Weltkrebstag

Krebs-Mythen und Halbwahrheiten

Autor Rolf Reinlaßöder; Online-Redaktion: Peter Mühlfeit

Verursachen Büstenhalter oder Deos Brustkrebs? Sind Krebsarten ansteckend und schaden Tomaten und Kartoffeln Krebspatienten? Um das Thema Krebs kreisen viele Halbwahrheiten und Missverständnisse.

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Krebs-Mythen

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Manche Krebsarten sind ansteckend: Es wurden Viren entdeckt, die bei einigen Krebserkrankungen mitwirken. Es ist tatsächlich möglich, dass sie von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Sie sind aber nie alleiniger Auslöser. Egal ob Händedruck oder vertauschte Tassen: Niemand braucht Angst zu haben, sich so anzustecken. Selbst bei Bluttransfusionen von einem Krebspatienten auf einen Gesunden besteht praktisch kein Risiko. HPV-Viren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen, können beim Sex übertragen werden. Jedes Jahr entwickeln 6.500 Frauen in Deutschland Gebärmutterhalskrebs. Es gibt aber eine Schutzimpfung.

Manche Krebsarten sind ansteckend: Es wurden Viren entdeckt, die bei einigen Krebserkrankungen mitwirken. Es ist tatsächlich möglich, dass sie von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Sie sind aber nie alleiniger Auslöser. Egal ob Händedruck oder vertauschte Tassen: Niemand braucht Angst zu haben, sich so anzustecken. Selbst bei Bluttransfusionen von einem Krebspatienten auf einen Gesunden besteht praktisch kein Risiko. HPV-Viren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen, können beim Sex übertragen werden. Jedes Jahr entwickeln 6.500 Frauen in Deutschland Gebärmutterhalskrebs. Es gibt aber eine Schutzimpfung.

Deodorants lösen Brustkrebs aus: Für diese These gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Weder werden über Schweiß Schadstoffe aus dem Körper geleitet, die sich ansonsten im Körper ansammeln würden, noch wirkt sich ein Deo auf den Stoffwechsel aus oder ist mit den bekannten hormonellen oder genetischen Risikofaktoren für Brustkrebs verknüpft. In einer Pilotstudie sollen in Tumorproben von 20 Brustkrebspatientinnen allerdings Rückstände von Konservierungsmitteln gefunden worden sein, die auch in Deos verwendet werden. Von diesen Substanzen ist bekannt, dass sie hormonähnlich wirken können. Untersucht worden ist aber nicht, ob sich diese Substanzen nicht auch bei gesunden Frauen im Gewebe finden lassen.

Büstenhalter verursachen Brustkrebs: Die Behauptung ist aus der Luft gegriffen. Behauptet wird, dass BHs die Lymphbahnen abklemmen und so verhindern, dass Stoffwechselschlacken ausgeschwemmt werden können. Für diese Behauptung gibt es nicht mal eine wissenschaftliche Quelle. Eine mögliche Erklärung für diesen Krebsmythos: Bei Frauen mit sehr großen Brüsten lassen sich Knoten in der Brust schwer ertasten, deshalb ist bei ihnen die Krebsfrüherkennung schwieriger. Das Tragen von BHs hat aber keinen nachweisbaren Einfluss.

Kartoffeln und Tomaten schaden Krebspatienten: Gut gemeinte Ernährungsratschläge gibt es wie Sand am Meer. Weil Kartoffeln und Tomaten zu den Nachtschattengewächsen gehören, seien sie giftig für Krebspatienten und ließen Tumoren sogar schneller wachsen. Auch das ist eine Halbwahrheit. Nachschattengewächse produzieren zwar schwach giftige  Alkaloide, die aber keinen Krebs auslösen. Und in reifen oder gut abgelagerten Tomaten und in nicht ausgekeimten Kartoffeln sind die gar nicht drin.

Ein paar Fakten zum Thema Krebs:

  • Seit 2006 wird am 4. Februar durch den Weltkrebstag die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein gerückt.
  • Es gibt rund 200 verschiedene Krebsarten.
  • Weltweit erkranken jährlich ca. 12,7 Millionen Menschen neu an Krebs.
  • 7,6 Millionen sterben jährlich an den Folgen der Krankheit.
  • Jeder vierte Deutsche stirbt an Krebs - jährlich rund 200.000.
  • Nach Herz-Kreislauferkrankungen ist Krebs damit die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Was kann man gegen Krebs tun?

Laut der Internationale Union für Krebskontrolle (UICC) könnte ein Drittel aller krebsbedingten Todesfälle durch eine gesündere Lebensweise vermieden werden. Um das persönliche Krebsrisiko zu senken, empfehlen Mediziner mehr Bewegung, Sonnenschutz, das Vermeiden von Übergewicht sowie den Verzicht aufs Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.

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06:16 min | Do, 13.12.2012 | 22.00 Uhr | SWR odysso | SWR Fernsehen

Stand: 05.02.2013, 08.02 Uhr