Bundesliga-Start

Wie schlagen sich die Südwest-Vereine?

Online-Redaktion Peter Mühlfeit

Jetzt rollt der Ball auch in der Bundesliga wieder. Um Meisterschaft und Champions League spielen wohl andere, aber mit dem Abstieg wollen die vier Südwest-Vereine nichts zu tun haben. Doch wie werden Freiburg, Hoffenheim, Mainz und Stuttgart abschneiden?

SC Freiburg - ein Team im Umbau

Christian Streich, Trainer des SC Freiburg bei der Pressekonferenz

Christian Streich, SC Freiburg

Die Breisgauer waren das Überraschungsteam der vergangenen Saison. Trainer Christian Streich hat den einstigen Abstiegskandidaten bis in die Europa-League und ins DFB-Pokal-Halbfinale geführt. Doch das war gestern. Die Abgänge von Spielern wie Cedrick Makiadi, Daniel Caliguri oder Max Kruse sind nicht einfach so zu kompensieren. Neuzugänge wie Mike Hanke oder Felix Klaus müssen erst noch ihre Rolle in der Mannschaft finden. Das hat die erste Runde im DFB-Pokal schon gezeigt. Die Freiburger müssen nun die Doppelbelastung aus Bundesliga und internationalem Geschäft stemmen und nebenbei noch ein völlig neues Team formen.

Prognose: "Trainer Christian Streich nennt den Klassenerhalt als Saisonziel. Das scheint etwas tiefgestapelt, aber das Niveau der Vorsaison zu halten, wird sehr schwer. Wahrscheinlicher ist, dass Freiburg am Ende im unteren Mittelfeld der Liga landet, dabei aber wieder einige Achtungserfolge einfährt", sagt SWR-Redakteur Marc Krüger.

TSG 1899 Hoffenheim - aus der Asche auferstanden

Markus Gisdol, Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim bei der Pressekonferenz

Markus Gisdol, Trainer TSG 1899 Hoffenheim

Die Kraichgauer gehen in ihre sechste Bundesliga-Saison. Dass sie weiterhin erstklassig sind, haben sie einem späten Fußballwunder zu verdanken. Der Kader hat sich gegenüber der verkorksten Saison 2012/2013 nur unwesentlich verändert: Einzig prominenter Zugang ist bislang der französische Angreifer Anthony Modest. Dennoch müsste es nun deutlich besser werden. Trainer Markus Gisdol hat zwar nicht den Kult-Charakter seines Freiburger Kollegen Christian Streich, aber erreicht die Spieler offenbar deutlich besser als seine Vorgänger. Und Fußball spielen können sie ja, das haben sie allerdings viel zu selten gezeigt.

Prognose: "Hoffenheim wird sich kaum wie Mönchengladbach vor zwei Jahren vom Tabellenende zur Champions League schießen, aber ein gesicherter Mittelfeldplatz ohne Abstiegsnöte sollte es schon sein. Wenn der Start gelingt, ist vielleicht noch mehr drin", erwartet SWR-Redakteur Peter Mühlfeit.

1.FSV Mainz 05 - taktisch viel flexibler

Thomas Tuchel, Trainer Mainz 05 mit dem Logo des 1. FSV Mainz 05

Thomas Tuchel

Nach einer schwachen Rückrunde in der vergangenen Saison scheinen sich die Mainzer wieder gefangen zu haben. In der Vorbereitung gab es durchweg gute Leistungen. Vor allem in der Offensive fürchteten viele nach dem Abgang von Top-Torjäger Adam Szalai und Spielmacher Andreas Ivanschitz Schlimmes. Aber 05-Trainer Thomas Tuchel hat wieder mehrere gute Alternativen. Dadurch können die Rheinhessen auch taktisch wieder flexibler agieren. Probleme könnte es im defensiven Bereich geben, denn die Personaldecke ist nicht sehr dick.

Prognose: "Mainz spielt eine solide Saison, zum ganz großen Höhenflug wird es aber nicht reichen. In der Endabrechnung landet das Tuchel-Team im sicheren Mittelfeld", betont SWR-Redakteur Matthias Weber.

VfB Stuttgart - hohe Erwartungen am Neckar

Bruno Labbadia, Trainer VfB Stuttgart

Bruno Labbadia, Trainer VfB Stuttgart

Der VfB hat personell an den richtigen Schrauben gedreht, gleich acht Neue sind gekommen. Junge Talente wurden geholt, vor allem im kreativen Bereich haben die Stuttgarter nun deutlich größeres Potenzial. Im Sturm haben die Schwaben vor allem mit Neuzugang Mohamad Abdellaoue und dem wieder genesenen Cacau mehr Spielraum. Es kommt nun nicht mehr alleine auf Vedad Ibisevic an. Zum Problem könnte wieder einmal die hohe Erwartungshaltung des notorisch kritischen Umfelds werden: Startet der VfB schwach in die Saison, wird Trainer Bruno Labbadia schnell in die Kritik geraten. Noch eine Saison im sportlichen Niemandsland – zumindest in der Bundesliga - darf es nicht geben.

Prognose: "Die Schwaben haben in der Sommerpause ordentlich aufgerüstet. Die internationalen Plätze sind deshalb drin - der VfB landet am Ende der Saison zwischen den Rängen fünf und acht", ist SWR-Redakteur Jens Fischer optimistisch.

50 Jahre Bundesliga
Am 24. August 1963 wurde der erste Spieltag der neu gegründeten Bundesliga ausgetragen. Aus dem Südwesten waren der VfB Stuttgart, der Karlsruher SC und der 1.FC Kaiserslautern am Start. In den 50 Jahren wurde der VfB drei Mal Meister (1984, 1992 und 2007) und der 1.FC Kaiserlautern zwei Mal (1991 und 1998).

Buchcover 15:30

Buch

Diverse Autoren

Originaltitel:
15:30. Die Bundesliga
Verlag:
Süddeutsche Zeitung Edition
Produktion:
Deutschland 2013
Genre:
Sachbuch
Preis:
39,90 Euro
Bestellnummer:
978-3-86497-027-6

Alle wichtigen Fragen, Fakten und Anekdoten zu 50 Jahren Bundesliga verspricht das Buch und kann dies einhalten. Ein Nachschlagewerk mit vielen bekannten Fotos und neuen Details - ein gewichtiges Muss mit über 400 Seiten für jeden Fußballfan.


Stand: 09.08.2013, 08.45 Uhr

Fußballerbeine kämpfen um den Ball

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