Auf der Spur vom Samstag, 15.8.2009 | 18.17 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Im März 1933 hatten die Deutschen vorläufig zum letzten Mal die Gelegenheit, mehrere Parteien zu wählen. Die Braunen siegten - doch in keinem anderen Dorf im Deutschen Reich war die Opposition so stark wie im pfälzischen Hauenstein: über 92 Prozent wählten schwarz; also Zentrum und Bayrische Volkspartei. Dieser Widerstand gegen das Regime hielt bis Kriegsende. Das Nachbardorf Darstein wählte schon 1930 zu 100 Prozent nationalsozialistisch. Die ganze Gemeinde wurde Ehrenmitglied der NSDAP.
Was waren die Gründe für dieses Wahlverhalten? Vier Kilometer trennen die Orte und doch ideologische Welten. Wir heften uns auf Spuren in Hauenstein, erkunden das Milieu der katholischen Arbeiterschaft, erfahren vom Mut der kleinen Leute von Hauenstein, sich gegen das neue Regime aufzulehnen, von einem standhaften Pfarrer, der seine Gemeinde fest im Griff hatte und die Konsequenzen ertrug.
Hauenstein stand unter besonderer Beobachtung der Gestapo - das Spitzelsystem funktionierte auch hier, wie Akten in den Archiven belegen. Doch die Arbeiter und der Pfarrer leisteten im Stillen Widerstand, so lange das im Dritten Reich noch möglich war.
Letzte Änderung am: 02.09.2009, 11.26 Uhr