Michael Ballack bleibt Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft. Er führt die DFB-Auswahl seit 2004 an. Der damals neue Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte ihn nach einer enttäuschenden Europameisterschaft in Portugal ernannt.
Wegen einer schweren Verletzung konnte Ballack nicht an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika teilnehmen und wurde währenddessen durch Philipp Lahm als Kapitän vertreten. Kurz vor dem Halbfinale gegen Spanien hat Lahm die Debatte über die K-Frage losgetreten, als er vor Journalisten sagte: "Die Rolle des Kapitäns macht mir sehr viel Spaß. Ich habe Freude daran. Wieso sollte ich das Amt dann freiwillig abgeben?"
Oliver Kahn war erstmals 1994 bei einer Fußballweltmeisterschaft dabei, damals allerdings nur als dritter Torwart und ohne zum Zuge zu kommen. Kapitän der Nationalmannschaft wurde er 2002 vor der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea. Kahn hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, unter anderem war er dreimal Welttorhüter des Jahres. (Foto: Kahn bekommt die Auszeichnung "Legende des Sports", November 2009).
Oliver Bierhoff wurde nach der WM 1998 zum neuen Mannschaftskapitän bestimmt. Im Vorfeld der EM 2000 geriet er häufig in die Kritik, weil er zuvor längere Zeit keine Treffer bei einem Länderspiel erzielt hatte. Der Stammplatz des Kapitäns war schon damals nicht mehr unumstritten. Vor der Weltmeisterschaft 2002 gab er sein Amt als Kapitän zurück. Inzwischen ist Oliver Bierhoff Team-Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Jürgen Klinsmann trug die Armbinde des Spielführers, als Deutschland 1996 Europameister wurde. Zuvor, 1990, als Deutschland den Weltmeisterschaftstitel holte, war er als Spieler mit dabei. Als Bundestrainer bei der WM 2006 schaffte er mit seiner Mannschaft zwar nur den dritten Platz. Die Fans feierten ihn danach aber so, als hätte Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen.
Lothar Matthäus hält den Rekord als Kapitän - mit über 70 Länderspielen. Sein größter Erfolg als Spielführer: Der Weltmeisterschaftstitel 1990. Die Helden von damals trafen sich diesen Sommer wieder in Rust auf Einladung des Deutschen Fußball Bundes (Foto).
Karl-Heinz Rummenigge war in den 1970er und 1980er Jahren weltweit einer der besten Fußballer. Als Kapitän hat er Deutschland in über 50 Länderspielen aufs Feld geführt. Bis auf den Weltmeistertitel hat er nahezu alles gewonnen, was es für ihn zu gewinnen gab. Nachdem er seine Spielerkarriere 1998 beendete, stieg er beim FC Bayern München zu einem der wichtigsten Funktionäre auf.
"Der Kaiser" Franz Beckenbauer gilt als einer der besten Fußballspieler aller Zeiten. Er war Kapitän, als Deutschland 1972 Europameister wurde und zwei Jahre später die Weltmeisterschaft gewann. Beim nächsten WM-Titel 1990 spielte er als Teamchef eine entscheidende Rolle. Heute ist Franz Beckenbauer Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes und Ehrenpräsident des FC Bayern München.
Uwe Seeler steht wie kein anderer für die Epoche des deutschen Fußballs der 1950er und 1960er Jahre. Die Kapitänsbinde hat er in insgesamt 40 Länderspielen getragen. Zwar hat er in seiner aktiven Fußballzeit nie einen großen internationalen Titel gewonnen. Aber immerhin darf er auch mal eine große Trophäe halten: Vor dem Europa-League-Finale hat er den Pokal ins Hamburger Stadion getragen.
Natürlich darf Fritz Walter nicht in der Liste fehlen. Er ist als Kapitän in die Geschichte eingegangen, der mit der deutschen Nationalmannschaft den ersten WM-Titel 1954 gewonnen hat. Das Foto zeigt ihn in Bern nach dem 3:2-Sieg über Ungarn, wie er auf den Schultern von begeisterten Fans getragen wird.
Fritz Szepan (2.v.l.) war einer der bedeutendsten Fußballer in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Als Kapitän bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien erreichte er mit der deutschen Mannschaft Platz 3.