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Einer der spektakulärsten Börsengänge aller Zeiten steht bevor: Das Internet-Netzwerk Facebook will bei Investoren und Anlegern viele Milliarden einsammeln, und geht deshalb an die Wallstreet. Der Börsengang muss noch von der amerikanischen Börsenaufsicht genehmigt werden. Sobald das der Fall ist, könnte er schon im Frühjahr über die Bühne gehen. Ein konkreter Termin wird derzeit aber noch nicht genannt.
Eine Einschätzung von SWR-Wirtschaftsredakteur Klaus Hempel
Noch steht nicht fest, wie viel Geld eine Facebook-Aktie kosten soll, aber billig wird sie nicht. Denn der Firmenwert von Facebook soll mittlerweile zwischen 75 und 100 Milliarden US-Dollar liegen. Zum Vergleich: Facebook wäre damit mehr wert als der Chemieriese BASF oder Europas größter Softwarekonzern SAP mit seinen 54.000 Mitarbeitern.
Neue Informationen über Facebook Inc. aus dem Börsenprospekt:
Facebook ist profitabel: Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen unterm Strich eine Milliarde Dollar, 2010 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin 229 Millionen Dollar. Haupteinnahmequelle bei Facebook ist die Werbung.
Facebook hatte 2011 weltweit 845 Millionen monatlich aktive Nutzer (39 % mehr als 2010), davon nutzen 425 Millionen mobile Facebook Produkte; 483 Millionen täglich aktive Nutzer (48 % mehr als 2010); 100 Milliarden Freundschaften; 2,7 Milliarden Likes und Kommentare pro Tag; 250 Millionen hochgeladene Fotos pro Tag.
Facebook startet seinen Börsengang wohl mit angezogener Handbremse: Ursprünglich hieß es, Facebook wolle 10 Prozent der Aktien verkaufen, für 10 Milliarden Dollar. Jetzt peilt Facebook nur noch Einnahmen von 5 Milliarden Dollar an. Die Summe kann sich aber noch erhöhen. Der Börsengang selbst wird wahrscheinlich erst im April oder Mai über die Bühne gehen, aber schon jetzt steht fest: Er wird einige wenige unglaublich reich machen. Firmengründer Mark Zuckerberg gehören noch 25 Prozent von Facebook. Damit gehört der 27-Jährige zu den reichsten Menschen der Welt.
Richtig reich werden auch diejenigen, die sehr früh in Facebook investiert haben, als das Online-Netzwerk noch eine kleine Klitsche war. Ein Beispiel: Eine amerikanische Investmentfirma hatte Facebook im Jahr 2005 knapp 13 Millionen Dollar gegeben als Startkapital. Diese 13 Millionen Dollar-Beteiligung ist heute, nach gerade mal sieben Jahren, wahrscheinlich um 9 Milliarden Dollar wert.
Vorsicht Kleinanleger!
Die neuen Aktien von Facebook werden ausschließlich an Großinvestoren verkauft. Das heißt, ein Kleinanleger kann erst mal keine Aktien kaufen. Erst dann, wenn sie im April oder Mai an den Börsen gehandelt werden. Wobei Anlegerschützer schon jetzt sagen: Vorsicht, liebe Kleinanleger, da kann man ganz schnell sehr viel Geld verlieren, wenn der Aktienkurs einbricht - eben weil Facebook so extrem hoch bewertet wird; und weil Facebook erst noch beweisen muss, dass sich mit den 800 Millionen Mitgliedern und deren Daten richtig viel Geld verdienen lässt.
Klaus Hempel; Onlineredaktion: Heidi Keller
Letzte Änderung am: 02.02.2012, 10.55 Uhr