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Umschaltung auf DigitalradioDas Ende der Mittelwelle

Warum schaltet der SWR die Mittelwelle ab, ehe sich das neue Digitalradio durchgesetzt hat? Warum erhält SWRinfo keine UKW-Frequenzen? Wie kann man künftig unterwegs SWRinfo hören - wenn das MW-Band nicht mehr funktioniert?

Antworten von SWR Hörfunk-Chefredakteur Arthur Landwehr.

Die Mittelwelle ist einfach eine alte Technologie, da knistert es und rauscht es. Musik zu hören über Mittelwelle macht überhaupt keinen Spaß, Stereoqualität gibt es auch nicht. Damit hat Radio einmal begonnen, aber UKW war damals die Zukunftstechnologie und jetzt gibt es eine noch bessere und zukunftsträchtige digitale Technologie für den Hörfunk und die tritt eben an die Stelle.

Wie kann ich Digitalradio im Autoradio hören, wenn es keine Mittelwelle mehr gibt?

Hier haben wir ein Problem. Aber das ist immer so bei Übergängen. Es gibt eine Zeit, da entsteht einfach eine Lücke. Man kann jetzt schon Zusatzgeräte kaufen, die das eigene UKW-Radio mit dem Digitalsignal erweitern. Wir wissen, dass es eine Weile dauern wird, bis viele Menschen ein solches Autoradio haben. Wir gehen aber davon aus, dass diese Radios in neue Autos eingebaut werden. Wer ein neues Autoradio kauft, hat auch jetzt schon eine große Auswahl zwischen vielen Marken, die die neue Technik bereits anbieten.

Warum soll ich Geld für ein neues Digitalradio ausgeben?

Wann immer man ein neues Radio kaufen möchte, sei es für die Küche oder das Bad, gibt man natürlich Geld aus. Wer schon jetzt Digitalradio aus der Luft empfangen kann, wird sicher ein solches Gerät kaufen, wenn mal wieder Ersatz notwendig ist.

Es gibt aber Regionen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, in denen man im Moment noch keinen Digitalradio-Empfang hat. Was kann ich da tun?

Die Zukunft gehört dem Digitalradio
In den kommenden Jahren wird ein digital-terrestrisches Sendernetz aufgebaut und sukzessive verstärkt, um eine flächendeckende Programmverbreitung möglich zu machen. Schon jetzt können Sie in weiten Teilen des SWR-Sendegebietes Digitalradio empfangen [hier überprüfen bei digitalradio.de].

Es wird einige Monate dauern, bis es überall Digitalradio DAB gibt, denn es kostet Geld, die gesamte Fläche von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit den Digitalsendern auszustatten. Dieses Geld wird von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nach und nach investiert. Dort wo es noch etwas dauert, gibt es eine gute Alternative: Es gibt mitttlerweile sehr schöne und praktische Internetradios, auf denen man tausende Stationen aus der ganzen Welt hören kann - und eben auch SWRinfo.

Mit dem Smartphone SWRinfo hören, geht das?

Wer bisher das Signal vom Smartphone beispielsweise über Bluetooth oder USB auf sein Autoradio übertragen hat, kann das auch weiterhin tun. Meistens gibt es bei einer Flatrate für die Internetnutzung eine Obergrenze. Die ist natürlich beim Live-Radiohören schnell aufgebraucht. Insofern wird man das nicht in großem Umfang nutzen. Aber die Möglichkeit besteht auf jeden Fall.

So können Sie SWRinfo hören:
DigitalradioInternetSmartphoneFernsehenUKW

in Stuttgart
auf 91,5 MHz

Hätte der SWR nicht noch ein Jahr warten sollen mit der Umstellung, bis sich DAB+ durchgesetzt hat?

Es gibt für alles einen Anfangs- und einen Endpunkt. Die Mittelwelle ist eine sehr alte, inzwischen teure Technik, analog und sehr stromintensiv. Ein Mittelwelle-Sender braucht ein Vielfaches an Energie verglichen mit einem UKW- oder erst recht mit einem Digital-Sender. Insofern war es eine richtige und wichtige Entscheidung des SWR, die Mittelwelle jetzt abzuschalten, um Geld zu sparen, das man an anderer Stelle sinnvoll einsetzen kann.

Es gibt ja jede Menge UKW-Frequenzen. Hätte man nicht Frequenzen anderer Hörfunkwellen umwidmen können für SWRinfo?

Dann hätte man in bestimmten Gebieten, sowohl auf dem Land als auch in den Städten, nicht mehr überall SWR1, SWR2, SWR3 oder SWR4 empfangen können. UKW-Sender strahlen im Kreis ab. Man braucht also viele Frequenzen, um unser Sendegebiet voll abzudecken. Wir wollen natürlich, dass die Menschen auch weiterhin die Möglichkeit haben, Ihr Lieblingsprogramm zu hören.

Sparen und modernisieren - das geht
Die Abschaltung der Mittelwelle ist auch eine Entscheidung im Sinne der Wirtschaftlichkeit und damit der Gebührenzahler: Durch die Abschaltung der sechs noch bestehenden SWR-Mittelwellensender können jährlich hohe Stromkosten eingespart werden, sowie Kosten für Personal, Wartung und Unterhalt der Sendeanlagen. Die technischen Anlagen zur Ausstrahlung der Mittelwelle werden nach der Abschaltung nicht mehr benötigt. Wenn sie nicht für andere Zwecke weiter genutzt werden, werden sie abgebaut.

Online-Redaktion: Heidi Keller

Letzte Änderung am: 09.01.2012, 22.39 Uhr