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Ransomware Die Pest fürs Smartphone

Internet-Kriminelle kapern Computer, verschlüsseln die Daten, sperren den Rechner. Weil Smartphones auch nur Computer sind, können auch sie befallen werden. Unsere Tipps, um das zu verhindern.

Cyberkriminelle hacken mit Schadsoftware auch Smartphones

Cyberkriminelle hacken auch Smartphones

Tipps von Multimedia-Experte Andreas Reinhardt, SWR Wirtschaft und Soziales

Wenn Internet-Kriminelle zuschlagen, ist der Rechner gesperrt - der Nutzer ärgert sich, weil er nicht mehr auf Musik, Videos, Fotos und Dateien zugreifen kann. Die "Entführer" verlangen Lösegeld, damit die Daten wieder entschlüsselt werden. Diese Art der Schadsoftware - sogenannte Ransomware, um den Eigentümer zu erpressen - ist aktuell die schlimmste Pest für Internet-Nutzer. Weil Smartphones auch nur Computer sind, können auch sie gekapert werden.

Lücken im Betriebssystem

Handy App

Auch Apple war schon Opfer von Schadsoftware

Schadsoftware ist im Prinzip (auch nur) ein Programm, das der Rechner ausführt. Beim Windows-Betriebssystem dürfen die Programme mehr, haben also mehr Rechte, mehr Berechtigungen - und bei Windows gibt es große Sicherheitslücken. Daher ist es für die Internet-Kriminellen nicht schwer, diese Lücken auszunutzen und Schlimmes anzurichten, wie den Rechner zu sperren.



Wie Ransomware das Smartphone schädigt

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Bei Smartphones gibt es auch Lücken im System, aber es ist nicht so leicht, da reinzukommen. Die Rechte sind eingeschränkt, die App darf nicht viel. Der Nutzer muss in aller Regel zustimmen, dass eine App heruntergeladen wird. Einfach so unbemerkt beim Surfen geht das nicht. Das macht es sicherer.

Trotzdem breitet sich auch hier die Erpressersoftware aus und kann das Smartphone sperren und damit unbrauchbar machen. Das gelingt der Schadsoftware so: Sie kann sich zum Bespiel als normale App tarnen - etwa gerade jetzt zur Fußball-Europameisterschaft als Tippspiel - viele laden sie sich aufs Gerät und dann schlägt der Schädling zu.

Größeres Risiko bei Android Smartphones

Android-Geräte sind eher betroffen als die von Apple, weil hier der Nutzer den Schutz eher aushebeln kann. Es gibt sogar Nutzer, die schalten den Schutz des Systems bewusst aus - der Fachbegriff: sie "rooten" oder "jailbraken" ihr Gerät.

Ab diesem Moment haben auch Schad-Apps ein leichteres Spiel, weil sie dann mehr dürfen. Sie können etwa die PIN des Geräts ändern und den Nutzer damit aussperren. Zehntausende Geräte sollen infiziert worden sein. Nur nach einer Lösegeldzahlung bekamen die Nutzer wieder die Kontrolle über ihre Geräte zurück. Das muss aber nicht sein.

So schützt man sein Smartphone

antiviren app

Auch eine Anti-Viren-App hilft, das Smartphone vor Viren und Schadsoftware zu schützen

Der Schutz ist relativ einfach:

  • Auch bei Smartphones helfen regelmäßige Backups, den Originalzustand wieder herzustellen, wenn was passiert ist. Das kostet nur etwas Zeit, aber kein Geld.
  • Wer sich in den offiziellen Shops nur die Apps herunterlädt, die schon tausendfach verbreitet sind und gute Bewertungen bekommen haben, der ist deutlich sicherer unterwegs - so haben Schädlinge kaum eine Chance.

Online: Heidi Keller

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