mühlen oder Sägewerke anzutreiben, aber noch nicht mit dem Kanu zu befahren. Dies ändert sich bei Neuves Maisons im Touler Land: Die Mosel vereinigt sich mit dem "Canal de l'Est", wird schiffbar, breit und behäbig.
Die Region rund um Toul ist bekannt für ihren Wein und die Glasverarbeitung. Das Städtchen Toul mit der mächtigen Kathedrale hat dem Weinanbaugebiet seinen Namen gegeben. Die ersten Glasmanufakturen gab es bereits im dritten Jahrhundert. Anfang des 20. Jahrhunderts revolutionierten unter anderen die Gebrüder Daum die Glasgestaltung. Sie waren unter den führenden Vertretern des französischen Jugendstils. In ihrem Stammhaus in Vannes-le-Chatel ist heute das Europäische Forschungs- und Ausbildungszentrum für Glasgestaltung untergebracht.
Auf ihrem Weg Richtung Luxemburg vermittelt die Mosel sehr unterschiedliche, vielfältige Eindrücke: grüne Weiden bei Pont à Mousson, römische Stadtgründungen wie Ars sur Moselle, einstige Hochöfenreviere bei Thionville. Genauso abwechslungsreich sind die regionalen Spezialitäten. Sie reichen vom einfachen Genuss eines wunderbar kräftigen, knusprigen Brotes bis zur hoch gelobten ländlichen Küche des Biohofes "Sainte Mathilde".
Die Mosel ist ein Fluss für Genießer. Wenn sie Frankreich verlässt, hat sie auf 42 Kilometern Länge am linken Ufer Luxemburg und am rechten Deutschland vor sich. Auf beiden Seiten liegen Weinberge. Berühmt ist die Mosel vor allem für ihren Wein aus den steilen Hängen hoch über dem Wasser. Der Riesling gedeiht hier in einer ganz besonderen Perfektion. Die Kultur der Reben prägt auch Land und Leute. Wo Wein wächst, haben auch Gastlichkeit und gutes Essen Tradition.
Eine kulinarische Entdeckungsreise startet man am besten auf der Mosel. Und so geht es an Bord des luxuriösen Flusskreuzers "Princess Astrid Marie". Jeder Flusskilometer birgt neue Überraschungen. Bei Luxemburg sind es mächtige Keuper- und Muschelkalkschichten, die den Fluss in ein enges Tal schnüren. Bei Trier ist es Buntsandstein, dann stellt sich das Schiefergebirge der Mosel entgegen. In unzähligen Schleifen windet sie sich dem Rhein entgegen und formt eine Landschaft, die genauso vielfältig ist, wie die Speisekarten in den vielen Restaurants der kleinen Ufergemeinden. Typisch sind z. B. die "frittierten Moselfische" oder der geräucherte Aal. Die Gerichte sind oft deftig, bieten somit eine gute Grundlage für Exkursionen entlang der schönen Tochter des Rheins.
In mehreren Etappen begleiten die beiden Autoren Francois Cauwel und Frank Hisam die Mosel von der Quelle in den französischen Südvogesen bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz. Ihre kulinarische Reise starten sie auf der Mosel. Mit den Kameras haben sie den umgebauten holländischen Frachter "Merlijn" begleitet. Die Passagiere entdecken jeden Flusskilometer, die Städte und Dörfer, den erstaunlichen geologischen Wechsel vom Buntsandstein zum Schiefer. Dies kann man an Bord oder auf Uferwegen mit dem Fahrrad erleben. In unzähligen Schleifen windet sich die Mosel dem Rhein entgegen und formt eine Landschaft, die so vielfältig ist wie die Speisekarten in den vielen Restaurants der kleinen Ufergemeinden.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 02.03.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen
Mit gerade einmal 115 Kilometern Länge ist die Nahe ein eher kleiner Fluss. Sie entspringt im nördlichen Saarland und durchquert Rheinland-Pfalz ungefähr in der Landesmitte, zwischen Hunsrück und Nordpfälzer Bergland. Bei Bingen mündet sie in den Rhein. Kulinarisch ist das Nahetal sehr abwechslungsreich: Am Oberlauf, einem durch Landwirtschaft und die alte Tradition der Edelsteinverarbeitung geprägten Landstrich, dominiert schlichte aber raffinierte Hausmannskost (Kartoffelgerichte, Spießbraten). Hier gibt es herbes Bier und die bundesweit wohl größte Zusammenballung erlesener Whiskysorten. Die mittlere und untere Nahe dagegen ist Weinland, eines der kleinsten deutschen Anbaugebiete, dessen Winzer einen hervorragenden Ruf genießen. Passend zum erlesenen Nahe-Riesling bietet das untere Nahetal auch gehobene Gastronomie auf "Sterne"-Niveau.
Die touristischen Attraktionen sind vielfältig. Die glitzernde Welt sündhaft teurer Steine in und um Idar-Oberstein, die grandiose Felsenlandschaft bei Bad Münster, römische Großmosaike in Bad Kreuznach, wildromantische Flussabschnitte mit fischfressenden Schlangen und, last but not least, das einzige frühmittelalterliche Felsenkloster nördlich der Alpen. Aber das ist noch längst nicht alles, was er zu bieten hat - der kleine Fluss, den die Kelten den "wilden" nannten.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 12.10.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Aus dem Gotthardmassiv kommt einer der Quellflüsse des Rheins: Der Tomasee gilt als Quellgewässer des Vorderrheins. Die Gegend des jungen Rheins, die Graubündener Bergwelt in der Schweiz, ist ein Entdeckungsland für kulinarische Spezialitäten: Maluns, Capuns aus Mangoldblättern, getrocknetes Bündner Fleisch, Birnbrot oder der Käse von den hochgelegenen Alpen. Die Graubündener Küche ist traditionell eine Arme-Leute-Küche, die von Bauern stammt.
In den Bergen wächst kaum noch Getreide oder Gemüse. Bergbauern zogen früher mit ihren Produkten wie Käse und Tierhäuten nach Italien und brachten Korn, Mais und Nüsse mit. Entsprechend sieht die Speisekarte der Region aus. Hilda Veraguth schafft es, diese Küche auf ein hohes Niveau zu heben. In ihrem Restaurant "Da Veraguth Carnetg" oberhalb von Ilanz im Dorf Sagogn. "Großmutters Küche" - entlang des Rheins im schweizerischen Graubünden ist sie fast noch in ihrer ursprünglichen Form zu finden.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Das Vorarlberger Rheintal erstreckt sich von Feldkirch bis Bregenz und zählt zu den am dichtesten besiedelten Gebiete Österreichs. Im kleinen Österreichteil am Rhein findet sich eine ganz eigenständige und urige Küche mit einigen unverzichtbaren Eckpfeilern, wie etwa den Riebeln. Seine erste Blütezeit erlebte Feldkich im 13. Jahrhundert, nachdem Hugo von Montfort, Graf von Bregenz und Rätien, seine Residenz hierher verlegt hatte. Sitz der Grafen von Montfort war die "Schattenburg", die hoch über der Stadt thront.
Obwohl dort schon der Weinanbau eine Rolle spielt, so wird man auf der Suche nach den Spezialitäten der Region vor allem bei der großen Vielfalt von Käsesorten fündig. Käse ist schließlich auch die wichtigste Zutat des Vorarlberger Nationalgerichtes schlechthin: Käsknöpfle oder Kässpätzle.
Zu den kulinarischen Spezialitäten des Rheintals gehören aber auch Edelbrände, wie zum Beispiel das "Griasiwasser". Der Kirschbrand aus dem kleinen Bergdorf Fraxern ist eine gesuchte Rarität. In Höchst, nahe der Mündung des Rheins in den Bodensee, wo das Naturschutzgebiet Rheindelta beginnt, liegen Obstplantagen. Dort reift vor allem Tafelobst, aber auch Sorten, die bei der Erzeugung von Säften und Edelbränden Verwendung finden.
Über Lustenau und Dornbirn mit der nahen Rappenlochschlucht geht es weiter bis Bregenz. Im heutigen Stadtbild von Bregenz haben alle historischen Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart ihre Spuren hinterlassen. Von der Seepromenade führt der Weg hinauf in die Altstadt, zum Deuringschlössle, wo einer der besten Köche des Landes gleichsam "residiert". Den Abschluss der kulinarischen Reise durch das Vorarlberger Rheintal bildet eine Kreuzfahrt mit dem Raddampfer Hohentwiel, der - originalgetreu rekonstruiert - aus der Jahrhundertwende stammt.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Der Herbst ist mit seinen intensiven Stimmungen eine der schönsten Jahreszeiten am Bodensee. Vor Konstanz sammelt sich der Rhein in einer weiten Bucht, dem "Konstanzer Trichter", um dann als "Seerhein" dem Untersee entgegenzufließen.
Hier beginnt die dritte Etappe der kulinarischen Rheinreise, die sich ausführlich dem Thema Fisch widmet. Denn: "Jagdgründe" gab und gibt es genug. So galt beispielsweise Ermatingen auf der Schweizer Seite des Bodensees einst als echtes Fischerdorf. Großabnehmer waren die umliegenden Klöster, die an den vielen Fastentagen ihren Speiseplan mit Fisch und Ente aufzuwerten wussten. Später lieferten die Fischer Felchen sogar bis nach Italien und Frankreich.
Heute lässt sich von der Fischerei allerdings nicht mehr ausschließlich der Lebensunterhalt bestreiten. Der frühere Lockentenmacher fertigt Souvenirs. Fischer arbeiten im Nebenerwerb noch als Gemüsebauern.
Nicht nur der Bodensee, sondern auch das fruchtbare Umland sorgt für die Menschen. Bestes Beispiel: die Insel Reichenau. Aus der Vogelperspektive sind ihre vielen Gewächshäuser und Gemüsefelder zu erkennen. Aber auch interessante Sakralbauten lassen sich entdecken. Dieses Nebeneinander von mittelalterlichen Kirchen und dem intensiven Gemüseanbau ist typisch für die Insel, die im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
In der Region verfolgt man neue Konzepte. Touristiker, Umwelt- und Naturschützer, Gastronomen und Ökobauern haben sich zur "IG Untersee" zusammengeschlossen. Ihnen geht es um die Wahrung des kulturellen Erbes, den Schutz der Unterseelandschaft sowie um das kulinarische Angebot in der Region. So initiiert man zum Beispiel die "Unterseegenüsse" als Projekt und die Speisekarte als kulinarisches Spiegelbild einer gewachsenen Kulturlandschaft. Je nach Saison gibt es fangfrischen Fisch aus dem Bodensee, Fleisch, Obst und Gemüse von den Höfen der Biobauern.
Natürlich liefert "Rhein kulinarisch" auch alles, was der Besucher für einen kulturellen Zwischengang benötigt: Stein am Rhein mit seinen Bürgerhäusern, den Rheinfall bei Schaffhausen, die Klosterinsel Rheinau. Dazwischen immer wieder der Blick in die Küche - sei es beim Sternekoch oder bei einer alteingesessenen Fischersfamilie.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Nach dem Rheinfall bei Schaffhausen bahnt sich der Rhein einen Weg durch hartes Felsgestein bis nach Basel. Die Schweiz scheint zwar stets auf ihre Eigenständigkeit bedacht, ist aber eine weit offenere Gesellschaft als man gemeinhin vermutet. Gerade am und um den Rhein zeigen sich Einflüsse verschiedener Kulturen.
Der vierte Reiseabschnitt beginnt in Zurzach mit seinem Schloss aus dem 19. Jahrhundert sowie den Spuren einer ehemaligen römischen Siedlung und führt in das Gebiet um die Stadt Baden. Hier stößt man auf Schloss Habsburg, die Geburtsstätte dieser größten Adelsdynastie, und das wenige Kilometer entfernte Kloster Königsfelden. Diese 1308 gegründete Franziskanerabtei ist wegen ihrer elf bunten Kirchenfenster, die um 1330 bemalt wurden, international bekannt.
In Baden selbst findet sich in der Villa Langmatt, einem Herrenhaus des Schweizer Industriellenpaares Sidney und Jenny Brown, eine der größten privaten Sammlungen impressionistischer Malerei. Während ihrer Flitterwochen im Jahre 1896 haben sie sich das erste Kunstwerk gekauft. Ihnen gefielen vor allem Renoir, Cezanne, nicht zu vergessen Pissaro, Monet und Degat.
Natürlich lohnt der Ausflug auch aus kulinarischer Sicht. Kurz hinter Baden, in Dättwill, gibt es in einem ehemaligen, 200 Jahre alten Schweizer Bauernhof zweierlei Küchen. Der Gast kann wählen: einerseits die traditionelle Schweizer Küche, andererseits eine vor allem durch die Toskana inspirierte, gehobene Variante.
Solche "Doppelungen" finden sich in diesem Rheinabschnitt aber nicht nur in der Küche. So existieren beispielsweise Laufenburg und Rheinfelden links und rechts des Rheines gleich zwei Mal. Jeweils zwei Städte, die eine diesseits, die andere jenseits der deutsch-schweizerischen Grenze. Brücken verbinden die Menschen hüben und drüben und lassen spannende Kooperationen auch und gerade in der Küche entstehen.
Bad Säckingen, Augst mit seiner Römerstadt und ein Abstecher ins Ergolztal sind weitere Stationen auf dem Weg nach Basel. Die Stadt am Rheinknie ist Etappenziel und lockt mit vielen Sehenswürdigkeiten wie Rathausplatz und Münster sowie zahlreichen Museen. Das Kunstmuseum ist das größte Museum der Schweiz.
In 15 Sälen vereint es eine ansehnliche Gemälde-Sammlung. Die Werke stammen von Künstlern, die im 15. und 16. Jahrhundert am Hochrhein lebten. Darunter finden sich Namen wie Schongauer, Grunewald, Deutsch und Cranach. Wer es exotischer mag: Am Rheinufer steht das Museum von Jean Tinguely. Der Schweizer Künstler hat Metaharmonien erfunden: Maschinen, die Töne mischen. Für die ganze Familie: das Puppenmuseum mit Puppenhäusern, Teddybären und allem, was Kinderherzen höher schlagen lässt.
Das kulinarische Basel bietet "Läckerli", Ueli-Bier und Klöpfer-Wurst. Der Streifzug führt durch Gaststätten, Konditorei, Brauerei und endet im beliebtesten Restaurant der Stadt. Es steht stellvertretend für die Schweizer Küche, in der sich mittlerweile Einflüsse aus Italien, Frankreich und Deutschland zu einem neuen interessanten Ganzen mischen.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Ganz in der Nähe von Basel liegt Saint Louis. Man nennt es auch das "Tor zu Frankreich", denn es markiert den Anfang des französischen Rheins. Hier wurde 1982 das erste Naturschutzgebiet des Elsass gegründet. Warum man die Gegend auch als "kleine Camargue" bezeichnet machen Bilder aus der Vogelperspektive deutlich. Auf der einen Seite sieht man den für die Schifffahrt begradigten Rhein. Daneben erstreckt sich reines Flachland, das ursprüngliche Überschwemmungsgebiet des alten Rheins. Die vielen Wasseradern lassen den Betrachter an ein Deltagebiet denken.
Einen entsprechenden Stellenwert nimmt der Fisch in der Küche ein. Schon 1852 wurde hier die erste Fischzucht Europas gegründet. Später hat man dieser Fischzuchtstation als einziger das Recht übertragen, den Rhein wieder mit Lachsen zu bevölkern. Heute ist dieser Lachs im Vergnügungshafen von Kembs die Hauptattraktion in einem Restaurant, das auf einem umgebauten Schleppkahn eingerichtet wurde.
Die kulinarische Reise führt weiter in den Sundgau, das Land westlich des Stroms. Er ist die südlichste Region des Elsass. Lange lag er abseits der großen Verkehrsadern. Geprägt wird er von ländlicher Tradition, von sanft hügeliger Landschaft und Teichen. Es ist kein Zufall, wenn der gebratene oder frittierte Karpfen die hiesige Spezialität ist. Aber der Fisch ist, kulinarisch gesehen, natürlich nicht alles.
Ferrette besitzt mit dem Käselieferanten Bernard Anthony eine Attraktion: Er beliefert mit seinen Produkten die Kochmützen und -sterne gekrönten Gourmet-Gastronomie. Regelmäßig lässt ihn sogar die Fürstenfamilie von Monaco mit dem Hubschrauber abholen, damit er Käsebuffets organisiert.
Noch ein Abstecher: Mulhouse - die "Industriehauptstadt" des Elsass, deren Entwicklung im 18. Jahrhundert mit der Gründung der ersten Baumwolldruckerei einsetzte. 1746 begannen vier junge Mulhousener Baumwollstoffe nach einem Verfahren zu bedrucken, das aus Indien stammte. Innerhalb nur eines Jahrhunderts wurden nahezu 40 Stoffdruckereien in Mulhouse und Umgebung gegründet. Später kamen noch andere Industriezweige hinzu. Mulhouse erhielt den Namen "die Stadt der 100 Kamine".
Heute wird ihre Industriegeschichte nicht nur in der Architektur sichtbar, sondern auch in mehreren Museen der Stadt: das Museum der Stoffdruckereien, das Eisenbahnmuseum und das vom Wollfabrikanten Fritz Schlumpf aufgebaute Automobilmuseum. Dort lassen Raritäten und Schönheiten vergangener Tage das Herz jedes Oldtimer-Fans höher schlagen.
Touristisch attraktiv ist natürlich auch Colmar mit seinen Fachwerkhäusern in "Klein-Vendig". Die größte Anziehungskraft hat aber der Issenheimer Altaraufsatz im Museum von Unterlinden. Er wurde wahrscheinlich zwischen 1490 und 1516 gebaut. Gestaltet und bemalt hat ihn der Künstler Mathias Grünewald, dessen Biografie noch immer voller Rätsel steckt. Der Aufsatz ist das Herzstück der Sammlung, die viele Meisterwerke der rheinischen Kunst präsentiert.
Entlang der elsässischen Weinstraße geht es weiter. Wir erzählen die Geschichte der Tokayrebe genauso wie die des berühmten "Kougelhopf", und besuchen eine Autorin von Marmelade-Büchern, engagierte Nachwuchswinzerin und den Sternekoch.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Auf der einen Rheinseite das Elsass wechseln wir zurück auf die deutsche Seite mit Markgräflerland und der Gegend rund um den Kaiserstuhl. Ausgangspunkt für diese Route ist eine Stadt, die mit der Aufforderung "Lass dich nieder in Weil" wirbt. Das nötige Mobiliar dazu ist im Stadtbild nicht zu übersehen. Überdimensionale Stühle werden zu Wegweisern oder zieren Gebäude. Vor allem Geschäftsleute, aber auch Winzer griffen diese Werbeidee auf, die der kleinen Grenzstadt Originalität verleiht.
Der Lieferant solcher Ideen heißt Vitra. Dieses Museum wurde 1989 in einem Gebäude des kalifornischen Architekten Frank O. Gehry eröffnet. Es zeigt historische und zeitgenössische Entwicklungen des Möbeldesigns. Wer also bisher dachte, dass ein Stuhl eine einfache Sitzgelegenheit sei, wird hier über die Fülle an Formen, Farben und Funktionen staunen. Tische, Schreibtische, Stühle, Sessel - „verpackt“ in einem Gebäude, dessen Außenarchitektur an ein Schiff erinnert.
Dass aus der Region auch ein Mineralwasser kommt, verdankt man einer geologischen Besonderheit. Durch die Verschiebung der Erdschichten im Oberrheingraben fließt Mineralwasser, das so sonst nur im Schwarzwald entstehen könnte, an ein paar Stellen bis zum Rhein durch. In Liel fördert der "Lieler Schlossbrunnen" das kostbare Nass zu Tage. Das High-Tech-Unternehmen füllt an heißen Sommertagen bis zu einer halben Million Flaschen ab. Lebensfreude pur soll dieses Wasser bringen. So erfahren die Verbraucher auf den Etiketten etwas über kulturelle und sportliche Ereignisse in der Region.
Auch auf dieser Etappe wird deutlich: landschaftliche und klimatische Gegebenheiten bestimmen den Speisezettel. Der Weg führt ins Münstertal, wo prächtige Kühe aufwachsen. Sie liefern die Milch für einen guten Käse.
Der Hausberg des Markgräflerlandes ist der Blauen mit seinem Aussichtsturm. Von 1164 Metern Höhe hat man einen schönen Rundumblick auf den Schwarzwald, die Vogesen, den Rhein und natürlich die Weinberge. Hier wächst unter anderem der Gutedel, die älteste bekannte kultivierte Rebsorte. Sie gelangte auf verschlungenen Pfaden ins Markgräflerland, denn ihr Ursprung liegt in Oberägypten. Von dort brachten die Phönizier die Rebsorte aus Griechenland über das Rhônetal bis in die Schweiz nach Vevey, wo sie übrigens "Fondant" heißt. Markgraf Friedrich von Baden entdeckte diesen Wein und sorgte dafür, dass er in Südbaden heimisch wurde.
Die Reiseetappe endet auf Burg Sponeck, auf den westlichsten Ausläufern des Kaiserstuhls. Schon zu spätrömischer Zeit stand hier ein Kastell. Die Alemannen vertrieben die Römer und alle nachfolgenden Herrscher waren begierig, von hier aus den strategisch wichtigen Rhein zu sichern. Archäologen haben den kleinen Rest eines Merowinger Turms frei gelegt.
Wie viele andere hat auch die Burg Sponeck eine turbulente Geschichte mit wechselnden adligen Besitzern hinter sich, bis 1917 der Maler Hans Adolf Bühler das Anwesen kaufte. Seine Nachfahren richteten den im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Turm wieder auf. Relikte blieben als Mahnmale. Viele Bühlersche Bilder entstanden mit der unvergleichlichen Aussicht auf den Rhein und das nahe Elsass.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Zwischen Selestat und Seltz lässt sich all das genießen, was das Elsass kulinarisch ausmacht. Flammkuchen, Sauerkraut, Fisch, Käse, Wein ... Die Region ist aber auch reich an sehenswerten Bauwerken - vom Fachwerkhaus bis zur imposanten Burg. Und als Highlight: Straßburg mit Münster und Altstadt.
Die Gegend wird nicht nur vom Rhein, sondern auch von zahlreichen Zuflüssen durchzogen. Daher kann die Fischerei auf eine lange Tradition zurückblicken. Bis in die 1950er Jahre lebten Hunderte Menschen vom Fischfang. Es gab sogar eine Fabrik, in der Fischfilets hergestellt wurden.
In dieser fruchtbaren Gegend stößt man aber auch auf Weizenfelder, hier lebt in Ebersheim die älteste Bäckersfamilie Frankreichs, die ihre Tradition bis zum Jahr 1752 zurückführt. Dort gibt es noch riesige Wiesen und eine der letzten "Geburtsstätten" des französischen Käses.
Dort findet man Obstgärten und den einzigen handwerklichen Schnapsbrenner im Elsass, der sein eigenes Obst verwendet. Und schließlich erstreckt sich Richtung Straßburg das Krautanbaugebiet Frankreichs.
Der Rhein fließt östlich an Straßburg vorbei. Besonders beliebt sind die Spazierwege entlang des Flusses und die Brücke, die Straßburg mit Kehl über den Fluss hinweg verbindet. Durch Straßburg selbst fließt die "Ill", die mit ihren beiden Armen das historische Zentrum umschließt. Ihre Uferanlagen bilden einen schönen Rundweg für kleine Stippvisiten. Wer keine Lust zum Laufen hat, kann an Bord eines Passagierschiffes gehen und das Ganze vom Wasser aus besichtigen.
Straßburg sollte man dennoch zu Fuß erkunden: "La Petite France" mit seinen Fachwerkhäusern, die überdachten Brücken, das Münster, das Rohan-Schloss, Museen wie das Musée d'Art Moderne et Contemporain, die Fußgängerzone - dort spürt man französische Lebensart. Man braucht nur zum Einkaufen in ein paar Geschäfte zu gehen: sei es in eine Metzgerei, Konditorei, einen Kolonialwarenladen oder zum Wochenmarkt mit seinen Produkten direkt vom Erzeuger. Die Auswahl im gastronomischen Bereich ist entsprechend groß. Sie reicht von ganz berühmten Restaurants bis hin zu vollkommen unbekannten Häusern.
Die Gegend, die zwischen Straßburg und Saverne liegt, nennt man den Getreidespeicher des Elsass. Der Kochersberg hat seine landwirtschaftliche Bedeutung erhalten. Doch wird dort inzwischen hauptsächlich Hopfen angebaut, dessen elegante Schlingarme von schrägen Stangen gehalten werden. Die Architektur der Bauernhöfe dominiert die Dörfer.
Der Kochersberg ist das Ursprungsland des Flammkuchens, einer kulinarischen Landespezialität, gebacken aus dünnem Teig, Rahm, Zwiebeln und Speck.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Die rechtsrheinische Route bis Mannheim setzt im Süden der Ortenau ein, führt durch die Ebenen der Rheinauen, durchstreift das hügelige, fruchtbare Bergland des vorderen Schwarzwaldes und endet in der badischen Kurpfalz. Sowohl Küche als auch Keller haben in dieser Region ein hohes Niveau. Es reicht vom Drei-Sterne-Restaurant bis ins einfache Bauernhaus. Die deftige Vesper mit Schinkenspeck, Hausmacher Wurst, Holzofenbrot mit Sauerteig, pikantem Käse und einem Viertel Riesling oder Spätlese kann hier zum gleichen Hochgenuss führen wie raffiniert einfach aufgetischter Rehrücken.
Die Reise entlang des Rheins beginnt in Rust. Wegen des überregional bekannten Europa-Parks dürfte es wohl der fröhlichste Ort am Oberrhein sein. Drei Millionen Besucher aus allen Ländern zählt man dort pro Saison. Wenige Kilometer im Landesinnern trifft man auf die Ausläufer und Täler des Schwarzwaldes. In der Nähe von Hausach empfängt den Besucher eine eigene Bauernkultur. Majestätisch und einladend ist die Architektur des Vogtsbauernhofs. Heute gruppiert sich um diesen ein Freilichtmuseum, das sich der Erforschung und Weitergabe von Brauchtum verschrieben hat.
Über Schloss Ortenberg geht es weiter nach Offenburg. Der Stadtname ist nicht zuletzt durch den Sitz des Medienkonzerns Burda bekannt. Der Gang über den Offenburger Markt zeigt, was die Region heute zu bieten hat. Fast ein Relikt: eine kleine, aber feine Rösterei. Sie blieb von einst 56 Betrieben übrig und kann es in punkto Kaffeegeschmack mit den Giganten der Branche jederzeit aufnehmen.
Oberkirch, die Stadt des Obstes und der Beeren, liegt am Eingang des Renchtales. Hoch über den Dächern grüßt die Schauenburg. Einst ein machtstrotzender Besitz der Schauenburger ist sie heute Erinnerungsstätte an den größten Romancier des Spätmittelalters: Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen. Er stand als kluger Verwalter in den Diensten der Schauenburger, als er "Simplicius Simplicissimus", den Abenteuerroman aus dem 30-jährigen Krieg, schrieb.
Wo Obst angebaut wird sind die Schnapsbrenner nicht weit. Meerrettich gedeiht im sandigen Überschwemmungsgebiet der Rheinauen. Eine reichhaltige Angebotspalette offeriert eine Käse-Manufaktur in Hockenheim. Dazu Spargel rund um Schwetzingen und Wildenten bei Ketsch, das Paradies um Ortenau und alte Kurpfalz ist unermesslich reich an allem, was zur Nahrung und Bevorratung der Bevölkerung gebraucht wird, so dass man den hohen Grad agrarischer Nutzung dieses fruchtbaren Landes am Oberrhein sehen kann.
Dazwischen liegt Karlsruhe mit seiner prächtigen Schlossanlage, aber auch mit gepflegter Gastlichkeit.. Mehr als 1.200 Restaurants, Gaststätten, Bistros, Bars und Cafés laden ein.
Adressen der vorgestellten Stationen:

In der pfälzischen Küche geht es deftig zu. Bekannt geworden ist vor allem der Saumagen. Aber es wäre falsch, die Küche der Pfalz mit solchen „Sauereien“ gleichzusetzen. Besonders gerne essen die Pfälzer nämlich Fisch. Und den fängt man unter anderem in den Altrheinarmen. Hier spürt man das fast verschollen geglaubte Eigenleben des Flusses. Die Auwälder sind in dieser Gegend fast so wild wie ein Dschungel, wahre Urwälder und Brutstätten für Stechmücken. Der letzte Berufsfischer dieser Gegend hat sich zwar längst zur Ruhe gesetzt, aber gefischt wird natürlich noch immer.
Eine der wichtigsten kulturellen Stationen dieses Reiseabschnittes ist Speyer. Hier kann man bei einer kulinarischen Stadtführung sogar die leiblichen Genüsse mit einbeziehen. Der Ausgangspunkt der Route liegt auf dem Domplatz, vor der größten romanischen Kirche der Welt, führt durch die historische Altstadt über die Dreifaltigkeitskirche zum Rathaus sowie zum Altpörtel und in das jüdische Kultbad, die Mikwe. An ausgewählten Punkten steht jeweils eine Einkehr an. Vor-, Haupt- und Nachspeise werden so in jeweils anderen Restaurants eingenommen - dazwischen immer ein "Schuss" Kultur.
Feste und Bräuche der Gegend sind eng mit dem Essen verbunden. So berichtet eine Anekdote aus der Otterstädter Stadtgeschichte von einer großen Hungersnot, ausgelöst durch ein Hochwasser des Rheins, in dem viele Rinder ertranken. Doch die Nachbarn aus Schifferstadt halfen den Otterstädtern, öffneten ihre Weiden für deren Vieh. Die Otterstädter bedankten sich mit dem, was sie am reichlichsten hatten, den Karpfen. An diese alte Geschichte erinnerten sich die Otterstädter, als sie vor einigen Jahrzehnten das „Karpfenfest“ ins Leben riefen. Seitdem überbringt einmal im Jahr das jeweils jüngste Hochzeitspaar von Otterstadt dem Schifferstädter Bürgermeister ein Netz voll Karpfen, die anschließend von den zwölf ältesten Bürgern von Schifferstadt verzehrt werden.
Die Route folgt nun der Weinstraße nach Neustadt. Auf dem mit Fachwerkhäusern gesäumten Marktplatz wird wirklich noch Markt gehalten. Hier bekommt man alles, was die Region zu bieten hat. Esskastanien kann man aber auch am nahen Hambacher Schloss direkt vom Baum pflücken.
Der Besuch dieser "Wiege" der deutschen Demokratie ist also nicht nur aus historischen Gründen zu empfehlen. Wie in der Pfalz so spielt auch in Rheinhessen der Wein eine sehr wichtige Rolle. Beide Regionen gehören zu den größten Weinbaugegenden Deutschlands. Von Alzey bis Bingen ist das Bild der Landschaft vom Wein geprägt. Und auch in der Küche ist Wein eine wichtige Zutat. Typische Rezepte der Region sind der "Dippehas", also Hasentopf, oder die Woihinkelscher, Weinhühnchen. Dieses traditionsreiche Rezept erinnert stark an den französischen "coq au vin".
Tatsächlich gibt es in der Pfalz wie in Rheinhessen historische Bande zu Frankreich. Schließlich haben die Franzosen die Region immer wieder gern besucht, leider nicht immer als Touristen. So wurde Oppenheim im 17. Jahrhundert durch französische Truppen komplett zerstört. Doch die Bürger haben ihre Stadt wieder aufgebaut. Nur das Wahrzeichen der Stadt ist gleich geblieben: die Katharinenkirche, die größte gotische Kathedrale zwischen Köln und Straßburg.
Zum Wein schmeckt den Rheinhessen besonders der Spundekäs, eine leichte Zwischenmahlzeit aus Frischkäse und unterschiedlichsten Beigaben. Die Grundtypen sind der rote Spundekäs mit Paprika und der grüne mit Kräutern. Aber auch mit dem Wein selbst wird in der heimischen Küche experimentiert. Da gibt es den Riesling-Guglhupf und weitere Ideen wie den Riesling-Senf, Riesling-Essig und zum Nachtisch passen die Riesling-Pralinen.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Der zehnte Abschnitt der kulinarischen Rheinreise ist der wohl weltweit bekannteste. Er führt von Mainz nach Koblenz durch das romantische Mittelrheintal mit der Loreley - dem Fels der Felsen - und den zahlreichen Burgen. Ausgangspunkt ist die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Hier "huldigt" man "Weck, Worscht und Woi", denn kulinarisch lieben es die Mainzer durchaus deftig. Auf dem Wochenmarkt schütten die Bauern der Region ihr reichhaltiges Angebot aus. Und was ein echter "Meenzer" ist, der lässt sich beim Bummel die heiße Fleischwurst nicht entgehen. Der Besuch des Doms und der Altstadt bieten willkommene Abwechslung.
Dann heißt es: Leinen los. An Bord eines Ausflugdampfers geht es stromabwärts. Der Rhein wird von Weinbergen gesäumt, denn schon seit den Römern gehören Wein und Rhein zusammen. Doch dass man überall in Rheinhessen beim Winzer seinen Schoppen schlürfen kann, ist - der Legende nach - Karl dem Großen zu verdanken. Er soll den Ausschank während der Sommermonate erlaubt haben.
Karl der Große hat Ingelheim im achten Jahrhundert durch den Bau der Kaiserpfalz zu hohem Stellenwert verholfen. Hier hielt er auf der Durchreise Hof, inspizierte seine Ländereien und erließ Gesetze. Von seinem Palast stehen heute nur noch wenige Mauern. Die Zeiten überdauert hat dagegen die Burgundertraube, die Karl der Große angeblich hierher brachte. Eins steht fest: Der Herrscher muss sich gerne mit Wein beschäftigt haben. In seinem Verwaltungshandbuch "Capitulare de Villis" behandelt fast ein Zehntel aller Gesetze den Weinbau.
Hinter dem Binger Loch reiht sich Burg an Burg. Eine Festung steht sogar mitten im Strom: die Pfalzgrafenstein bei Kaub. Die stromlinienförmige Silhouette erinnert selbst an ein Schiff. Berühmt wurde "die Pfalz" durch Feldmarschall Blücher, als dieser Napoleon hinterhersetzte und in der Neujahrsnacht 1813/14 an dieser Stelle den Rhein überschritt. Strategisch günstig lag auch der Ort Kaub. Als die Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet aufteilten, blieb in der Mitte versehentlich eine unbesetzte Zone: der Freistaat Flaschenhals. Die Orte wurden zu Schmugglernestern. In Erinnerung an diese Zeit haben die Wirte am Ort einen "Pass" herausgebracht, der als "Eintrittskarte“" für ein 4-Gänge-Menü gilt.
Burgenromantik und nostalgische Schwärmerei fanden am Rhein schon immer reichlich Nahrung. Doch kaum ein Bauwerk verkörpert diese Sehnsüchte perfekter als Schloss Stolzenfels. Als die Stadt Koblenz 1823 die Burg dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. schenkte, war sie nicht viel mehr als eine Ruine. Doch der Romantiker beauftragte seinen besten Architekten mit dem Wiederaufbau. Angeblich sollen der spätere König und sein Hofstaat hier rauschende Kostümfeste gefeiert haben. In einer Zeit, in der man im Deutschen Reich Fabriken baute, träumte der Monarch von edlen Rittern und hohen Idealen und stopfte sein Schloss mit kostbaren Antiquitäten voll. Im großen Rittersaal tafelten illustre Gäste mit den deutschen Majestäten. 1845 war sogar Queen Victoria auf Stolzenfels zu Gast.
Friedrich Wilhelm war in gewisser Weise ein Glücksfall für den Rhein. Denn seine Romantikwelle spülte die ersten Touristen herbei und Geld in die Kassen. Heute pendeln nirgendwo sonst auf dem Rhein so viele Ausflugsboote wie auf der Strecke zwischen Mainz und Koblenz. Aber auch nach dem Deutschen Eck in Koblenz finden sich interessante Stationen wie das Schloss Namedy oder Andernach mit seiner Bäckerjungen-Legende. Die Etappe endet daher auch mit einer "Bäckergeschichte" - allerdings wenige Kilometer rheinabwärts. Dort hat sich im kleinen Ort Dattenberg 1971 ein Verein gegründet, um das alte Backhaus wieder aufzubauen. Heute funktioniert der Ofen wie in alten Zeiten und man backt auch wie damals.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Der "Halve Hahn", "Himmel und Äd" oder der "Kölsche Kaviar" - Etappe Nummer Elf der kulinarischen Rheinreise betreibt Aufklärung in Sachen bodenständiger Gerichte. So führt der Weg in die rheinischen Metropolen Köln und Düsseldorf, wo in urigen Altstadtlokalen Herzhaftes auf den Tisch kommt. Aber auch die gehobene Küche findet sich in diesem Abschnitt. Anders als beim „halben Hahn“. Da handelt es sich nämlich um einen Teller mit Brötchen und Gouda.
Los geht es mit dem herrlichen Ausblick, den man vom Drachenfels bei Königswinter hat. Der Blick schweift hinüber zur alten Bundeshauptstadt Bonn, Bad Godesberg und der dahinterliegenden Eifel. Der Besuch in der Küche eines Restaurants verknüpft sich mit dem Gang durch Bonn: Dom, Rathaus, Rheinpromenade und zahlreiche Museen laden zum Besuch ein. Dazwischen eine informative Kaffeepause: In der örtlichen Traditionskonditorei erfährt der Zuschauer alles zum Thema Baumkuchen.
Seine "süße Fortsetzung" findet dieser Besuch in Köln. Das Schokoladenmuseum besitzt einen Schokoladenbrunnen, von dem man auch naschen kann. Dom und Altstadt rücken ins Bild, bevor wieder die leiblichen Genüsse zum Zuge kommen. Im Brauhaus wandert das "Kölsch" über die Theke und der rheinische Sauerbraten kommt im Restaurant auf den Tisch. Zum Kölsch isst man die typischen kleinen Gerichte, zum Beispiel "Kölscher Kaviar". Dahinter verbirgt sich kein Luxus, sondern ein schlichtes Roggenbrötchen mit Blutwurst und Zwiebeln. Ebenfalls passt "Rievkooche" dazu, Reibekuchen mit Apfelmus.
Der anschließende Abstecher ins Bergische Land zeigt, wie sich ein einfaches Gericht auf Drei-Sterne-Niveau heben lässt: "Himmel un Äd", ein Kartoffelpüree mit Apfel und gebratener Blutwurst, exquisit zubereitet.
Zurück am Rhein führt die Reise am mittelalterlichen Städtchen Zons mit Rheinturm und Windmühle vorbei zum Landschaftsmuseum Insel Hombroich bei Neuss. Die bezaubernde Landschaftsarchitektur mit den Museumsbauten darf bei einer Rheinreise nicht fehlen. Als kulinarische Besonderheit wird hier in der Caféteria des Museums eine typische Rheinische Kaffeetafel gereicht. Sie besteht aus frischem Schwarzbrot und Rosinenstuten, Marmelade und Konfitüre, Schmalz und Pellkartoffeln.
Anlegen im Medienhafen von Düsseldorf mit anschließendem Gang über die Königsallee, die "Kö", und das Eintauchen in die Altstadt. Hier, an der längsten Theke der Welt, reiht sich Kneipe an Kneipe. Und hier genießt man ein "Alt", das typische Düsseldorfer Bier.
Bemerkenswert ist die große "japanische Kolonie" der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, die sich auch im kulinarischen Bereich bemerkbar macht. Im ältesten japanischen Restaurant in Deutschland, dem "Nippon Kan", zelebriert der Chef-Koch seine Kunst. Die Köstlichkeiten aus Meeresfrüchten, verschiedenem Gemüse und Eiern werden mit Essigreis und Algenblättern zu kleinen essbaren Kunstwerken geformt. Nur die frischesten Zutaten dürfen hier verwendet werden, wird doch der Fisch durchweg roh verarbeitet.
Die Industriegeschichte der Region ist zu einem Großteil auch mit dem Rhein verbunden. Duisburg besitzt immer noch den größten Binnenhafen der Welt. Doch die Stadt wandelt sich - wie das gesamte Ruhrgebiet - langsam vom Kohle- und Eisenhüttenstandort zum Dienstleistungs- und Gewerbezentrum. Sinnbild dieses Wandels ist der Landschaftspark Duisburg-Nord.
Wo in den besten Zeiten rund 1.400 Arbeiter Roheisen produzierten, entstand ein Kultur- und Freizeitpark. Im Dunkeln wird diese Industriebrache durch farbige Lichtinstallationen spektakulär in Szene gesetzt - auch auf einer kulinarischen Rheinreise eine Attraktion.
Adressen der vorgestellten Stationen:

Auf dem letzten Abschnitt der kulinarischen Reise geht es erst einmal ums Fischen, denn Rheinfischer haben wieder Zukunft. Galt der Rheinfisch lange Zeit als ungenießbar, so bestätigen neuere Untersuchungen, dass man ihn unbesorgt essen kann. Daher steht der heimische Fisch auch wieder auf vielen Speisekarten. In Duisburg-Walsum serviert man Aal, kross gebraten mit Bratkartoffeln und einer feinen Dillsauce, dazu ein leckeres Bier. Doch trotz des Fischs herrscht auch am Niederrhein kulinarische Vielfalt.
Walbeck gilt als die Spargelhochburg der Region. In aller Herrgottsfrühe wird der Spargel gestochen. Und dann brutzelt er auch schon in der Pfanne der örtlichen "Alten Bürgermeisterei". Der Küchenchef serviert ihn in verschiedenen Variationen. Zum Beispiel mit gebratenen Riesengarnelen. Dazu gibt es frischen Parmesan und den Fischsud. Zum Dessert werden Erdbeeren, die ebenfalls aus der Region stammen, aufgetragen.
Durch die Rheinauen geht es mit der Fähre "Rheinfels" entlang des Naturschutz-Gebietes Bislicher Insel. Ab jetzt kommt das Fahrrad zum Einsatz, denn der Niederrheiner, so heißt es, ist nur Mensch, wenn er Rad fährt. In Xanten erhält der Besucher im Archäologischen Park Anschauungsunterricht zur Frage "Wie speisten die alten Römer?" Hier kocht man nach original römischen Rezepten und die Gäste sitzen in historischen Gewändern beim Mahl: Gerstensuppe mit Liquamen, einem Gewürz aus Fischsud. Danach gibt es Hühnchen auf Numidische Art mit Kümmel, Ingwer und Honig, garniert mit Datteln und als Nachspeise Dulcia Domestica, eine Milchspeise mit Quark, Honig und Nüssen.
Als kulturellen „Zwischengang“ serviert das Wasserschloss Moyland in Bedburg-Hau die umfassende Kunstsammlung der Brüder Hans und Franz Joseph van Grinten. Sie vereint bedeutende Kunstwerke des 19. und 20. Jahrhunderts, die einen Bezug zum Niederrhein haben. Das Herzstück der Sammlung bilden über 4.000 Arbeiten von Joseph Beuys.
Kurz nachdem der Strom die Grenze nach Holland überschritten hat, teilt er sich bei Millingen in Waal und Lek. Das heißt: Hier beginnt schon das Rheindelta.
Erste Station im Nachbarland ist die älteste holländische Stadt mit römischen Wurzeln, Nijmegen. Überragt wird sie von der St. Stevenskerk. Die Atmosphäre der Universitätsstadt ist typisch für die Niederlande: Treppengiebel, enge Gassen und Eckcafés bestimmen das Stadtbild. Am Marktplatz laden die „Stadtwaage“ und andere Lokale zum Verweilen ein.
Nun geht es über den Waal in die Betuwe, das größte Obstanbaugebiet der Niederlande. Auf dem sandigen Untergrund gedeihen prächtige Apfel- und Birnbäume. Das Zentrum dieses Gebietes ist Tiel. Hier findet im September der Obstkorso statt, ein spektakulärer Umzug mit Prunkwagen und Riesenfiguren aus Obst. Eine Jury prämiert das beste Fahrzeug.
Vom Waal zum Lek: In Bergambacht stellt man den Gouda in einer Käserei noch auf traditionelle Weise her. Natürlich wird dabei nur die Milch der eigenen Kühe verarbeitet. Diese wird zu jungem, mittelaltem und altem Käse verarbeitet. Dabei gibt es fast alles, was der Kräutergarten bietet, als Zugabe: Paprika, Knoblauch, Brennessel, Pfeffer, Thymian, Majoran, Minze...
In der 20 Kilometer entfernten Stadt Gouda findet jeden Donnerstag der berühmte Käsemarkt statt. Ein interessantes Bild: die Käseträger, das Wiegen der Räder auf der großen, städtischen Käsewaage und die Käsemädchen, die kostenlos kleine Häppchen anbieten. Bei Kinderdijk fließt der Lek wieder mit dem Waal zusammen. Dort stehen die berühmten 19 Windmühlen, welche die Alblasserwaard in früheren Jahren trocken hielten.
Von hier geht es mit dem Boot nach Rotterdam. Der größte Hafen der Welt ist eine Rundfahrt wert, aber auch die Stadt selbst hat Einiges zu bieten: der alte Delvshaven, die moderne Architektur, die Kunsthalle, der Euromast, die Erasmusbrücke.
Einige Kilometer flussabwärts in Schiedam ragen die fünf höchsten Mühlen der Welt empor. Sie mahlten einst das Korn für die Genever-Herstellung, von der die Stadt lange lebte. Heute wird dieser Schnaps längst in Fabriken gebrannt. Doch ab und zu werden die Mühlen noch in Betrieb genommen. Das Korn, das hier gemahlen wird, geht später an das städtische Branntweinmuseum.
Dort entsteht in der historischen Anlage der hochprozentige Tropfen noch nach altem Rezept. Der "Oude Genever" ist dunkel und schmeckt kräftig, der "Jonge" ist ein echter Klarer. Wer Glück hat, kann mit dem Braumeister vom alten Fass eine Kostprobe nehmen.
Direkt neben Schiedam liegt Vlaardingen. Dort wird traditionell Anfang Juni mit einem großen Fest die Heringssaison eingeläutet. Überall gibt es den "Nieuwe Haring", der frisch ausgenommen mit Zwiebeln gegessen wird. Hier ist auch der Heringslieferant des königlichen Hofes, Warmelo und van der Drift, gleich neben dem Fischereimuseum ansässig.
Auch 20 Kilometer weiter nördlich, in Scheveningen, wird der Heringstag mit einer historischen Segelregatta gefeiert. In Hoek van Holland heißt es, Abschied nehmen vom Rhein. Dünen und Sandstrände geben einen Einblick in die Charakteristik der holländischen Küste, bevor es mit dem Lotsenboot aufs offene Meer hinausgeht.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 18.07.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Die Ruhr entspringt im Sauerland in der Nähe des Freizeitsportorts Winterberg. Wintersportmöglichkeiten, aber auch Wanderrouten des Rothaargebirges erwarten die Besucher. Neben dem Rothaarsteig gibt es zahlreiche kleine Routen mit Zusatzangeboten. Die "Straße der Lieder" in Olsberg lädt zum Beispiel an jeder Station mit Texten zum Mitsingen von Volksliedern ein. Zahlreiche Stauseen entlang der Ruhr machen Wassersport und Baden möglich. Oder man begibt sich in eines der zahlreichen Bergwerke. Das Erzbergwerk in Ramsbeck bietet ein Museum und eine Untertagebesichtigung mit anschließendem Candlelight Dinner.
Ein beliebtes Ziel ist das Oberzentrum Arnsberg mit seiner malerischen Altstadt. Schmucke Fachwerkhäuser, ein klassizistisches Preußenviertel und der Ausblick von der Schlossruine machen den Reiz dieser Stadt aus. Kulinarisch hat das Sauerland längst das Image des Kartoffellandes abgelegt. Die Küche nutzt zwar immer noch die regionalen Angebote, ist aber flexibler und experimenteller geworden. Davon kann man sich in zahlreichen Restaurants überzeugen. Gerichte wie Oberkirchener Bauernziegenkeule mit Wurzelgemüse und Süßkartoffelpüree oder Ochsenrücken im Schinkenmantel mit Röstis und Pfifferlingen sprechen da für sich. Dazu passen sowohl die zahlreichen Biere, die im Sauerland gebraut werden, als auch ein gute Flasche Wein.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 02.10.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Eine Reise entlang der Rur ist eine Reise durch drei Länder. Denn die Rur entspringt im belgischen Hohen Venn, durchquert den größten Teil der Eifel in Deutschland, um nach 170 Kilometer nahe der niederländischen Stadt Roermond in die Maas zu münden. Die Rur ist ein Fluss für Naturliebhaber, Wanderer, Wassersportler und nicht zuletzt Gourmets. Die vor allem ländlich geprägte Region beeinflusst natürlich auch die kulinarischen Vorlieben rechts und links der Rur. Das hat sich herumgesprochen.
Im belgischen Quellgebiet ist die Jagd seit Generationen beliebter Sport der Männer. Viel Wildbret landet auf der Speisekarte, als Gericht oder in deftigen Eintöpfen. Auch in der deutschen Eifel sind die Speisen einfach und bodenständig. Hier schätzt man dunkles Brot, Erbsensuppe und ein kräftiges Bier. Lange galt die Eifel als rückständig und als Armenhaus. Die fantastische Naturlandschaft und vielfältige Freizeitangebote haben das aber längst korrigiert. Deutschlands jüngster Nationalpark wurde hier eingerichtet.
Nach der Hälfte ihres Laufes erreicht die Rur die niederrheinische Tiefebene. Wir besuchen Düren, die Stadt des Papiermacherhandwerkes. Ein kleines, aber sehr liebevoll eingerichtetes Museum zeigt die Papierherstellung in all ihren Facetten. Von Düren aus geht es vorbei an Jülich, einer Stadt mit sehr alter Befestigung und einer Stadtanlage, die im Renaissancestil geplant wurde.
Obst aus den Bauerngärten, Biogemüse und Ziegenprodukte - an den Ufern der Rur schätzt man einfache Produkte, aber von allerbester Qualität, die auch die Gourmetköche der Region ansprechen. Die typische Torte der Region ist Riemchenfla, ein Hefekuchen mit Obst und dem charakteristischen Teigstreifengitter. Durch den äußersten Westen der Republik folgen wir dem Fluss in die Niederlande. Roermond ist unser letztes Etappenziel auf der Reise entlang der Rur. Den typischen Aal aus der Rur und ihren Gewässern bekommen wir hier auf den Tisch, als Bavaroise, als herbe Fischcreme - eine ganz besondere Delikatesse.
Roermond mit seinem Seen und Flüssen ist ein hübsches kleines Städtchen mit südlichem Flair. Anziehungspunkt für die Menschen aus der Region, aus Belgien und Deutschland und so eine durch und durch europäische Stadt. Hier mündet die Rur in die Maas und zusammen fließen sie in die Nordsee.
Wir sind in einer eher armen, einfachen Gegend unterwegs, einem unter Naturschutz stehenden Hochmoor. Eine außerordentliche Landschaft, die es so nur noch selten gibt. In weiten Teilen ist das Hochmoor für Menschen nicht zugänglich. Das Hohe Venn verdankt seine Unversehrtheit der strengen Abschottung vor den Touristenmassen. Es gibt natürlich auch hier Bereiche, in denen Besucher willkommen sind. Von Belgien aus fließt die Rur in die deutsche Eifel, durch die Jülicher Börde, den äußersten Westens der Republik, um dann im nördlichen Limburg, in Roermond, in die Maas zu münden. Die Rur ist ein kurzer Fluss, nur 165 km lang, und dabei durchmisst er mindestens drei Landschaften: das Moor, in dem er entspringt, das Mittelgebirge und die Tiefebene.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 04.07.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen

Die Saar hat mehrere Quellen. Die bekanntesten sind die Weiße und die Rote Saar. Sie umrahmen den 1.009 Meter hohen Donon, den heiligen Berg der Kelten und Römer, Wasserscheide zwischen Rhein, Mosel und Saar, Grenzberg zwischen Elsass und Lothringen. Einst huldigten keltische Priesterinnen an den Quellen, heute würdigen sie steinerne Denkmäler oder kleine Inschriften. Vom Donongipfel in den französischen Nordvogesen fließt die Saar knapp 250 Kilometer durch Lothringen und das Saarland bis nach Rheinland-Pfalz.
In Frankreich schlängelt sie sich durch Wald und Wiesen, speist viele Forellenteiche oder Sägemühlen mit ihrem frischen Wasser. Schon bald nach Hermelange, wo sich die beiden Quellflüsse zu einem Fluss vereinigen, mündet die junge Saar in den Rhein-Marne-Kanal. Die künstliche Wasserstraße war lange Zeit die Lebensader der Region. Wo früher Lastkähne - die sogenannten Penichen - Kohle, Kies und Kali beförderten, schippern heute Freizeitkapitäne auf Hausbooten durch Lothringen. Die Strecke gehört zu den schönsten Wasserstrecken Europas.
In Saargemünd kann man nicht nur gut essen, sondern auch die einst europaweit bekannte Steingutproduktion in Museen bewundern. Von Saargemünd an bildet die Saar elf Kilometer lang die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. Hier ist sie schon zu dem "ansehnlichen Wasser" geworden, als das Goethe sie beschrieb.
Für die Kohle, Eisen und Stahlindustrie des Saarlandes war die Saar lange Zeit ein wichtiger Transportweg für Rohstoffe und Fertigprodukte. Heute kann man etwa in Saarbrücken an den Ufern der Saar mediterranes Flair genießen, gepaart mit der lässig-lockeren Lebensart des Saarländers. Geschäfte locken zum Bummeln und Einkaufen, pfiffige Lokale zum Einkehren. Von Saarbrücken aus lohnt ein Abstecher nach Völklingen - berühmt durch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Noch vor 30 Jahren war es das industrielle Herz des Saarlandes, heute ist es ein Erlebniszentrum von Weltgeltung.
In Merzig gibt es einen in Europa einmaligen Wolfspark, in Mettlach Villeroy & Boch, die weltweit agierende Keramikmanufaktur. Rheinland-Pfalz ist geprägt von Weinbergen. Hier zeigt sich die Saar von ihrer schönsten Seite. Zu den kulinarischen Genüssen, die man an ihren Ufern immer wieder entdecken kann, gesellt sich nun der Wein. Der Saar-Riesling gehört zu den besten Weinen der Welt.
Mittelpunkt dieses Weinparadieses ist Saarburg. Wegen seinen Brücken und verwinkelten Gassen im historischen Stadtkern wird es auch "Klein-Venedig" genannt. Bei Konz, ganz in der Nähe der Kaiserstadt Trier, mündet die Saar - oder wie Goethe sie nannte - das "ansehnliche Wasser" - in die Mosel.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 04.05.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen
Sie ist 225 km lang, entspringt in etwa 2470 m Höhe in den Kitzbüheler Alpen und mündet nördlich von Burghausen in den Inn: Die Salzach.
Wir begleiten die Lebensader Salzburgs von ihrer Quelle bis Werfen und lernen dabei landschaftliche Schönheiten wie die Krimmler Wasserfälle, mit 380 Metern die höchsten Europas, kulturelle Besonderheiten wie das Keltendorf am Steinerbichl und das Nationalparkzentrum Hohe Tauern in Mittersill, eine Attraktion für die ganze Familie, kennen. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen die kulinarischen Spezialitäten des Pinzgaus und des Pongaus. Ein Highlight ist der Besuch bei Karl und Rudi Obauer in Werfen. Österreichs legendäre Vier-Hauben-Köche bereiten eine "Regenbogenforelle in Salzkruste" zu.
Aber auch für Liebhaber bodenständiger Kost gibt es etwas: Beim Reitlbauern in Bramberg steht mindestens alle zwei Wochen das "Apfelmuas" auf dem Speiseplan. Das sättigende Mahl kann auch mit anderen Früchten zubereitet werden und war früher fixer Bestandteil der bäuerlichen Kost.
Oder "Saubohnen mit Erdäpfeln", ebenfalls eine alte Pinzgauer Bauernkost, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geriet. Völlig zu unrecht, wie uns die diplomierte Bramberger Ernährungstrainerin Rosemarie Möschl versichert, denn das einfache Mahl schmeckt nicht nur köstlich - die Saubohne verfügt auch über alle lebensnotwendigen Nährstoffe und braucht den Vergleich mit Soja nicht zu scheuen.
Liebhaber von Wildgerichten werden mit der "Gebratenen Hirschkalbsleber nach Jägerart" verwöhnt. Zubereitet wird sie von Theresia Bacher in Stuhlfelden, über offenem Feuer, in einer aus dem 14. Jahrhundert stammenden Rauchkuchl. Eine Besonderheit, die weit und breit ihresgleichen sucht.
Robert Zehentner ist einer der Gründer der "Genossenschaft Tauernlamm" und Pionier in Sachen regionaler Vermarktung von Lammfleisch. Seine Frau Marianne Zehentner stellt ihre "gebratenen Lammripperl mit Gemüse" vor, das Lieblingsessen der ganzen Familie, die in einem 300 Jahre alten Bauernhaus in Eschenau lebt.
Weitere Höhepunkte der Dokumentation von Ruth Deutschmann: Das Kulturzentrum Tauriska in Neukirchen am Großvenediger, u.a. Sitz der Leopold Kohr-Akademie, der ersten Biokratergarten Österreichs. Er entstand im Rahmen eines der zahlreichen Salzach-Renaturierungs-Projekte, das Bauern-Herbstfest in Taxenbach, nur ein Beispiel für die Salzburger Art, den Erntedank zu feiern, eine Klamm-& Klang -Fackelwanderung in der wildromantischen Kitzlochklamm und besonders schöne Plätze an der Salzach, die nicht nur Fischerherzen höher schlagen lassen.
Danach machen wir uns auf zur Salzachklamm am Pass Lueg. Zwischen Werfen und dem nördlich gelegenen Golling durchbricht hier die Salzach die nördlichen Kalkalpen. Über eine Länge von etwa 110 km geht es bis nördlich von Burghausen in Bayern, wo die Salzach in den Inn mündet.
Erste Station der kulinarischen Entdeckungsreise im salzburgischen Tennengau ist Golling. Dorthin pilgern Feinschmecker aus nah und fern, um von Andreas Döllerer, einem Shooting-Star der österreichischen Gourmetszene, verwöhnt zu werden. Zu seinen interessantesten Kreationen zählt der warm geräucherte Bluntau-Saibling, der unter einer Cloche, einer speziellen Abdeckung, vor den Augen des Gastes geräuchert wird.
Weiter führt die Reise über Dürrnberg und Hallein in die Landeshauptstadt Salzburg. Die Stadt Mozarts, Jedermanns und der Festspiele gehört nicht nur in kultureller, sondern auch in kulinarischer Hinsicht zu den absoluten Topadressen Österreichs.
Im Restaurant "Ikarus" - im Hangar-7 am Salzburg Airport - wird unter der Patronanz von Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann und der Leitung von Executive Chef Roland Trettl ein weltweit einzigartiges Gastkochkonzept umgesetzt. Im monatlichen Wechsel präsentieren sich hier international renommierte Spitzenköche mit ihren exklusivsten Menü-Variationen.
Das "Carpe Diem Finest Fingerfood" in der Getreidegasse ist die Pflichtadresse für einen Leckerbissen zwischendurch. Hier wurde Jörg Wörthers Idee einer hochwertigen, vielfältigen und gesunden Fingerfood-Linie Wirklichkeit. Ein Genuss in jeder Hinsicht!
Der Jahrzehntekoch Jörg Wörther, der auch als "Mozart unter Österreichs Köchen" bezeichnet wird, bereitet eine geschmorte, glacierte Frischlingsschulter und Rücken mit Topinambur-Creme und roten Linsen zu. Als krönenden Abschluss der Salzburg-Visite gibt es Salzburger Nockerln.
In ihrem Unterlauf zwischen Freilassing und der Mündung ist die Salzach als letzter Alpenvorlandfluss über eine längere Fließstrecke von Staustufen verschont geblieben ist. Gerade jetzt, wo im Zuge der Klimawandel-Diskussion wieder über Flusskraftwerke nachgedacht wird, kämpfen engagierte Naturschützer verstärkt darum, dass es dabei bleibt,.
Im Chiemgau lernen wir zum Abschluss eine bayerische Spezialität kennen, Dampfnudeln, zubereitet von Biobäuerin und Bioladenbesitzerin Agnes Fürmann. Sie lebt nahe den Salzach-Auen in Waldering nahe Tittmoning. In der salzburgischen Grenzstadt Tittmoning hat einst Napoleon während des Russlandfeldzuges übernachtet. Und Karl Ratzinger, der jetzige Papst Benedikt XVI., hat Anfang der 1930er Jahre mit seiner Familie dort gelebt.
Weitere Höhepunkte des Filmes von Ruth Deutschmann: Die Salinenstadt Hallein (die über Jahrtausende vom Salz geprägt wurde), das dort befindliche Keltenmuseum (eines der größten Europas), Wildschweinfütterung in der Antheringer Au, Oberndorf (weltweit bekannt durch die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle und als Geburtsort des Salzburger Alternativ-Nobelpreisträgers Leopold Kohr), die spektakuläre Salzachschlinge bei Oberndorf-Laufen, und die alte oberbayerische Herzogsstadt Burghausen (bekannt durch die längste Burganlage Europas).
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 18.05.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen
Wir zeigen Ihnen den wunderschönen, französischen Fluss Saône und seine Landschaften und machen Sie mit interessanten Menschen an den Ufern der Saône bekannt. Die Saône ist 480 km lang und verläuft im Osten Frankreichs. Sie entspringt in den Vogesen bei Vioménil und mündet in Lyon in die Rhône. Vor 4000 Jahren war die Saône im westlichen Europa der einzige große Transportweg zwischen dem Norden und dem Süden. Bernstein, Zinn und Salz wurden hier verschifft.
Die Saône ist ein wenig bekannter Fluss, obwohl 53 Nebenflüsse und fünf Kanäle in sie münden und obwohl sie vier verschiedene Regionen und sechs Departements durchquert, bevor sie sich mit der Rhône vereinigt.
In ihrem Quellgebiet ist die Saône nur ein kleines Rinnsal in einem wahren Ozean aus Grün. Zart, fast schüchtern verschwindet sie in einem der größten Wälder Frankreichs und kommt erst an dem felsigen Sporn von Darney wieder zum Vorschein. Im Altertum hieß Darney 'Daren Haye', was im keltischen soviel wie 'Tor des Waldes' bedeutete.
Unsere Reise geht in der ersten Etappe bis nach Seurre. Wir zeigen Ihnen eine Bonbon-Herstellung, viele Schlösser, wir lernen zwei interessante Biobäuerinnen kennen, die berühmtesten Hechtangler in dieser Gegend und einen besonderen Bauern, der in einem Kloster lebt und von mysteriösen Ereignissen erzählt.
Dann geht die Reise von Seurre bis nach Lyon, wo die Saône in die Rhone mündet. In Seurre lernen wir Michel Coureur kennen, einen Belgier, der mitten im Herzen des Burgund schottischen Whisky produziert. Auf unserer weiteren Reise schauen wir uns eine Senffabrik an und in Chalon-sur-Saône lassen wir uns von den Köstlichkeiten Jean-Pierre Gillots in seinem Restaurant verwöhnen. Hinter Chalon-sur-Saône geht es 100 km schnurstracks Richtung Süden nach Lyon.
In Tournus befindet sich die berühmte Abtei Saint Philibert. Um das Jahr 1000 herum herrschte in dieser Stadt, wie vielerorts, große Angst vor dem Weltuntergang. Die Abtei Saint Philibert wurde seinerzeit aus diesem Grund hier errichtet. Sie begründete die romanische Kunst des Burgund und ist eines der schönsten romanischen Heiligtümer Frankreichs.
Einen ganz besonderen Eindruck von dieser wunderschönen Gegend vermittelt eine Ballonfahrt. Und zu guter Letzt besuchen wir das Restaurant des berühmten Kochs Paul Bocuse, der an der Saône geboren wurde.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Samstag, 11.09.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Die Flussreise entlang Sauer und Our beginnt in den belgischen Ardennen, führt durch Luxemburg und endet an der Mosel in Rheinland-Pfalz. Dabei lernen wir "Bouneschlupp" kennen, das Luxemburger Nationalgericht, erleben Ardenner Zugpferde bei harter Arbeit und genießen kulinarische Köstlichkeiten aus der Region. Zum Beispiel bei Gourmet-Koch Ronald Streumer. Im feuerfesten Topf – der Cassolette – bereitet er Damwildragout nach Luxemburger Art zu. Und Sternekoch Hans Poppelaars weiht uns in die Geheimnisse einer perfekt zubereiteten Forelle ein.
Landschaftlicher Höhepunkt dieser Fluss-Reise ist der Obersauer-Stausee im gleichnamigen Naturpark. An seinen Ufern wächst sogar Pfefferminze, Rohstoff für ein Teegetränk, den "Téi vum Séi" – wie man hier sagt.
Naturfreunde kommen vor allem im Müllerthal auf ihre Kosten. Die kleine Luxemburger Schweiz, wie das Tal auch genannt wird, ist ein Dorado für Wanderer, Sportler und Pilzsammler wie dem Koch David Albert. Er zeigt, was man mit frischen Waldpilzen so alles machen kann.
Dass es sogar Wein von der Sauer gibt, erleben wir kurz vor der Mündung in die Mosel - im Weingut Fürsthof. Dort ist man stolz auf den Elbling von der Sauer. Auch wenn der Wein offiziell Moselwein heißt.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr

Bis Paris ist die Seine wie ein Kind: feinsinnig und schüchtern. Dann gewinnt sie langsam an Bekanntheit. In Paris wird sie zu einer Dame, die die französische Hauptstadt mit ihrem Charme verzaubert. Aber hinter Paris ist sie plötzlich wieder ein junges Mädchen, charmant und launisch, das sich mit Wonne durch grüne Täler schlängelt und schließlich einen energischen Sprung ins Meer macht.
Begleiten Sie uns entlang der Ufer dieses faszinierenden Flusses und entdecken Sie den kulturellen Reichtum sowie das gastronomische Erbe der Gegenden, die die Seine durchquert.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 18.09.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Das Siegerland – ein Reiseland? Die Region ist geprägt vom Eisenerzabbau und dem Hüttenwesen längst vergangener Zeiten. Doch wer deshalb nicht viel erwartet von einer Flussreise entlang der Sieg wird überrascht sein. Auf 155 km Länge bietet die Sieg erstaunlich viel Sehens- und Erlebenswertes, spannend ist auf jeden Fall ein Besuch unter Tage, in einem alten Schiefer-Bergwerk. Die Quelle der Sieg liegt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, direkt am Rothaarsteig. Wer hier im frühen Herbst unterwegs ist, kann die Hirschbrunft am Forsthaus Hohenroth erleben oder den letzten Köhlern in Netphen-Walpersdorf bei der Arbeit zuschauen. In der Rubens-Stadt Siegen im Herzen des Siegerlandes gibt es zahlreiche Gemälde des berühmten Barockmalers zu entdecken.
Auch kulinarisch bietet eine Flussreise entlang der Sieg mehr als nur Schnitzel mit Ei - bekannte als "Siegerländer Krüstchen". Das Gasthaus Klein in Netphen-Deuz serviert auch außergewöhnliche Wildgerichte. Westlich von Siegerland und Westerwald erreicht die Sieg den Naturpark Bergisches Land. Typisch sind hier die stark gewundenen Flussschleifen, die weiten Auen und ausgedehnten Wälder. Kanufahrer können hier einen Hauch von Wildwasserromantik erleben. Geschichtsinteressierte werden sich in der Stadt Blankenberg amüsieren. Eine Stadtführung durch die mittelalterlichen Mauern mit Waltraud Schüssel ist ein echtes Comedy-Erlebnis.
Weithin sichtbar ist die Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg, sie ist Wahrzeichen der Stadt Siegburg. In der Klosterkirche hüten die Mönche einen einzigartigen Schatz, einen kostbaren Schrein aus dem Jahr 1183 mit den Gebeinen des Ordensgründers, des heiligen Anno. Kurz vor der Mündung in den Rhein, im Klosterhof Seligenthal, können Siegreisende noch einmal eine echte regionale Spezialität genießen: Wahnbachtaler Blaufelchen auf Kürbis-Orangenragout mit Rieslingsoße und Petersilienwurzelgemüse.
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr
Sonntag, 09.10.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Die Reise beginnt an den beiden Werraquellen im Thüringer Wald und folgt dem Fluss in Richtung Meiningen. Hier gibt es nicht nur ein berühmtes Theater, hier wurden angeblich auch die Thüringer Klöße erfunden. Das "Schlundhaus" mitten in der Altstadt beansprucht für sich die Ehre, als erstes dieses Nationalgericht zubereitet zu haben.
Nächste Station: Bad Salzungen mit seinen Solequellen und dem Kurbetrieb. In Altenburschla, einem Ortsteil der Stadt Wanfried, hat Hartwig Gehl vor kurzem die Gemeindeschänke am historischen Thingplatz übernommen. Hier bereitet der ambitionierte Koch ausschließlich Speisen mit frischen Zutaten aus der Region zu – zum Beispiel Lammbraten mit Gemüse aus dem Werratal.
Im benachbarten Meinhard-Schwebda geht es auf die "Werranixe", einen Ausflugsdampfer, der auf dem Werratalsee Touristen zwischen Meinhard und Eschwege umher schippert. Der Meinharder Metzgermeister Reinhard Bretschneider hat sich damit einen Traum erfüllt. Denn er unterhält die Fahrgäste während der Rundfahrt mit seinem Trompetenspiel und serviert ihnen nordhessische Köstlichkeiten.
In einer weitläufigen Flussniederung der Werra liegt Eschwege, die Kreisstadt des Werra-Meißner-Kreises und früherer Nebensitz der Kasseler Landgrafen mit prächtigem Schloss über dem Werrawehr. Bei einer Führung durch die 200 Jahre alte Klosterbrauerei Eschwege kann man die Herstellung einer Eschweger Spezialität kennenlernen: das Jacobinus-Schwarzbier.
Über Bad Sooden-Allendorf, wo zum Erntefest das traditionelle Spanisch-Fricco, ein westfälischer Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln, zubereitet wird, geht es weiter nach Witzenhausen. Hier haben sich zwei junge Landwirtschaftsabsolventen etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In ihrem kleinen Betrieb entsteinen sie die einheimischen Kirschen, trocknen sie, überziehen sie mit feiner Schokolade und - fertig ist die etwas andere Praline.
In Hannoversch-Münden, am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser, endet schließlich unsere kulinarische Flussreise.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Letzte Änderung am: 07.09.2010, 15.27 Uhr