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Krankenkasse-Beiträge 2016 Es wird teurer - wechseln kann sich lohnen

Ärgerliche Nachricht für gesetzlich Krankenversicherte: Bei vielen steigen zum Jahreswechsel die Zusatzbeiträge. Durch einen Kassenwechsel kann man Geld sparen...

DAK

Deutschlands drittgrößte Kasse, die DAK, wird ihren Zusatzbeitrag im kommenden Jahr um 0,6 auf 1,5 Prozentpunkte anheben. Für die Versicherten bedeutet das Zusatzkosten von bis zu 25 Euro im Monat.

von Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion

"Wir teilen Ihnen hiermit mit, dass wir den Zusatzbeitrag zu Ihrer Krankenversicherung zum ersten Januar erhöhen." Wer so einen Schrieb im Briefkasten findet, kann sich gegen die Erhöhung wehren, indem er sich ganz einfach eine andere der insgesamt etwa 120 gesetzlichen Krankenversicherungen aussucht. Bei einer Beitragserhöhung haben Versicherte nämlich ein Sonderkündigungsrecht.

Sonderkündigungsrecht wegen Beitragserhöhung

Hermann Gröhe

Das "schwarze Peter"-Spiel läuft: die Krankenkassen machen Gesundheitsminister Gröhe (CDU) für die Beitragserhöhungen verantwortlich. Unter anderem die von Gröhe angestoßene Krankenhausreform führe zu Mehrkosten, die nun die Versicherten zahlen müssen.

Die Frist dafür beginnt zu laufen, sobald die Erhöhung greift. Beispiel: Erhöht die Krankenkasse den Beitrag zum ersten Januar, dann kann man bis Ende Januar die Sonderkündigung einreichen. Wer mag, kann einen Vordruck aus dem Internet verwenden, eigentlich reicht aber ein Anschreiben, in dem man auf die Beitragserhöhung als Grund für die Kündigung angibt. Darauf muss die Versicherung innerhalb von zwei Wochen reagieren und dem Versicherten die Kündigungsbestätigung zusenden. Die wiederum braucht man zur Anmeldung bei einer neuen Versicherung.


Versicherungsschutz kann nicht verloren gehen

Ein Wechsel ist übrigens nicht gefährlich: Gesetzliche Krankenversicherungen dürfen neue Mitglieder nicht ablehnen, selbst wenn diese Vorerkrankungen haben. Die günstigste Krankenversicherung findet man auf der Homepage des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen. Dort werden die jeweiligen Zusatzbeiträge angezeigt und man kann nach Bundesländern filtern.

Leistungsvergleich übers Netz kann sich lohnen

TKK

Auch Deutschlands zweitgrößte Krankenkasse, die TKK, hat bereits Beitragserhöhungen für 2016 angekündigt. Bei ihr steigt der Zusatzbeitrag um 0,2 Prozentpunkte.

Ein Blick auf die Liste lohnt sich aber erst im neuen Jahr, denn die Beiträge werden erst am ersten Januar aktualisiert. Bislang ist die Metzinger BKK die günstigste Krankenkasse in Baden-Württemberg, sie verlangt nämlich gar keinen Zusatzbeitrag. Aber: Es kommt auch nicht nur auf den Preis an. Denn auch wenn die Grundversorgung überall gleich ist, bei den Zusatzleistungen unterscheiden sich die Kassen. Manche übernehmen die Kosten für homöopathische Behandlungen, für professionelle Zahnreinigungen, für spezielle Reise-Impfungen oder sogar für künstliche Befruchtung.

Wer auf solche Zusatzleistungen wert legt, muss vergleichen. Einen nicht kostenlosen, aber sehr umfangreichen Vergleich bietet etwa die Stiftung Warentest an: Über den Produktfinder gesetzliche Krankenversicherung kann man ganz einfach die Versicherung finden, die am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.


Online: Lutz Heyser & Christine Trück

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