Die NASA hat festgestellt: Durch das schwere Erdbeben in Chile wurde die Erdachse um acht Zentimeter verschoben. Dadurch werden die Tage auf der Erde in Zukunft etwas kürzer. Welche Folgen hat das für unseren Planeten?

Zum Glück keine wirklich spürbaren. Nur um 1,26 Mikrosekunden sind die Tage auf der Erde künftig kürzer, wenn sich die Berechnungen wirklich bestätigen. Doch das Phänomen wirft die Frage auf, wie leicht sich unser Planet wirklich aus der Bahn werfen lässt.
SWR-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl vergleicht die Erde mit einer Eisläuferin, die Pirouetten dreht. "Wenn sie ihre Arme ausstreckt, reicht der Drehschwung nur für eine geringere Geschwindigkeit", sagt Gradwohl. Macht sie sich schlank, dreht sie sich schneller. Und im Fall des Erdbebens haben sich die Erdplatten etwas nach innen bewegt, deshalb wird die Rotation schneller.
Doch beunruhigen müsse uns das erst einmal nicht, sagt der Wissenschafts-Redakteur. Solche Vorgänge gehörten quasi zur Biografie der Erde. Spür- und messbar seien solche Veränderungen in erster Linie von Satelliten, Navigationsgeräten oder Atom-Uhren. "Deshalb müssen wir genau wissen, wie schnell sich die Erde dreht", so Gradwohl.

Ein Asteroid könnte die Erde aus der Bahn werfen
Und was ist dran an der Geschichte, dass alle Chinesen mit einem Sprung vom Stuhl die Erde ins Schlingern bringen können? "Das könnten wir genau so", sagt Gradwohl. Würden alle Deutschen synchron einen Schritt Richtung Westen tun, könnte der Schwung, der beim Erdbeben dazu gekommen ist, wieder abgebremst werden. Um die Erde aus ihrer Umlaufbahn zu bringen, reicht das aber noch längst nicht. "Dafür muss schon ein großer Planet an uns vorbei sausen oder uns ein Asteroid aus der Bahn kicken".
Simone Lafos, Uwe Gradwohl
Letzte Änderung am: 03.03.2010, 16.20 Uhr