Alles muss nach oben: Die Raumfähre "Atlantis" bringt ein riesiges Ersatzteil-Lager zur Internationalen Raumstation ISS. Es ist eine der letzten Missionen, bevor die Space-Shuttles der NASA im kommenden Jahr eingemottet werden sollen. Denn sie sind zu alt und zu anfällig.

Seit über 28 Jahren starten regelmäßig Space Shuttles vom Kennedy Space Center in Florida aus ins All. Ein riskantes Geschäft: "Die Shuttle-Technik hat sich als unzuverlässig erwiesen", sagt SWR-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl. Zwei große Unglücke hat die NASA schon zu beklagen. 1986 explodierte die Raumfähre "Challenger" kurz nach dem Start. 2003 zerbrach die "Columbia" beim Eintritt in die Atmosphäre. Beide Male kam die gesamte Besatzung ums Leben. Das Fazit von Uwe Gradwohl: "Damit konnte man nicht weiter machen, man musste sich ein neues System überlegen."

Uwe Gradwohl
Wenn die Shuttles im Herbst kommenden Jahres außer Betrieb gehen, wird es allerdings noch mehrere Jahre dauern, bis der Nachfolger, die "Orion", ins All fliegt. In der Zwischenzeit haben die US-Amerikaner ein Problem. "Sie haben kein eigenes Raumschiff, möchten aber die ISS weiter nutzen", sagt Uwe Gradwohl: "Also müssen sie ihre Astronauten mit russischen Raumschiffen in die Erdumlaufbahn bringen. Das ist nicht jedem amerikanischen Politiker recht." Deshalb gebe es auch Überlegungen, die Shuttles doch noch ein paar Jahre länger fliegen zu lassen. Eine weitere Option sei es, so Gradwohl, die bemannte Raumfahrt privaten Unternehmen zu überlassen. Solche Überlegungen lösen bei der NASA natürlich eine gewisse Unruhe aus: "Wenn der Präsident das Orion-Programm stoppt und der privaten Wirtschaft den Vorzug gibt, dann verliert die NASA an Bedeutung."
Egal wie es kommt, die NASA muss die Internationale Raumstation für die bevorstehende Versorgungslücke rüsten. Uwe Gradwohl: "Man muss jetzt mit diesen letzten Shuttle-Flügen die ganzen Ersatzteile für die nächsten Jahre auf die Raumstation bringen. Alles was zu sperrig ist, um es mit anderen Raumschiffen auf die ISS zu bringen, muss man jetzt rauf bringen, damit die Station weiter betrieben werden kann."
Solveig Merkel, Uwe Gradwohl
Letzte Änderung am: 16.11.2009, 14.23 Uhr