SWR Logo
Druckversion

Zum Ausdrucken des Textes benutzen Sie bitte die Druckfunktion Ihres Browsers.


Vorsorge gegen Kinderkrankheiten Es gibt Alternativen zur Mehrfachimpfung

"Eltern müssen sich keine Sorgen machen", sagt Dr. Fred Zepp, Mitglied in der Ständigen Impfkommission des Bundes. Berichte hatten die Öffentlichkeit alarmiert, weil zwei Mehrfachimpfstoffe gegen Kinderkrankheiten nicht lieferbar sind. Doch es gibt Alternativen.

Auf die richtige Planung kommt es jetzt an. Vor allem die kleinen Kinder benötigen den Impfschutz sofort, sagt Fred Zepp, der auch Direktor der Kinderklinik an der Universität in Mainz ist: "Es ist wichtig, dass die Jüngsten zuerst geimpft werden. Wenn die Kinder ihre Impfungen im ersten Lebensjahr haben, dann haben wir die Möglichkeit, die im zweiten Lebensjahr zu schieben."

Lieferschwierigkeiten gibt es bei den so genannten Vierfach- und Sechsfach-Impfstoffen. Darauf weist das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut hin. Der Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (GSK) stellt die Kombinationspräparate her. Das Unternehmen hat Mitte Januar darauf hingewiesen, dass es bei diesen Präparaten Verzögerungen von vier bis acht Wochen geben wird.

Niemand muss auf die Impfungen verzichten

Im ersten Lebensjahr werden die Kleinkinder gegen Kinderlähmung, Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenza (HIB-Infektion) und Hepatitis B geimpft. Das ist die Sechsfach-Impfung. Im zweiten Jahr folgt der Schutz gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Das ist die Vierfach-Impfung. Aufgrund der Lieferschwierigkeiten von GSK könnte der Bestand bei den Kinderärzten aufgebraucht sein. Sollte das der Fall sein, gibt es folgende Alternativen:

1. JahrFünffach-Impfung + Hepatitis B-Einzelimpfung
2. JahrDreifach-Impfung + Windpocken-Einzelimpfung

Lieferengpässe wegen der Schweinegrippe?

Glaxo Smith Cline stellt auch den Impfstoff gegen die Schweinegrippe her. Der wurde im vergangenen Jahr massenhaft produziert. Da das Unternehmen für beide Wirkstoffe die gleichen Abfüllanlagen benutzt, ist es zu Verzögerungen gekommen. "Das sind die Entscheidungen, die schon Ende letzten Jahres zu treffen waren. Da ist man noch davon ausgegangen, dass die Schweinegrippe ein hohes Risiko darstellt. Dann hat es manchmal solche Konsequenzen, dass die Fertigung eines anderen Impfstoffes dadurch verzögert wird." Aber der Direktor der Kinderklinik an der Universität in Mainz kann alle besorgten Eltern beruhigen: "Mir ist kein Fall bekannt, wo ein Kind einen Impfstoff nicht erhalten hat, den es beim Kinderarzt verimpft bekommen sollte", sagt Fred Zepp.


Andreas Böhnisch, Stefanie Peyk

Letzte Änderung am: 08.02.2010, 11.41 Uhr