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Batman gegen Superman "Traum aller Comic-Fans"

Es ist der Showdown des Jahres: Nicht Trump gegen Clinton, sondern Superman gegen Batman. Die geballte Superhelden-Power neu im Kino.

Batman und Superman

Batman Ben Affleck (li.) mit Superman Henry Cavill

Neben Superman und Batman mischt auch noch Wonder Woman mit und als Schurke zieht Lex Luthor im Hintergrund die Fäden. Nach zwei Stunden und 30 Minuten ist alles vorbei. Was die Fans im Kino erwartet, hat SWR-Moderator Stefan Eich mit dem Filmexperten Peter Beddies besprochen.

SWR: Die Geschichten von Superman und Batman wurden im Kino schon häufig erzählt. Trafen die Beiden schon einmal aufeinander?

Peter Beddies: Im Comic haben sie einmal zusammengefunden, beispielsweise Batman am Begräbnis von Superman. Der ist vorübergehend einmal gestorben, weil die Schöpfer meinten, es reicht dann irgendwann. Aber in Amerika war der Aufschrei so groß, dass sie das rückgängig machen mussten. Aber während dieser Beerdigung hat Batman wirklich nur beobachtend am Rande gestanden. Das direkte Aufeinandertreffen, das gibt es hier jetzt wirklich zum allerersten Mal. Und es wird wirklich reichlich und sehr spektakulär gekämpft.

Der Film entfesselt eine Action, wie man sie so im Kino wahrscheinlich noch gar nicht gesehen hat. Mit zwei Helden, die sich erst auf ihren eigentlichen Auftrag besinnen müssen, also schon beinah zu spät ist. Es hätte peinlich werden können, aber es ist doch ein großartiges Bewältigungs-Kino geworden.

Superman hat Angst vor Kryptonit, Spiderman muss sich eher vor Insektenspray und Staubsaugern fürchten. Was bringt denn die gebündelte Superkraft dem Zuschauer?

Film

Amy Adams als Lois Lane und Jesse Eisenberg als Lex Luthor.

Diese Welt von Gotham, die kannte man ja schon aus den Filmen von Christopher Nolan oder Tim Burton. Die ersteht noch einmal prächtig auf. Die Geschichte geht so: Die Menschen sind von der Kraft aus dem All, von Superman, richtig enttäuscht. Batman, der ja ein Mensch ist und in diesem Film unendlich viel leidet, wird losgeschickt, um gegen Superman zu kämpfen.

Fans dürften jetzt sagen, das ist wirklich unfair, denn schließlich ist Superman viel stärker, aber es gibt wirklich noch dunkle Kräfte im Hintergrund. Es taucht der einzige Charakter auf, der Superman gefährlich werden könnte. Es ist ein Wesen namens Doomsday. Das ist wirklich erschreckend anzuschauen, gesteuert wird es auch noch vom Oberfiesling Lex Luthor.

Natürlich kämpfen Superman und Batman letztendlich dann doch gemeinsam. An ihrer Seite gibt es dann Frauenpower pur - Wonder Woman. Der Film ist so etwas wie ein wahr gewordener Traum aller Comic-Fans. 153 Minuten Spannung und Staunen pur. Aber dieses Kino, das ein bisschen auch an Leni Riefenstahl erinnert, bietet wahnsinnig gewaltige Bilder - ein Überwältigungs-Kino, das man wirklich mögen muss.

Nur um sicher zu gehen, dass das nicht nur Spektakel- Kino ist: Hat dieser Film womöglich auch eine Botschaft?

Wer Botschaft hat, soll einen Brief schreiben, sagen ja manche Leute. Es ist ganz interessant. Ich habe kürzlich den Oscar-Preisträger Hans Zimmer in seiner Wahlheimat London besucht. Er ist für die Filmmusik mitverantwortlich und er hat mir erzählt, dass ihn an diesem Film vor allem gereizt hat, dass er vom Fremdsein erzählt. Damit kann Zimmer, der in Deutschland aufgewachsen, aber überall und nirgendwo auf der Welt zuhause ist, doch dann sehr viel anfangen.

Man kann den Film auch gut als Kommentar darauf sehen, wie Amerika, einst die größte Einwanderer-Nation der Erde, heute mit Fremden umgeht. Dann kommt man schnell auf Begriffe wie Donald Trump und was dem Land drohen könnte, wenn er an die Macht kommt. Aber man kann den Film auch komplett ohne Subtext schauen.

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Online: Peter Mühlfeit und Elke Harter

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