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Push statt Pull: Die Deutsche Bahn will Reisende künftig von sich aus per E-Mail über mögliche Zug-Verspätungen informieren. Bislang mussten Reisende die selbst rausfinden. Das Ganze ist erst mal ein Versuch. Doch den finden auch Verbraucherschützer gut.

Warten, Warten, Warten. Oft ohne zu wissen wie lang...
Die Bahn bietet den neuen Informations-Dienst zunächst nur für Fernreisen an. Und für Kunden, die diese Reise zuvor über das Internet über das Portal "Meine Bahn" gebucht haben. Wer dort als Kunde ein Benutzer-Konto hat, kann ein entsprechendes Häkchen setzen, und erhält dann ab sofort die Verspätungsmeldungen. Das Versprechen der Bahn: Ist der Zug zehn Minuten oder mehr verspätet, werde ich darüber automatisch per E-Mail informiert. Und das ab zwei Stunden vor Abfahrt des Zuges, damit ich mich eben entsprechend später auf den Weg zum Bahnhof machen kann. Außerdem wird die E-Mail auch aktualisiert, wenn der Zug die Verspätung wieder aufholt. Allerdings steht in der Info-Mail nicht genau, wie viele Minuten Verspätung mein Zug hat, aber es ist ein Link enthalten, wo ich das in Echtzeit nachschauen kann.
Der Vorteil des neuen E-Mail-Info-Dienstes ist sicher, dass die Bahn die Fahrgäste nun von sich aus aktiv informiert, wenn es zu einer Verspätung kommt. Bislang musste ich mich da als Reisender selbst erkundigen, entweder übers Internet oder über die Telefon-Hotline der Deutschen Bahn. Da ist der neue Service erheblich komfortabler. Deswegen findet zum Beispiel auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen dies gut. Möglich ist es sogar, dass die Bahn ihn noch weiter ausbauen wird. Etwa in dem sie ihren Kunden im Verspätungsfall künftig auch eine SMS-Kurzmitteilung aufs Handy schickt. Vorerst will man es aber bei der E-Mail-Benachrichtung belassen, auch weil das SMS-Verschicken für die Bahn sehr teuer werden könnte.
Für die bringt der neue Service der Bahn in der Tat gar nichts. Das Angebot richtet sich wirklich nur an registrierte Kunden der Bahn, die ihre Fern-Reisen über das Internet buchen. Und die dafür entweder daheim am Rechner sitzen oder mobil über ein Internet-fähiges Handy, also ein so genanntes "Smartphone", verfügen. Alle anderen sind wie gewohnt auf die großen Anzeigetafeln der Bahn in den Bahnhöfen angewiesen um zu erfahren, ob ihr Zug auch tatsächlich pünktlich ist.

Deutsche Bahn kämpft weiter mit Unpünktlichkeit.
Lutz Heyser, SWR Wirtschaftsredaktion
Letzte Änderung am: 20.02.2012, 10.58 Uhr