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Sonntag, 23. und 30.10.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen
Österreichs längster Binnenfluss entspringt im Salzburger Land, am Fuße der Ennskraxn in den Radstädter Tauern. In Flachauwinkl vereint sich die Enns mit der Pleißling und fließt durch die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Oberösterreich. Nach 254 Kilometer, nahe der Stadt Enns, mündet sie schließlich in die Donau.
In der Nähe der Quelle, in Flachau, beginnt der Enns-Radweg R7 - und dort kredenzen Hermann Oberreiter und Markus Pfeiffenberger vom Wirtshaus "Hoagascht" auch schon den ersten kulinarischen Höhepunkt: Szegediner vom Lachs mit Rollgerstl und Paprikarahm. Die Neuinterpretation des traditionellen ungarischen Krautfleisches ist nicht nur ein Geschmackserlebnis, sondern auch optisch ein Genuss.
In Radstadt macht ein Herbstfest der Bauern noch mehr Lust auf kulinarische Entdeckungen. So stellt im Wirtshaus "Zum Kaswurm" die Salzburger Genusswirtin des Jahres 2009, Christine Kaswurm, ein Schuraus- oder Hoamfoahr-Krapfen vor. Diese Krapfen wurden früher nur zu besonderen Anlässen wie dem Almabtrieb zubereitet.
Im Naturpark Sölktäler serviert die Zauneralm-Sennerin Martina Ebenschweiger Steierkrapf’n, eine regionaltypische Spezialität mit Steirerkas.
Und im Gasthaus Zur Ennsbrücke schließlich überrascht Küchenchef Christoph Pirafelner mit dem Xeis-Burger aus Gamsfleisch, der vor allem das Herz von Wildliebhabern höher schlagen lässt.
Neben kulinarischen Besonderheiten kommen aber auch die landschaftliche Schönheiten nicht zu kurz: unter anderen der Rossbrand, der schönste Aussichtsberg der Ostalpen oder die Gipfel von Hochwurzen und Hauser Kaibling. Beeindruckend ist auch das Dachsteinmassiv – mit dem höchsten Gipfel der Bundesländer Steiermark und Oberösterreich (Hohe Dachstein), dem Grimming und den Ennstaler Alpen mit dem Nationalpark Gesäuse.
Neben den Hauptorten Radstadt, Schladming und Admont werfen wir auch einen Blick ins Benediktinerstift Admont. Es ist das geistliche, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des mittleren Ennstales. Die Klosterbibliothek wird sogar als "Achtes Weltwunder" bezeichnet.
In Rohrmoos-Untertal bei Schladming liegt das Tettermoor, ein EU-weit einzigartiges Forschungsprojekt zur Rekultivierung von Almflächen. Das Leader-Projekt "Ennstal Lamm" hat sich in kürzester Zeit zu einer wahren Touristenattraktion entwickelt.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Der zweite Teil unserer Genuss-Reise entlang der Enns beginnt im österreichischen Nationalpark Gesäuse. Er ist der jüngste Nationalpark Österreichs, hier durchbricht der Wildwasserfluss mit großem Getöse die nördlichen Kalkalpen – einem der letzten unverbauten Flussabschnitte entlang der Enns. Dass man sich hier besonders gut erholen und Ruhe tanken kann, weiß die staatlich geprüfte Floßbaumeisterin Annemarie Dirninger natürlich am besten. Denn sie betreibt mit ihrem Mann am Rande des Nationalparks in Großraming die Firma Floß & Co, die erste österreichische Floßmeisterei. Eine Floßfahrt auf der Enns ist ein unvergessliches Erlebnis.
Neben grandiosen Landschaften der Steiermark und Oberösterreichs kann der Reisende hier auch sehr typische Gaumenfreuden kennenlernen, wie "Lammkoteletts mit Erdäpfel-Kürbis-Paradeisergröstl" und "Apfelnockerl mit Zimtobers" – zubereitet von Großramings Kirchenwirtin Angela Ahrer. Heinrich Holzinger vom Forellenhof in Pechgraben-Laussa räuchert seine Forellen in einem eigens dafür hergerichteten Lindenbaumstamm. Aber auch die Schmankerln und "Dampfnudeln" von Friederike Ochaya, der Sennerin und Biobäuerin auf der Gschwendtalm regen den Appetit an. Im Hotel und Restaurant Minichmayr in Steyr schließlich wird noch eine typisch oberösterreichische Spezialität aufgetischt, "Mostviertler Haschee-Knödel auf warmem Krautsalat und Bratensaft". Dazu passt Most, also vergorener Apfel- oder Birnensaft der heimischen Bauern.
So vielfältig die Landschaft, so sehenswert die zahlreichen Museen der Region: Das Köhlerzentrum Hieflau dokumentiert, wie einst Holzkohle erzeugt wurde, das Kutschenmuseum der Familie Gruber in Großraming gehört zu den größten privaten Kutschensammlungen Österreichs und beherbergt auch viele alte Schlitten. Die alte Nagelschmiede in Losenstein erinnert an das Mittelalter, als Losenstein lange Zeit ein mitteleuropäisches Zentrum der Nagelschmiede war und hier wöchentlich sagenhafte 4,5 Millionen Nägel geschmiedet wurden. Das Römermuseum Lauriacum in Enns besitzt eine der bedeutendsten römerzeitlichen Schausammlungen Österreichs. Sie illustriert die Vielfalt römischer Kultur im wichtigsten militärischen Stützpunkt am Donaulimes in der Provinz Noricum.
Adressen der vorgestellten Stationen:
Letzte Änderung am: 03.09.2010, 13.26 Uhr