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Flüchtlinge und Fußball "Ball, Pass und Tor"

Wie kann man jugendlichen Flüchtlingen den Weg in ein neues Leben ebnen? In Mainz ist ein Fußballprojekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung angelaufen.

Flüchtlinge beim Fußball-Training

Flüchtlinge beim Fußball-Training

Von SWR-Reporterin Ilona Hartmann

Trainingsauftakt beim Mainzer Hobby-Verein FC Ente Bagdad: Zehn einheimische Jugendliche und ebenso viele jugendliche Flüchtlinge treffen sich zum ersten Mal. Unter ihnen ist ein Junge aus Syrien.

"Ich liebe Fußball, schon immer, seit ich ein kleines Kind war", sagt der 17-Jährige. Er ist erst seit ein paar Tagen in Deutschland und einfach glücklich, dass er sein größtes Hobby auch hier ausleben kann. "Ich spiele Fußball bestimmt zwei oder drei Stunden am Tag, jeden Tag."

Damit ist er der ideale Kandidat für die neue Mannschaft des FC Ente Bagdad. Dort darf jeder mitmachen, der Spaß am Kicken hat, sagt der Vereinsvorsitzende Ronald Uhlich: "Egal welche Hautfarbe, welche Religion, aus welcher Kultur sie stammen - das gemeinsame ist, dass wir alle Respekt, Fairness und Wertschätzung zeigen. Das sind die Faktoren, auf die wir Wert legen. Und alles andere spielt bei uns keine Rolle."

Eine zweite Heimat

Mainz 05

Der Bundesligist Mainz 05 unterstützt das Flüchtlingsprojekt.

Fußball verbindet, davon ist Uhlich fest überzeugt. Und eine solche Verbindung sei für die Flüchtlinge ideal um hier Fuß zu fassen. "Die Leute kommen ja nicht hierher, weil es ihnen so gut geht, sondern sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt", so Uhlich. "Sie haben ihre Familien zum Teil verlassen, kommen hier her und stehen vor dem Nichts. Wir sehen es einfach als unsere Pflicht an, diesen Leuten zu helfen und ihnen über Fußball eine neue zweite Heimat zu geben."

Und so geht es auch nicht nur ums Kicken, sondern es sind auch viele gemeinsame Aktivitäten geplant. Und daran will sich auch der Profi-Verein Mainz 05 beteiligen, sagt 05-Mitarbeiterin Stefanie Reuter: "Wir haben auch einen eigenen Jugendclub, den '05er Youngsters', mit denen wir auch mal gemeinsam Auswärtsspiele schauen, zum Spiel fahren oder ein Fest feiern. Wir sehen sehr viele Anknüpfungspunkte, um auch die Flüchtlingskinder an den Möglichkeiten teilhaben zu lassen, die wir auch unseren Jugendlichen bieten."

Deutsche Freunde finden

Der junge Syrer ist jedenfalls nach dem ersten Training schon ganz begeistert und will unbedingt wiederkommen. Nicht nur zum Kicken: "Ich hoffe, ich werde deutsche Freunde finden. Ich muss so dringend die Sprache lernen. Das wollte ich schon früher, aber es gab niemanden, der es mir beibringen konnte."

Ein paar erste Worte hat er heute schon gelernt. Und die lauten: Ball, Pass und Tor.

Online-Redaktion: Peter Mühlfeit

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